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Bitkom: Klassische Unterhaltungselektronik schrumpft weiter

| Autor / Redakteur: dpa / Sebastian Gerstl

Obwohl die Menschen in Deutschland in der Corona-Krise viel mehr Zeit als sonst zu Hause verbringen, rüsten sie die Eletronikausstattung im Wohnzimmer nicht übermäßig auf. Der Bitkom-Verband sieht das Warten auf technische Innovationen als einen Grund für die Flaute.

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Die Branche der klassischen Unterhaltungselektronik in Deutschland kann sich nicht gegen den Abwärtstrend stemmen. Den Löwenanteil des Umsatzes (40 Prozent) machen die Händler weiterhin mit TV-Geräten.
Die Branche der klassischen Unterhaltungselektronik in Deutschland kann sich nicht gegen den Abwärtstrend stemmen. Den Löwenanteil des Umsatzes (40 Prozent) machen die Händler weiterhin mit TV-Geräten.
(Bild: Britta Pedersen/dpa)

Die Branche der klassischen Unterhaltungselektronik in Deutschland kann sich nicht gegen den Abwärtstrend stemmen. Der Umsatz im Consumer-Electronics-Markt werde voraussichtlich in diesem Jahr um sieben Prozent auf 8,2 Milliarden Euro zurückgehen, teilte der Branchenverband Bitkom am Donnerstag in Berlin mit. Die Jahre zuvor verzeichnete die Branche ein Minus von 5,6 Prozent (2019) beziehungsweise 6,6 Prozent (2018).

TV-Markt schrumpft, Spielkonsolen wachsen, Smartphones bleibt stabil

Den Löwenanteil des Umsatzes (40 Prozent) machen die Händler weiterhin mit TV-Geräten. Hier wird nach den Bitkom-Berechnungen der Umsatz in diesem Jahr voraussichtlich um 11,9 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro sinken. Händler und Hersteller haben hier zwei Probleme: Zum einen sinkt der Durchschnittspreis von 600 auf 548 Euro. Außerdem werden weniger Fernseher verkauft (minus 8 Prozent). „Der Markt für klassische Unterhaltungselektronik schrumpft seit mehreren Jahren“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. „Dieser Rückgang setzt sich während der Corona-Krise unvermindert fort.“

Besser als bei den Fernsehern sieht es bei den Spielekonsolen aus. Hier erwartet der Verband einen Jahresumsatz von 515 Millionen Euro, 7,1 Prozent mehr als im Vorjahr.

Vergleichsweise stabil ist das Segment der Smartphones. Hier prognostiziert der Bitkom einen Umsatz von 10,6 Milliarden Euro für das Jahr 2020, das ist ein leichter Rückgang um 0,9 Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2019. Die Anzahl der verkauften Geräte geht demnach leicht auf 19,7 Millionen Smartphones zurück (2019: 21,9 Millionen). Dafür steigen aber die durchschnittlichen Stückpreise um gut 10 Prozent. In diesem Jahr geben Kunden demnach beim Smartphone-Kauf im Schnitt 539 Euro aus. „Der Trend geht ganz klar zu hochwertigen Geräten“, sagte Berg. Das Smartphone sei für viele Verbraucher zum bei weitem wichtigsten Endgerät geworden. „Und das lassen sie sich gerne etwas mehr kosten.“

Passend zum Smartphone schaffen sich viele Verbraucher auch drahtlose Kopfhörer an, die in der Bitkom-Statistik in die Kategorie der sogenannten sonstigen Unterhaltungselektronik fallen. Hier erwartet der Verband für 2020 ein Umsatzwachstum von 3,5 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Absatzrenner seien auch Smartwatches und Fitnesstracker. Die Computeruhren legten beim Absatz um 14,3 Prozent auf 3,2 Millionen Geräte zu, bei den Fitnesstrackern werden 2,5 Millionen Stück verkauft, 4,2 Prozent als im Vorjahr. Umsatzzahlen konnte der Verband hier nicht nennen.

8K könnte neuen Konsumschub bringen

Impulse für den Markt erwartet Bitkom-Präsident Berg von neuen Technologien. „Ein Flachbildschirm-TV, den ich vor fünf Jahren gekauft habe, tut immer noch gute Dienste.“ Wenn die Auflösung aber auf 8K erhöht werde oder es TV-Module zum Zusammenstecken gebe, könnten deutlich mehr neue Fernseher verkauft werden.

Das sehe man auch im Markt für Hausroboter: Assistenzroboter für das Staubsaugen, Fensterputzen oder Rasenmähen würden bereits heute von 18 Prozent genutzt, weitere 45 Prozent können sich dies vorstellen. Das habe eine repräsentative Umfrage ergeben. Fast jeder fünfte Roboternutzer (19 Prozent) hat seinem Gerät einen Namen gegeben, sagte Berg, der zu Hause seinen Mähroboter „Alfred“ nennt.

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