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Boeing findet neues Software-Problem bei Krisenflieger 737 Max

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Der US-Luftfahrtkonzern Boeing hat ein neues Software-Problem bei dem mit Flugverboten belegten Krisenjet 737 Max gefunden, das eine Wiederzulassung erschweren könnte.

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Die Probleme bei Boeing nehmen kein Ende: Ein neues Software-Problem beim Krisenflieger 737 MAX verzögert die Neuzulassung auf unbestimmte Zeit. Für den Airliner besteht seit März 2019 weltweit Startverbot.
Die Probleme bei Boeing nehmen kein Ende: Ein neues Software-Problem beim Krisenflieger 737 MAX verzögert die Neuzulassung auf unbestimmte Zeit. Für den Airliner besteht seit März 2019 weltweit Startverbot.
(Bild: Ted S. Warren/AP/dpa)

Eine fehlerhafte Software hält den seit nun 10 Monaten weltweit mit Startverboten belegten Airliner Boeing 737 MAX weiterhin auf dem Boden. Ursprünglich hatte der Hersteller vor, die Neuzulassung möglichst schnell voranzutreiben. Nun wirft aber offenbar ein neu entdecktes Software-Problem diese Pläne weiter zurück.

„Wir nehmen die notwendigen Updates vor“, teilte Boeing am Freitag mit, als bekannt wurde, dass neu aufgetretene Software-Probleme die Wiederzulassung des Fliegers erschweren könnten. Bei den Nachbesserungen arbeite das Unternehmen mit der US-Flugaufsicht FAA zusammen und halte Kunden und Zulieferer auf dem Laufenden. „Unsere oberste Priorität ist, dass die 737 Max sicher ist und alle regulatorischen Vorgaben erfüllt sind, bevor sie wieder in den Betrieb geht.“

Startverbot seit März 2019

Die 737 Max ist seit März 2019 wegen zwei Abstürzen, bei denen insgesamt 346 Menschen starben, rund um den Globus mit Flugverboten belegt. Als entscheidende Ursache der verheerenden Unglücke gilt eine fehlerhafte Steuerungsautomatik der Boeing-Flugzeuge.

Das nun aufgetauchte, neue Problem wurde laut informierten Quellen bei der Finalisierung des Updates ausgerechnet dieser Software festgestellt, die als entscheidende Hürde für eine Wiederzulassung gilt. Dadurch könnte sich das Verfahren noch länger hinziehen.

Die US-Luftfahrtaufsicht FAA erklärte in einem Statement lediglich, dass bei der angestrebten Wiederinbetriebnahme der 737 Max ein gründlicher Prüfungsprozess befolgt werde, bei dem die Behörde mit anderen internationalen Regulierern kooperiere. Es gebe keinen Zeitplan darüber, wann diese Arbeiten abgeschlossen werden.

Das neue Problem betreffe eine Software, die den korrekten Betrieb bestimmter Monitore der 737 Max sicherstellen solle, hieß es aus eingeweihten Kreisen. Einer dieser Monitore sei bei einem Test nicht richtig hochgefahren worden. Anleger reagierten nervös und ließen Boeings Aktien im späten US-Handel um rund zwei Prozent fallen. (dpa)

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