Universität Wien Blogs verbreiten News gleich einem Erdbeben

Redakteur: Peter Koller

Wichtige Neuigkeiten verbreiten sich in Blogs nach den gleichen Gesetzmäßigkeiten, die auch für Erdbeben gelten. Zu diesem überraschenden Ergebnis sind Forscher der Medizinischen Universität Wien gekommen.

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Die Wissenschaftler um Peter Klimek von der Section for Science of Complex Systems der Uni haben zwischen Mitte 2008 und Mitte 2010 rund 168 politische Blosg in den USA beobachtet und dabei eine Liste der 4000 am häufigsten auftauchenden Begriffe zusammengestellt.

Anschließend wurde der Tag mit dem häufigsten Auftreten jedes Begriffes ermittelt und die Entwicklung 30 Tage vor und 30 Tage nach dem Peak grafisch dargestellt. Grundsätzlich kamen die Forscher zu der Erkenntnis, dass es zwei Arten von Medien-Ereignissen in der Blogosphäre gibt: Exogene Events, bei denen die Blogging-Aktivität von externen News ausgelöst wird und endogene Events, die sich ohne externe Einflüsse innerhalb der Blogger-Community aufbauen.

Die interessanteste Erkenntnis aber war: Die Studie zeige, dass die Ausbreitung der Schlüsselwörter statistische Ähnlichkeiten zu Erdbeben zeige, so die Forscher in einem Forschungsaufsatz. Konkret folge die quantitative Verteilung der Medienereignisse dem Gesetz von Gutenberg-Richter, die Intensität der "Vor- und Nachbeben" eines Medienereignisses dem Gesetz von Omori, heißt es in dem Paper.

Die beiden Forscher ziehen aus ihren Ergebnissen die Schlussfolgerung, dass es sinnvoll sein könnte, quasi eine Art Richter-Skala für Medien-Ereignisse einzuführen.

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