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Angemerkt Betreutes Fahren – Traum oder Albtraum?

| Redakteur: Thomas Kuther

Ist es nicht ein Traum, wie Autos heute Fahrer und Mitfahrer verwöhnen? Unzählige kleine Helferlein sorgen für Komfort, Sicherheit und Fahrspass.

Thomas Kuther, Redakteur(thomas.kuther@vogel.de): „Autobauer und deren Zulieferer müssen dafür sorgen, dass der Traum vom betreuten Fahren nicht zum Albtraum wird.“
Thomas Kuther, Redakteur(thomas.kuther@vogel.de): „Autobauer und deren Zulieferer müssen dafür sorgen, dass der Traum vom betreuten Fahren nicht zum Albtraum wird.“

Zu verdanken haben wir diese Wohltaten modernster Elektronik. Dutzende, via Hochleistungsbus untereinander vernetzte Steuergeräte machen heutige Fahrzeuge zu Großrechenzentren, mit Rechenleistungen, von denen zu VW-Käfer-Zeiten nur die Autoren von Zukunftsromanen zu träumen wagten.

Der Traum von betreuten Fahren wird aber schnell zum Albtraum, wenn die Elektronik versagt! Wer möchte schon während einer Notbremsung im Display des Bordcomputers lesen „Diese Funktion steht momentan nicht zur Verfügung, versuchen Sie es später nochmals“?

Zudem kommuniziert unser Computernetzwerk auf Rädern vermehrt mit anderen Systemen: Mit dem Fahrzeugschlüssel tauscht es per Funk ebenso Daten aus wie mit dem Drucksensor im Reifenüberwachungssystem, sein Infotainmentsystem hat sowieso schon Internetzugang und die Car-to-x-Kommunikation wird bald für regen Datenaustausch von Fahrzeugen untereinander und mit Verkehrsinfrastruktursystemen sorgen. Damit wird das Auto ebenso angreifbar für Hacker-Attacken wie PCs, Smartphones & Co.! Mögliche Angriffe wären unter anderem das Lahmlegen des Bussystems über elektromagnetische Störungen, das Auslösen von X-by-Wire-Funktionen mithilfe eingeschleuster Befehle, das Auslesen des OBD-Speichers oder das Erstellen eines Bewegungsprofils aus den im Navigationssystem gespeicherten GPS-Daten.

Dies zu verhindern ist eine große Herausforderung für die Autobauer und deren Zulieferer. Hohe Sicherheitsstandards wie ISO 26262 für die funktionale Sicherheit sind schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung. Ebenso wichtig ist aber auch ein Höchstmaß an elektromagnetischer Verträglichkeit – und vor allem eine sichere Verschlüsselung aller Daten, die intern oder auch mit externen Systemen ausgetauscht werden.

Lesen Sie dazu auch unseren Gastkommentar „Vernetzte Autos bieten enorme Chancen für Fahrer und Hacker“ von Kurt Sievers, NXP

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