Rückfahrkameras

Bildverarbeitung auf engstem Raum

| Autor / Redakteur: Klaus Neuenhüskes * / Johann Wiesböck

Der zweite Teil des Referenzdesigns ist das doppelseitig bestückte Empfänger-Board. In einem Serienfahrzeug ist diese Funktion in dem zentralen Infotainment-System integriert. Im Referenzdesign bietet sie eine einfache Möglichkeit zur Entwicklung und Evaluierung des Rückfahrkamera-Systems.

Auf dem Empfänger-Board befindet sich der FPD-Link III Deserializer. Eine LVDS-Schnittstelle und Stiftleiste (Bare Header) ermöglichen den Anschluss des Referenzdesigns an andere Systeme für weitere Signalverarbeitungs- und Zusatzfunktionen. Auch der direkte Anschluss eines DVI-Monitors ist möglich, um visuellen Zugriff auf die Daten des Bildverarbeitungsprozessors zu erhalten.

Bildverarbeitung, Software und Kalibrierung

Rückfahrkameras verwenden Fisheye-Objektive, die ein Sichtfeld von 180° ermöglichen, um alle Fußgänger oder Objekte zu erfassen, die sich hinter dem Fahrzeug befinden. Der breite Winkel sorgt für eine extreme Bildverzerrung, die korrigiert werden muss, um ein ansprechendes Bild zu erhalten und um eine korrekte Verarbeitung der Informationen für die Objekterkennung zu gewährleisten. Die automatische Software-Kalibrierung stellt sicher, dass alle vertikalen Objekte auch tatsächlich vertikal dargestellt werden.

Im TMPV7502 Prozessor ist Toshibas CoHOG-Hardware-Beschleuniger (Co-occurrence Histograms of Oriented Gradients) implementiert, der zur Klassifizierung von Objekten wie Fußgängern eingesetzt wird. Weitere Beschleuniger auf dem Chip unterstützen Computervision Algorithmen mit z. B. effizienten Kanten- und Kreisformations-Detektionen für die Erkennung der äußeren Objektgrenzen vermeintlicher Hindernisse. Durch die Ausführung dieser Berechnungen innerhalb des Kameramoduls wird die zentrale Infotainment-Einheit entlastet.

Das Referenzdesign-Toolkit ist mit dem Low-Level-Treiber und der sl_lib ausgestattet, die mit den Beschleunigern im TMPV7502 interagieren. Die Middleware ist ebenfalls enthalten. Kunden können somit ihre eigenen anwendungsspezifischen Anwendungen oberhalb dieses Stacks entwickeln.

* Klaus Neuenhüskes ist Senior Manager Product Marketing der Automotive Business Unit bei Toshiba Electronics Europe.

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