Elektromobilität Bis 2035 sollen alle Neuwagen emissionsfrei sein

Redakteur: Kristin Rinortner

Es wäre das De-facto-Aus für herkömmliche Benzin- und Dieselautos: Die EU-Kommission will, dass alle Neuwagen ab 2035 keine Emissionen mehr ausstoßen. Das bedeutet, dass spätestens Mitte des nächsten Jahrzehntes herkömmliche Benzin- und Dieselfahrzeuge in Europa nicht mehr neu zugelassen werden.

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Verbrennerverbot: Die EU will ab 2035 keine Autos mit herkömmlichen Verbrennermotoren mehr neu zulassen.
Verbrennerverbot: Die EU will ab 2035 keine Autos mit herkömmlichen Verbrennermotoren mehr neu zulassen.
(Bild: Gerd Altmann auf pixabay)

Ein am 14. Juni 2021 von der EU-Kommission präsentierter Vorschlag sieht vor, dass in der EU ab 2035 nur noch emissionsfreie Neuwagen zugelassen werden sollen. Dabei soll es jedoch eine Überprüfungsklausel geben, der zufolge alle zwei Jahre analysiert werden soll, wie weit die Hersteller mit der Umsetzung sind. 2028 soll ein großer Prüfbericht folgen.

Theoretisch könne das Datum 2035 noch verschoben werden. Die EU-Länder und das EU-Parlament müssen dem Vorschlag noch zustimmen.

Der Kommissionsvorschlag sieht zudem vor, dass bis 2030 die Treibhausgasemissionen von Neuwagen um 55 Prozent im Vergleich zu 2021 sinken soll. Wenn sich Hersteller nicht an die Vorgaben halten, sollen Strafen gezahlt werden müssen.

Das Vorhaben ist Teil der Kommissionspläne zur Umsetzung der verschärften Klimaziele in Europa, nach denen bis 2030 mindestens 55 Prozent weniger Treibhausgase im Vergleich zu 1990 ausgestoßen werden sollen. Bis 2050 ist geplant, dass in der Union netto keine klimaschädlichen Treibhausgase mehr ausgestoßen werden.

Ladeinfrastruktur soll ausgebaut werden

Für die Transformation im Verkehrssektor sollen auf großen Hauptverkehrsstraßen in der EU alle 60 km Ladestellen für Elektroautos eingerichtet werden. Die Investitionskosten für die Ladeinfrastruktur schätzt die Kommission auf insgesamt 15 Mrd. Euro. Alle 150 km sollen Wasserstofftankstellen entstehen.

Aus der EU-Kommission hieß es zudem, selbst wenn man derzeit einen schlechten Energiemix zugrunde lege, sei ein Elektroauto emissionsärmer als ein klassischer Verbrenner.

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte der „Süddeutschen Zeitung“ gesagt, ein Zeitrahmen sei wichtig, um Planungssicherheit für die Hersteller zu gewährleisten. „Wie sie ihre Produktion verändern, bleibt den Herstellern aber selbst überlassen“, betonte die Politikerin.

Alternative synthetische Kraftstoffe

Neben elektrischen Autos können auch Verbrennermotoren klimaneutral sein, wenn sie mit Wasserstoff oder synthetischen Kraftstoffen betrieben werden. Richtig hergestellt, werden durch diese Energieträger unterm Strich keine zusätzlichen Treibhausgase ausgestoßen.

Derzeit sind die Alternativen jedoch verhältnismäßig teuer. Der ADAC ging Ende 2020 davon aus, dass ein Liter synthetischer Kraftstoff rund 4,50 Euro in der Herstellung koste. Optimistische Prognosen hielten einen Preis von 2,29 Euro inklusive Steuern im Jahr 2030 für möglich.

Auch in Großbritannien keine Verbrenner-Neuwagen mehr

Auch in Großbritannien wurden vergangene Woche neue Klimaziele für den Straßenverkehr angekündigt. Demnach soll der Verkauf von Diesel- und Benziner-Lastwagen spätestens 2040 auslaufen. Die Maßnahme ist Teil eines Regierungsvorhabens, um die Emissionen im Verkehr deutlich zu senken.

Dafür soll von 2035 an der Verkauf von Diesel- und Benziner-Fahrzeugen mit einem Gewicht von 3,5 bis 26 t und spätestens von 2040 an der Verkauf von schwereren Lastwagen verboten werden, wie das Verkehrsministerium in London mitteilte. Bereits im November 2020 hatte Premierminister Boris Johnson für 2030 ein Verkaufsverbot klassischer Diesel- und Benzinerautos angekündigt.

Mit Material von dpa.

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