Computer-Abstürze

Blue Screens, Bomben, Gurus: Eine kurze Geschichte kritischer Fehlermeldungen

| Redakteur: Franz Graser

Die TOS-Bombe

Der Hersteller Atari hatte sich bei seiner 1985 gestarteten ST-Heimcomputerfamilie stark vom Apple Macintosh inspirieren lassen. Wie der Macintosh benutzte der ST einen 68000-Mikroprozessor von Motorola. Das Gerät wurde hauptsächlich über die Maus gesteuert und auch die Anmutung der grafischen Benutzeroberfläche war sehr ähnlich.

Auch Atari griff auf Bombensymbole zurück, um einen kritischen Systemzustand anzuzeigen. Allerdings lieferte die Anzahl der Bomben Rückschlüsse auf die Ursache des Problems. Hier wird die Fehlermeldung „Illegal Instruction“ angezeigt.
Auch Atari griff auf Bombensymbole zurück, um einen kritischen Systemzustand anzuzeigen. Allerdings lieferte die Anzahl der Bomben Rückschlüsse auf die Ursache des Problems. Hier wird die Fehlermeldung „Illegal Instruction“ angezeigt. (Bild: Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Daher ist es kaum verwunderlich, dass auch Atari auf ein Bombensymbol zurückgriff, um den Anwender auf einen kritischen Zustand des Betriebssystems TOS aufmerksam zu machen. Zuerst verwendete Atari kleine Atompilz-Symbole. Davon nahm der Hersteller jedoch bald Abstand, da der Kalte Krieg in den achtziger Jahren immer noch virulent war und die konkrete Gefahr einer nuklearen Auseinandersetzung zwischen den Supermächten USA und UdSSR drohte.

Deshalb benutzte Atari später verniedlichte Bombensymbole mit glimmender Lunte. Die Zahl der abgebildeten Bomben lieferte darüber hinaus Rückschlüsse auf die Ursache des kritischen Fehlers. Vier Bomben bedeuteten zum Beispiel „Illegale Instruktion“, fünf Bomben wiesen auf eine Division durch Null hin. Theoretisch waren Ausnahmemeldungen mit bis zu 255 Bomben möglich.

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