BMK feiert 25. Geburtstag

| Redakteur: Dr. Anna-Lena Gutberlet

Stephan Baur: Gesellschafter & Mitgründer von BMK.
Stephan Baur: Gesellschafter & Mitgründer von BMK. (Bild: MANG FOTOGRAFIE / BMK)

Gründer und Gesellschafter Stephan Baur sowie Jürgen Gagesch, SMT-Produktionsingenieur und Mitarbeiter der ersten Stunde, geben einen Einblick in die Entwicklung des EMS-Dienstleisters.

BMK wurde am 5. April 1994 von Stephan Baur, Dieter Müller und Alois Knöferle unter dem Namen BMK professional electronics gegründet. Seit dem hat sich das Unternehmen vom reinen Bestücker hin zu einem Serviceanbieter für den kompletten Lebenszyklus elektronischer Baugruppen entwickelt. Ein Interview.

Wie haben Sie die Entwicklung von BMK
miterlebt?

Stephan Baur: BMK begann im Computersektor. Heute kommen unsere Kunden aus vielfältigen Märkten mit vielfältigen Applikationen. Ich blicke mit Erstaunen zurück, wie sich unsere Kunden entwickelt haben. Aus kleinen bescheidenen Anfängen sind große Firmen geworden, die hochinnovative Produkte entwickeln.

Die Baugruppen sind heutzutage kleiner, feiner und dichter bestückt. Die SMT-Fertigungstechnik an sich ist gleichgeblieben. Die Applikationen und Services rund um die Fertigung haben sich enorm entwickelt. Als wir vor 25 Jahren angefangen haben, gab es noch den Ausdruck „verlängerte Werkbank“ oder „Bestücker“. Gefragt waren relativ simple Dienstleistungen. BMK hat sich über die Jahre vom reinen Bestücker hin zu einem Serviceanbieter für den kompletten Lebenszyklus elektronischer Baugruppen entwickelt. Das Portfolio reicht von der Entwicklung, Fertigung, Test, Montage, Verpackung, Lieferung an Endkunden und After-Sales.

Von der ersten Stunde an habe ich die Entwicklung von BMK als spannend und herausfordernd erlebt. Viele positive Emotionen pflastern den erfolgreichen Weg von BMK, auf den wir stolz sind. Diese Entwicklung und das tägliche Erlebnis sind seit 25 Jahren ungebrochen.

Jürgen Gagesch: Die Entwicklung von BMK habe ich im Bereich SMT, von viel händischer Arbeit in der Datenübertragung (Daten zuerst auf Diskette speichern, dann per Modem übertragen; Bestückkoordinaten und Stücklisten direkt per Hand beim Bestücker eintragen) zu einer vernetzten, mit zahlreichen Tools unterstützenden, Arbeitsweise erlebt.

Generell ist BMK in allen Bereichen immer professioneller geworden. Die Arbeitsgebiete wurden immer komplexer und deshalb aufgeteilt. Als Mitarbeiter wandelt man sich von einem Allrounder zu einem Spezialisten.

Wo sehen Sie die Stärken von BMK?

Baur: BMK macht den Unterschied durch unsere Mitarbeitenden und unsere Unternehmenskultur. Uns ist bewusst, dass wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Kunden steigern müssen. Nur dies sichert unseren Erfolg. Eine 100% Kundenfokussierung mit den Skills neue Aufgaben effizient und schnell umzusetzen, um so mit unserer Begeisterung für Elektronik den besten Service in allen Bereichen der Elektronik zu leisten. Wir schaffen Freiräume durch Prozesssicherheit, bieten flexible Produktionslösungen, sind innovativ und reaktionsschnell. Indem wir die unterschiedlichen Dienstleistungen zuverlässig zu mehr als ein Ganzes verbinden, treten wir als integraler Partner auf.

Was unterscheidet BMK von anderen Unternehmen in der EMS-Branche?

