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Opel-Vorstand wusste nicht Bescheid Bleibt von Opel am Ende nur die Hülle?

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Der mögliche Verkauf von Opel an PSA schlägt hohe Wellen: Mehrere Politiker sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene kritisieren General Motors und PSA. Automotive-Experten vermuten im Falle einer Übernahme die Aushöhlung Opels bis auf die Markenhülle.

Die Zukunft von Opel ist mehr als ungewiss. Ereilt nun auch andere Standorte das Schicksal des Bochumer Werks?
Die Zukunft von Opel ist mehr als ungewiss. Ereilt nun auch andere Standorte das Schicksal des Bochumer Werks?
(Bild: Bochum - Opelring - Opel Werk 1 06 ies.jpg / Frank Vincentz, Wikimedia Commons / BY-SA 3.0)

Nach der Kritik von Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) an PSA und GM reagiert nun PSA-Boss Carlos Tavares. Nach Angaben eines PSA-Sprechers sei der Konzernchef zu Gesprächen mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bereit. Opel hat währenddessen bestätigt, dass sich GM-Chefin Mary Barra zu Gesprächen in Rüsselsheim befindet.

Der geplante Verkauf der deutschen General-Motors-Tochter Opel an den französischen Zwei-Marken-Konzern PSA hat nun auch die politische Ebene erreicht. Während von deutschen Bundespolitikern unverhohlene Kritik über die fehlende Vorabinformation geäußert wird, sorgt sich die Landespolitik um die Arbeitsplätze in ihrem Bundesland.

Am Rande der SPD-Fraktionssitzung am gestrigen Dienstag hat sich Bundeswirtschaftsministerium Brigitte Zypries zu dem möglichen Opel-Verkauf geäußert. Zypries sagte, dass es vollkommen inakzeptabel sei, dass die Bundesregierung nicht informiert worden sei. General Motors stehe in besonderer Verantwortung, explizit das Entwicklungszentrum in Deutschland zu belassen.

Scheinbar hat man aber nicht nur die Politik im Unklaren gelassen. Wie das manager magazin berichtet, wusste selbst der Opel-Vorstand nichts von den Übernahmeverhandlungen. Man sei vollkommen überrascht worden. Erst am Dienstagmorgen sei man über die Pläne telefonisch informiert worden.

Für Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) stellt die potenzielle Opel-Übernahme eine besondere Herausforderung dar. Schließlich liegt Opels Hauptsitz im hessischen Rüsselsheim. In Wiesbaden äußerte sich Bouffier dahingehend, dass das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim definitiv erhalten bleiben müsse.

„Es ist vergleichsweise egal, ob der Eigentümer wie bisher in den USA sitzt oder in Frankreich. Entscheidend ist, was hier geschieht“, so der CDU-Politiker in seinem Statement weiter. Auch Malu Dreyer, die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin (SPD), hofft, dass eine Übernahme keine negativen Auswirkungen auf den Opel-Standort in Kaiserslautern habe.

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