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BMK unterstützt von der Spezifikation bis zum fertigen Prüfadapter

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

BMK sieht sich als ein Partner in der Testentwicklung. So kümmern sich 40 Experten aus Hard- und Software jährlich um 1000 Testsysteme und mehr als 200 Neuentwicklungen. Wir haben nachgehakt.

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Christian Albinger, Leiter der Testentwicklung bei BMK: „Dank eines Baukastensystems aus standardisierten Komponenten verkürzen sich die Entwicklungszeiten für Projekte erheblich. Kundenprojekte werden schnell umgesetzt, was zu einer verbesserten Wirtschaftlichkeit führt.“
Christian Albinger, Leiter der Testentwicklung bei BMK: „Dank eines Baukastensystems aus standardisierten Komponenten verkürzen sich die Entwicklungszeiten für Projekte erheblich. Kundenprojekte werden schnell umgesetzt, was zu einer verbesserten Wirtschaftlichkeit führt.“
(Bild: BMK)

Der Bereich Test der BMK Group ist in drei Aufgabengebiete unterteilt. Die Testentwicklung erstellt individuelle Testkonzepte für den Kunden. Sie steht für eine Design for Test (DFT) Analyse und Beratung und entwickelt Testsysteme nach Prüfspezifikation.

Ein Service-Team betreut und wartet die eingesetzten Testsysteme, gegebenenfalls auch der vom Kunden beigestellten Tester und verwaltet die Softwarestände. Drittens werden standardisierte Soft- und Hardwaretools für den Test entwickelt.

Außerdem verfügt BMK über einen eigenen Prüfmittelbau. Von der Spezifikation bis zum fertigen Prüfadapter wird intern entwickelt und gebaut. Die EMS-Firma deckt das ganze Spektrum an Testmöglichkeiten für elektronische Baugruppen und Systemen ab: SPI, AOI, X- Ray, FP, ICT, BS, FKT und aktive/passive Klimatests. Eine besondere Stärke liegt in der Kombination verschiedener Testmethoden. Abhängig von Stückzahlen und Kundenanforderungen bietet das Unternehmen maßgeschneiderte Testlösungen an.

2016 wurden 214 GByte Testdaten verarbeitet

Das Portfolio reicht von einfachen teilautomatisierten bis hin zu vollautomatisierten Testsystemen. Während beispielsweise beim Test von LC-Displays und einer geringen Stückzahl die Bewertung oftmals manuell vom Testpersonal erfolgt, kommen bei hohen Stückzahlen vollautomatisierte Kamerasysteme auf Basis von NI Vision zum Einsatz. Das Thema Big Data wird ebenfalls stark vorangetrieben. Eine Zahl: Im Jahr 2016 wurden im Bereich Test 214 GByte Testdaten verarbeitet.

Das ermöglicht eine lückenlose Traceability über den gesamten Produktionsprozess. Ein Ziel der Rückverfolgung ist es, systematische Bauteilfehler früh zu erkennen, um präventiv einzugreifen, bevor ein Produkt im Feld komplett ausfällt. Über die Seriennummer des Prüflings wird die auftragsbezogene Firmware automatisch auf das Testsystem geladen. Dokumentiert und ausgewertet wreden die Testergebnisse in eine Online-Datenbank der BMK eigenen Cloud.

Im Interview stellten wir Christian Albinger, dem Leiter der Testentwicklung bei BMK, verschiedene Fragen.

Herr Albinger, der Test ist bei BMK in drei Aufgabengebiete unterteilt. Wie kam es dazu und welche Vorteile versprechen Sie sich davon?

Wir bei BMK haben den Bereich Test in drei Aufgabengebiete unterteilt: Project Engineering, Advanced Testengineering und Service Engineering. Beim Project Engineering kümmern sich die Ingenieure ausschließlich um Kundenprojekte.

Advanced Testengineering entwickelt standardisierte Soft- und Hardwarebestandteile, welche die Grundlage für die Projektingenieure bilden. Damit haben die Testingenieure die Möglichkeit, auf einen Baukasten mit standardisierten Komponenten zurückzugreifen. Es lassen sich Entwicklungszeiten für Projekte erheblich beschleunigen. In der Folge können Kundenprojekte schnell umgesetzt werden, was zu einer verbesserten Wirtschaftlichkeit führt.

Der Serviceingenieur hält interne und auch vom Kunden beigestellte Tests am Laufen. Zu seinem Aufgabengebiet gehört es zu entstören, neue Software aufzuspielen, Neuanlage von Produktvarianten und die Pseudofehlerraten klein zuhalten. Das können beispielsweise Adapterprobleme sein.

Sie verfügen über einen eigenen Prüfmittelbau. Arbeiten Sie dabei eng mit Ihren Kunden zusammen und sind die Ergebnisse auch auf andere Projekte übertragbar?

Natürlich stimmen wir die Anforderungen an das Testsystem eng mit unseren Kunden ab. Hier sind immer technische und wirtschaftliche Fragestellungen gemeinsam zu klären. Wir entwickelt viele Tests für Kunden aus ganz unterschiedlichen Branchen. Aufgrund der Vielzahl an verschiedenen Prüfmittelentwicklungen hat sich BMK ein branchenübergreifendes Know-how aufgebaut, von dem jeder Kunde profitieren kann. So lernen wir durch unsere Kunden aus verschiedenen Branchen laufend dazu und nutzen das wertschöpfend im Sinne unserer Kunden.

Elektronikentwickler müssen ihre Projekte oft schnell auf den Markt bringen. Wie können Sie hier die Arbeit des Entwicklers unterstützen?

Für das Requirement Engineering ist ein intensiver Dialog zwischen Produkt- und Testentwickler notwendig. So wird beispielsweise bei der Erstellung eines Funktionstest automatisch auch die Produktentwicklung verifiziert. Sehr oft erfolgt so der letzte Feinschliff an einem Produkt. Typischerweise ist die Qualifikation eines Produktentwicklers und eines Prüfgeräteentwicklers vergleichbar. Für unsere Kunden bedeutet das, dass sie ihre wertvollen Entwicklungsressourcen auf die Entwicklung neuer Produkte konzentrieren können und sich nicht auch noch mit der Testentwicklung beschäftigen müssen.

Darüber hinaus ist der Produktentwicklungsingenieur dann auch später nicht gegebenenfalls mit Supportarbeiten wie Wartungs, Reparatur und Entstörung von Testsystemen eingebunden. Der Kunde spart wertvolle Ressourcen und somit bleibt Raum für Neuentwicklungen. Test- und Produktentwicklungsarbeiten können teilweise parallelisiert werden. Stichwort ist Concurrent Engineering. Das führt sofort zu einer Beschleunigung der Time-to-Markets.

Sie speichern Testdaten in die Cloud und werten sie dort aus. Welchen Nutzen hat das für Ihre Kunden – auch in Bezug auf den Datenzugriff. Wie wird Security sichergestellt?

Die Auswertung von Testdaten bietet unter anderem die Möglichkeit, die Qualität von Bauteilchargen zu verifizieren und so frühzeitig eingreifen zu können. Wir bei BMK speichern solche Daten in unserer eigenen Homecloud und stellen komprimierte Daten nach Absprache unseren Kunden zur Verfügung. Ebenfalls in Abstimmung mit unserem Kunden überwachen wir kritische Parameter und reporten diese an ihn.

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