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Digitale Agenda Bitkom stellt der Bundesregierung ein gutes Zeugnis aus

| Redakteur: Franz Graser

Die Bundesregierung ist mit der Umsetzung der Digitalen Agenda gut vorangekommen, urteilt der Branchenverband Bitkom. Von 121 Einzelmaßnahmen seien zwei Jahre nach Verabschiedung des Programms 66 umgesetzt, weitere 46 in Arbeit. Nur bei 9 Projekten sei noch nichts passiert.

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Die Digitale Agenda der Bundesregierung sei gut vorangekommen, lobt Bitkom-Präsident Thorsten Dirks.
Die Digitale Agenda der Bundesregierung sei gut vorangekommen, lobt Bitkom-Präsident Thorsten Dirks.
(Bild: Telefonica)

Vor einem Jahr waren erst 36 Projekte abgeschlossen und 60 in Arbeit. „Die Digitale Agenda der Bundesregierung ist auf gutem Weg. Mehr als 90 Prozent der Einzelmaßnahmen sind fortgeschritten oder bereits abgeschlossen – das ist eine beachtliche Bilanz“, sagte Bitkom-Präsident Thorsten Dirks.

Dirks lobte insbesondere die Fortschritte im Hinblick auf autonomes Fahren und intelligente Verkehrssysteme. „Im vergangenen Jahr sind wir beim Thema intelligente Verkehrsnetze mit der Teststrecke auf der A9 und beim autonomen Fahren mit den Vorarbeiten für notwendige Gesetzesänderungen vorangekommen. Die langwierigen Verhandlungen zur EU-Datenschutzgrundverordnung sind abgeschlossen, die WLAN-Störerhaftung ist abgeschafft und beim Verbraucherschutz in der digitalen Welt sind der Marktwächter und eine Vielzahl von Einzelprojekten an den Start gegangen.“

Vor diesem Hintergrund fordert Bitkom die Politik auf, die Digitale Agenda jetzt schon weiterzuentwickeln, um die digitale Transformation der Wirtschaft zu beschleunigen und die digitale Inklusion der Gesellschaft zu gestalten. Dabei darf auch die anstehende Bundestagswahl nicht zum Bremsklotz werden. Zwei Drittel (64 Prozent) der Unternehmen in Deutschland geben laut einer Bitkom-Umfrage an, dass sich in Folge der Digitalisierung ihr Geschäftsmodell verändert.

„So erfreulich die Umsetzung der Digitalen Agenda ist, so wenig dürfen wir uns auf dem Erreichten ausruhen“, sagte Bitkom-Präsident Dirks. „Die digitale Transformation hält nicht inne, nur weil Wahlkampf ist. Wir müssen den aktuellen Schwung nutzen und über die erreichten Etappenziele hinausgehen.“

Viele Unternehmensgründer würden USA als Standort präferieren

Mit Blick auf die digitale Transformation der Wirtschaft schlägt Dirks den Aufbau lokaler digitaler Ökosysteme, sogenannter Hubs, vor. Sie sollen die Global Player der jeweiligen Leitbranchen mit Mittelstand und Start-ups zusammenbringen: „Diese Orte der digitalen Transformation müssen und können so attraktiv sein, dass sich Unternehmen aus der ganzen Welt darum reißen, dort mit dabei sein zu dürfen.“ Dies sei auch mit Blick auf die Start-up-Szene dringend notwendig.

Derzeit geben zwar 47 Prozent der Start-ups in einer Bitkom-Umfrage an, dass sich ihre Situation in den vergangenen zwei Jahren verbessert hat. Aber nur 44 Prozent der Gründer würden wieder in Deutschland gründen, wenn sie die freie Wahl hätten. Fast jeder Dritte (32 Prozent) würde sich stattdessen für die USA entscheiden.

2016 wird ein gutes Jahr für die ITK-Branche

Der Verband stellte auch den aktuellen Konjunkturausblick für die IT- und Telekommunikationsbranche vor. Demnach konnten 70 Prozent der Unternehmen im ersten Halbjahr ihre Umsätze verglichen mit dem Vorjahreszeitraum steigern. Der Bitkom-Index für die Konjunkturerwartung im zweiten Halbjahr notiert mit 77 Punkten weiter auf einem Spitzenwert. Und auch die Aussichten für den IT-Arbeitsmarkt bleiben positiv: 56 Prozent der Unternehmen wollen in diesem Jahr neue Mitarbeiter einstellen, nur 6 Prozent gehen von Beschäftigungsrückgang aus.

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