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Bessere Luft ohne Mobilfunkgebühren

| Redakteur: Michael Eckstein

Luftqualitätsmessungen: Zentral erfasste und öffentlich verfügbare Daten lassen sich beispielsweise für die Echtzeitoptimierung des Straßenverkehrs in Städten nutzen. Erfolgt die Übertragung über ein LPWAN wie Sigfox 0G, fallen keine Mobilfunkgebühren an.

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Durchatmen: Die Übertragung der Luftqualitätsmessdaten erfolgt in San Franzisko über ein Sigfox-0G-Netz.
Durchatmen: Die Übertragung der Luftqualitätsmessdaten erfolgt in San Franzisko über ein Sigfox-0G-Netz.
(Bild: Konstantin Sutyagin)

Während der Corona-Krise wurde durch weltweite, unterschiedliche strenge Lock-down-Maßnahmen das öffentliche Leben in vielen Ländern weitreichend eingeschränkt. Mit der Folge, dass weniger Fahr- und Flugzeuge unterwegs waren – und zum Teil noch sind. Das hat sich massiv auf die Luftqualität in Städten ausgewirkt – wie exemplarisch eine mehrwöchige Messung in San Franzisko, USA belegt.

Dazu wurden über die letzten Monate stadtweit an mehreren Stationen gemessene Luftqualitätswerte digitalisiert und über ein Sigfox-0G-LPWAN-Netz an eine zentrale Cloud-Applikation gesendet. Insgesamt 25 Elos-Outdoor-Luftqualitätsmessstationen des Herstellers eLichens wurden in Zusammenarbeit mit dem Klimaanlagenhersteller Daikin über das gesamte Stadtgebiet von San Franzisko verteilt installiert.

Analyse der Luftqualität im Stadtgebiet als Nebenprodukt

Ihr eigentlicher Zweck ist es, Daikin bei der Feinabstimmung seiner Klimaanlagen für Gebäude zu unterstützen. Hierzu muss Daikin unter anderem die Auswirkungen der Außenluft auf die Innenluftqualität ermitteln. Quasi als Nebenprodukt lässt sich aus den gesammelten Daten die nun vorgestellte, übergreifende Analyse der Luftqualität im Stadtgebiet ableiten.

Diese Analyse zeigt, dass sich die Qualität der Außenluft während des Covid-19-Lockdowns erheblich verbessert hat. So gingen die Stickstoffdioxid-Konzentrationen (NO2) sind um 43% zurück, während die Ozon-Konzentrationen (O3) nur leicht angestiegen sind. Im gleichen Zeitraum wurde ein Rückgang der Feinstaub-Konzentrationen um 19% beobachtet.

Verkehrsfluss auf Basis der Luftqualitätsdaten optimieren

Durch in Echtzeit erfasste und zentral bereitgestellte Luftqualitätsdaten werden Städte und Gemeinden in die Lage versetzt, die Auswirkungen des Straßenverkehrs, der Emissionen und anderer Schadstoffe zu analysieren, um sie zum Beispiel bei der Optimierung der Ampelstrategie zu nutzen.

Nach Ansicht von Sigfox wäre es sinnvoll, derart ermittelte Daten öffentlich verfügbar zu machen – auch in anderen Städten. Dann können beispielsweise Immobilienverwalter und Eigenheimbesitzer diese nutzen und bräuchten etwa keine Außenfühler für ihre Heizungen zu installieren. Selbst Mieter könnten die Messdaten für eine optimierte Regelung ihrer smarten Heizkörperthermostate verwenden.

Übertragung der Daten ohne Mobilfunkgebühren

Die Messung der Luftqualität an öffentlichen Plätzen ist laut Sigfox über das eigene 0G-Netz sehr einfach realisierbar. Beispielsweise können Sensoren in der Stadtmöblierung wie in Werbetafeln, an Bushaltestellen oder an Straßenlaternen verbaut werden. Erfolgt die Datenübertragung über das Sigfox-0G-Netz, müssen weder ein eigenes Netz aufgebaut und gepflegt noch teure Mobilfunktarife für die Datenübertragung bezahlt werden. Laut Anbieter ist in Deutschland die Nutzung des Sigfox-0G-Netzes fast überall möglich: Die Netzabdeckung beträgt demnach in der Fläche fast 88% und erreicht rund 85% der Bevölkerung.

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