Baur: Wir sind Macher, die sich täglich aufs Neue in die Erfüllung der Ansprüche unserer Kunden stürzen und dabei State-of-the-Art Technologien ständig weiter nutzen und entwickeln. Der breite Mix unserer Kunden, die oft Hidden Champions sind, bildet eine solide Basis und fordert eine komplexe Vielfalt an Technologien, die wir zur Verfügung stellen. BMK startet täglich die Fertigung von 3 – 4 Neuprodukten. Mit angewendeter Digitalisierung ist das umsetzbar. Es ist wie im Sport, wo komplexe Bewegungsabläufe automatisiert sind. Für uns sind die Anläufe von neuen Produkten in „Fleisch und Blut“ übergegangen.

Welche allgemeinen technischen Trends sehen Sie in der Industrie? Welche besonderen Herausforderungen gibt es im EMS-Bereich?

Baur: Die Herausforderung besteht darin, die Logistik zu beherrschen, d.h. die Auftragsvielfalt sowohl innerhalb als auch außerhalb des Unternehmens zu steuern – auch bei unterschiedlichen Losgrößen den Materialfluss zu sichern. In Europa erleben wir eine Verknappung bestimmter Bauteile. Asien ist ein Großmarkt für die Komponentenhersteller, so dass für Europa weniger übrig bleibt. Eine atmende Supply Chain ist aufgrund dieser Allokationssituation und der Bedarfsschwankungen immer wichtiger.

Außerdem sehe ich einen zunehmenden Bedarf an intelligenter Automatisierung, die mit der Vernetzung und Nutzung der Datenströme einhergeht. Dies gilt sowohl für die Anbindung der Zulieferer als auch der Kunden. Ziel ist es, daraus einen Wettbewerbsvorteil und eine noch höhere Kundenzufriedenheit zu entwickeln.

Gagesch: Auch ich sehe den Trend zu Industrie 4.0 mit Datenerfassung und Datenbearbeitung. Die Vernetzung zum Kunden wird immer wichtiger. Der Kunde kann heute online auf Daten, die sein Produkt treffen, zugreifen. Der Datensicherheit fällt hierbei eine grundlegende Rolle zu. Eine andere Herausforderung für EMS besteht darin, mit qualitativ unterschiedlichen Bauteilen eine gleichbleibende Baugruppenqualität zu gewährleisten.

Die Miniaturisierung der Bauteile ist auch ein technologischer Treiber, den es zu beherrschen gilt.

Wo sehen Sie BMK in den nächsten Jahren? Was bleibt gleich? Was wird sich verändern?

Baur: Es bleibt nichts gleich. Wir werden einen starken Wandel erleben hin zu einem höchst dynamisch agierenden Dienstleistungsunternehmen im Spannungsfeld zwischen Fachkräftemangel, demografischem Wandel, unsicherer Politiklandschaft, ständig steigendem internationalen Wettbewerbsdruck und schwankender Konjunktur. Die Chancen liegen in der frühzeitigen Nutzung neuer Technologien in allen Dienstleistungsbereichen. Der Einsatz modernen Technologien im industriellen Umfeld, wie 5G, bietet neue Möglichkeiten in der Zusammenarbeit einzelner Maschinen und Anlagen. Natürlich wird sich das Wettbewerbsumfeld über Konsolidierungen, wie sie jetzt schon zu beobachten sind, verändern. Unser maßgeschneidertes Angebot für unsere Kunden sichert ihnen einen Wettbewerbsvorteil, so dass wir weiter sicher auf Kurs bleiben.

Zusätzlich stellt BMK die Entwicklung seiner Mitarbeitenden noch stärker in den Fokus. Wir wollen uns verstärkt darum kümmern, Mitarbeitende zur Weiterbildung zu motivieren, damit das lebenslange Lernen zur Realität wird.

Gagesch: BMK wird in den nächsten Jahren weiter wachsen, der Konkurrenz- und Kostendruck bleibt. Wenn wir weiterhin so wirtschaftlich agieren und uns am Kunden orientieren, machen wir weiterhin den Unterschied und BMK wird seine Stellung im Markt behaupten.

Vielen Dank für das Gespräch.

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