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Bildgebendes Verfahren vermeidet Schäden bei einer Hirnoperation

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Dank eines kontaktlosen, bildgebenden Verfahrens sollen Langzeitschäden während einer neurochirurgischen Operation vermieden werden. Für die Arbeit gab es jetzt den Preis für Patientensicherheit in der Medizintechnik 2020.

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Ein komplizierter, neurochirurgischer Eingriff ist für einen Patienten nicht ungefährlich. Dank eines kontaktlosen, bildgebenden Verfahrens sollen sich Langzeitschäden vermeiden lassen.
Ein komplizierter, neurochirurgischer Eingriff ist für einen Patienten nicht ungefährlich. Dank eines kontaktlosen, bildgebenden Verfahrens sollen sich Langzeitschäden vermeiden lassen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Müssen sich Patienten einer Operation am Gehirn unterziehen, drohte bislang als eine mögliche Komplikation beispielsweise der Verlust der Sprache oder das Sehvermögen wurde eingeschränkt. Eine Operation am Gehirn bedeutet einen komplizierten Eingriff in die Funktion des empfindlichsten Organs des Menschen, entsprechend weitreichend sind die Folgen eines solchen Eingriffs für die Lebensqualität des Patienten. Einmal verursachte, ungewollte Schädigungen von Hirngewebe sind nahezu irreversibel und führen postoperativ bei den Patienten zu funktionellen Ausfällen.

Für sein Arbeit an einem kontaktlosen und nicht invasivem bildgebenden Verfahren erhält Martin Oelschlägel von der TU Dresden den Preis Patientensicherheit in der Medizintechnik 2020.
Für sein Arbeit an einem kontaktlosen und nicht invasivem bildgebenden Verfahren erhält Martin Oelschlägel von der TU Dresden den Preis Patientensicherheit in der Medizintechnik 2020.
(Bild: TU Dresden)

Die bisherigen Methoden zur Überwachung der spezifischen Funktionen basieren auf punktuellen Messungen mittels Elektroden, die auf die Hirnoberfläche aufgelegt werden. Martin Oelschlägel hat gemeinsam mit Technikexperten der TU Dresden sowie den Neurochirurgen des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus dagegen ein optisches, kontaktloses und nicht invasives bildgebendes Verfahren entwickelt. Es senkt die Risiken für die genannten funktionellen Defizite erheblich und erhöht damit die Patientensicherheit.

Oelschlägel hat wesentliche Beiträge zur Entwicklung eines optischen, kontaktlosen und nichtinvasiven Verfahrens geleistet, das es erlaubt, die Hirnregionen, die an der Verarbeitung von Gefühl, visueller Information, motorischen Prozessen oder der Sprachproduktion beteiligt sind, während neurochirurgischer Operationen in ihrer flächigen Ausdehnung darzustellen und somit gezielt zu schonen.

Am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden findet das Verfahren bereits in klinischer Routine Anwendung und trägt zu einer optimalen Behandlung verschiedener Erkrankungen bei, die einen neurochirurgischen Eingriff notwendig machen.

Teile des Verfahrens als Patent angemeldet

Das Verfahren erlaubt es, die Hirnregionen, die an der Verarbeitung von Gefühl, visueller Information, motorischen Prozessen oder der Sprachproduktion beteiligt sind, während der Operation in ihrer flächigen Ausdehnung darzustellen und somit gezielt zu schonen. Teile des Verfahrens hat Oelschlägel zusammen mit Carl Zeiss Meditec bereits zum Patent angemeldet, um zukünftig in Form eines kommerziell verfügbaren Systems auch in weiteren Kliniken zu einer erhöhten Patientensicherheit beizutragen.

Für seine Arbeit „Intraoperative Optische Bildgebung zur Lokalisation und Schonung funktioneller Hirnareale während neurochirurgischer Operationen“ erhält Oelschlägel den mit 5000 Euro dotierten Preis Patientensicherheit in der Medizintechnik 2020. Der Preis wird jedes Jahr von der Deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE (VDE DGBMT) und dem Aktionsbündnis Patientensicherheit für herausragende Arbeiten im Bereich Patientensicherheit vergeben.

Die Plätze zwei und drei

Den zweiten Platz und damit 1000 Euro gehen an Eike Petersen von der Universität Lübeck für seine Arbeit „Überwachung des Atemantriebs intensiv beatmeter Patienten mittels des respiratorischen Oberflächen-Elektromyogramms. Und den dritten Platz mit 500 Euro erhält Dr. Daniel Rüschen von der RWTH Aachen für seine Arbeit „Robust Physiological Control of Left Ventricular Assist Devices”.

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