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Bestechungsvorwürfe: Ericsson zahlt Milliardenstrafe

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Der Telekommunikationskonzern Ericsson soll jahrelang Regierungsbeamte bestochen und Bilanzen gefälscht haben, um an Aufträge zu gelangen. Nun haben sich die Schweden mit dem US-Justizministerium auf eine Ausgleichszahlung in Höhe von 1 Mrd. US-$ verständigt.

Um ein gegen den Telekommunikationskonzern laufendes Korruptionsverfahren zu beenden hat Ericsson eingewilligt, eine Strafe in Höhe von 1 Milliarde US-$ an das US Department of Justice zu zahlen.
Um ein gegen den Telekommunikationskonzern laufendes Korruptionsverfahren zu beenden hat Ericsson eingewilligt, eine Strafe in Höhe von 1 Milliarde US-$ an das US Department of Justice zu zahlen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Es ist einer der größten Korruptionsskandale der Elektronikbranche in den letzten Jahren: Zwischen 2000 und 2016 soll Ericsson in zahlreichen Ländern Regierungsbeamte bestochen haben. Um diese illegalen Zahlungen zu verschleiern, hätten die Schweden zudem ihre Bilanzen gefälscht und gegenüber Behörden falsche Angaben gemacht.

Das amerikanische Justizministerium startete daher unter Berufung auf den „Foreign Corrupt Practices Act“ ein Korruptionsverfahren gegen den Elektronikkonzern. Unter diesem Artikel können in den USA ausländische Unternehmen wegen Korruption belangt werden, wenn ihre Aktien an US-Börsen gehandelt werden oder die Straftaten das Territorium oder das Finanzsystem der USA betreffen.

Darüber hinaus reichte die amerikanische Börsenaufsichtsbehörde SEC eine weitere Klage wegen einer Reihe von Bestechungen ein, die Ericsson zwischen den Jahren 2011 und 2017 durchgeführt haben soll. Die ägyptische Filiale des Unternehmens hatte sich bereits im September diesen Jahres für schuldig bekannt.

Vorwürfe betreffen Asien, den mittleren Osten und Afrika

Jetzt haben sich die Schweden amerikanischen den Klägern auf eine Ausgleichszahlung in Höhe von etwa 1 Milliarde US-$ verständigt, um das Verfahren zu beenden. Der Vergleich bezieht sich auf Korruptionsvorwürfe in fünf Ländern: China, Dschibuti, Indonesien, Kuweit und Vietnam.

„Diverse Mitarbeiter in bestimmten Regionen, darunter einige Führungskräfte in diesen Märkten, haben böswillig gehandelt und vorsätzlich keine ausreichenden Kontrollen durchgeführt,“ räumte Ericsson-CEO Borje Ekholm angesichts der bekannt gewordenen Vorwürfe ein. „Ich betrachte das, was passiert ist, als ein völlig inakzeptables und enorm verstörendes Kapitel unserer Firmengeschichte“.

Der Vergleich sieht vor, dass Ericsson 520 Millionen Dollar an das Justizministerium und 540 Millionen Dollar an die US-Börsenaufsicht zahlt.

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