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Boje sammelt ozeanographische und meteorologische Daten auf hoher See

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Die Messdaten der Monitoring-Messboje kommen nicht nur den Anlagenbetreiber von Offshore-Windkraftanalgen zugute. Auch Wetterdienste greifen auf die Daten zurück. Doch die mobile Messboje kann mehr.

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Die Messdaten-Boje sammelt Messdaten aus der Nordsee und für das Wetter.
Die Messdaten-Boje sammelt Messdaten aus der Nordsee und für das Wetter.
(Bild: BSH)

Sie trotzt der rauen See und sammelt dabei unermüdlich Messdaten: Die 2,5 m breite und rund elf Meter hohe Boje soll meteorologische und ozeanographische Daten erheben. Damit die Wellenbewegungen die Messwerte nicht beeinflussen, ist die Boje zusätzlich mit einem Lidar-Windmessgerät ausgestattet. Dieses erfasst mithilfe von Laserstrahlen die Windgeschwindigkeit bis in 250 m Höhe.

An der Sensorkette, die unten an der Boje angebracht ist und bis knapp über den Meeresboden reicht, erfassen weitere Messgeräte die Strömung in unterschiedlicher Tiefe, den Salz- und Sauerstoffgehalt sowie die Wassertemperatur. Zusätzlich wird ein Bodenabsatzgestell nahe der Boje ausgebracht, das sowohl die Strömung über die ganze Wassersäule als auch die Temperatur und den Salzgehalt am Meeresboden misst.

Messdaten für Offshore-Anlagen und Wetterdienste

Die Boje ist sowohl für Dauermessungen als auch für flexible Messungen einsetzbar. Die ozeanographischen Daten sind unter anderem für die Auswahl der Fundamente wie für Offshore-Windenergieanlagen, für Einschätzungen des Transports von Sediment sowie zur Berechnung von Wellenlasten notwendig. Ihren endgültigen Einsatzort findet die Messboje westlich der Forschungsplattform FINO 3. Von der Konzeption bis zur Fertigug des Prototyps wurde die Messboje im Forschungsverbundprojekt „MoBo“ des Fraunhofer IWES und des Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) die Monitoring-Boje Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) entwickelt. Zu ihrem endgültigen Bestimmungsort fand sie auf dem Mehrzweckschiff Neuwerk des Wasser- und Schifffahrtsamtes Cuxhaven.

An den Messdaten sind vor allem die Betreiber von Offshore-Windkraftanlagen interessiert. Denn kennt der Betreiber die mittlere Windgeschwindigkeiten in Nabenhöhe der Windkraftanlage, lassen sich die Winderträge und das Design der Anlagen berechnen. Aber nicht nur Betreiber oder Planungsbehörden der Offshore-Windenergie nutzen die gesammelten Daten der Boje. Mit den Messdaten können außerdem Warn- und Wetterdienste Modelle berechnen.

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