Stadtverkehr von morgen BFFT und „E Bus-Pro“ entwickeln abgasfreie Elektrobusse

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Abgase, Lärm und Stau: Der innerstädtische Verkehr ist angesichts des Bevölkerungswachstums und der Verstädterung die zentrale Herausforderung der urbanen Entwicklung. Der Ingolstädter Fahrzeugtechnikentwickler BFFT arbeitet im Netzwerk „E-Bus-Pro“ an der Entwicklung eines Vollelektrobusses für den alltagstauglichen Linienbetrieb in der Stadt.

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Das Netzwerk „E-Bus-Pro“ will die Vision vom Voll-elektrobus für den Linienverkehr wahrwerden lassen.
Das Netzwerk „E-Bus-Pro“ will die Vision vom Voll-elektrobus für den Linienverkehr wahrwerden lassen.
(Bild: BFFT)

Er hat das Potenzial, den öffentlichen Personennahverkehr in den Städten weltweit zu revolutionieren: der Vollelektrobus für den Linienverkehr. Er soll emissionsfrei fahren und dank günstiger Herstellungskosten auch noch wirtschaftlich im Alltagsbetrieb genutzt werden können. Dieses ehrgeizige Ziel bis 2016 zu erreichen, hat sich der Fahrzeugtechnikentwickler BFFT auf die Fahnen geschrieben. Die Ingolstädter arbeiten dazu in dem vom Bund geförderten Netzwerk „E-Bus-Pro“ mit acht deutschen und einem polnischen Unternehmen zusammen.

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BFFT-Ingenieure integrieren Komponenten in den E-Bus

Die BFFT-Ingenieure übernehmen in dem 2013 gegründeten Verbund die Integration von Komponenten wie Batterie und deren Lade- und Kühlsystemen in den Vollelektrobus. Das Unternehmen aus Ingolstadt hat sich als langjähriger Partner der Automobilindustrie im Bereich Elektrotechnik eine hohe Kompetenz erworben. Für den Kunden Audi arbeitete BFFT beispielsweise an der Batterieentwicklung für die Konzeptmodelle A1 e-tron und R8 e-tron. Bereits 2006 erstellte man außerdem am zweiten Firmenstandort in Berlin für die Berliner Verkehrsbetriebe ein Gesamtkonzept für Energiespeichersysteme in Hybridbussen.

Hohe Reichweiten zwischen den Ladevorgängen gefordert

Mit diesem Knowhow bringt sich BFFT nun in das Netzwerk „E-Bus-Pro“ ein. Dabei geht es um weit mehr als den Bau eines Busses mit Elektromotor: Um im Stadtverkehr mit einem gewöhnlichen Bus mit Verbrennungsmotor konkurrieren zu können, müssen Vollelektrobusse hohe Reichweiten zwischen den Ladevorgängen erzielen – anvisiert sind 120 bis 150 km. Um dies zu erreichen, sollen energieeffiziente Nebenaggregate eingesetzt werden, damit möglichst wenig Strom für Klimaanlagen & Co. verbraucht wird und dieser stattdessen zum Antrieb zur Verfügung stehen kann.

Modulares Batteriesystem erlaubt kostengünstigen Austausch

Um auch von wirtschaftlicher Seite mit Verbrennerbussen mithalten zu können, plant BFFT außerdem ein modulares Batteriesystem, in dem einzelne Segmente kostengünstig ausgetauscht werden können. So bleiben die Betriebskosten auf einem wettbewerbsfähigen Niveau, das einen langfristigen Routinebetrieb im Linienverkehr möglich macht. In den Forschungs- und Entwicklungslabors von BFFT laufen die Arbeiten dazu auf Hochtouren. Bis 2016 will „E-Bus-Pro“ die Vision vom Vollelektrobus für den Routinebetrieb wahr werden lassen.

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