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Besser hören und sehen: Analog Devices übernimmt HDMI-Experten

| Redakteur: Michael Eckstein

Analog Devices stärkt sein Portfolio an Audio- und Video-Lösungen durch die Akquisition des HDMI-Geschäftsbereichs von Invecas.

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Weitreichend: Durch die Übernahme der HDMI-Experten von Invecas baut Analog Devices auch seinen Einfluss im HDMI-Normunggremium aus.
Weitreichend: Durch die Übernahme der HDMI-Experten von Invecas baut Analog Devices auch seinen Einfluss im HDMI-Normunggremium aus.
(Bild: Analog Devices)

Analog Devices (ADI) im Kaufrausch: Nach der milliardenschweren Übernahme von Konkurrent Maxim Integrated kauft der Analog- und Mixed-Signal-Spezialist das HDMI-Geschäft (HDMI: High Definition Multimedia Interface) von Invecas. Damit vervollständigt ADI sein Angebot um weitere Audio- und Video-Schnittstellenlösungen. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen damit in der Lage, sowohl Firmen- als auch Endkundenmärkte besser zu adressieren. Invecas ist ein in Santa Clara, Kalifornien ansässiges Unternehmen, das sich auf eingebettete Software und ASIC-Lösungen auf Systemebene spezialisiert hat. Finanzielle Details der Transaktion hat ADI nicht bekannt gegeben.

„Die HDMI-Technik ist für Videoanwendungen im Geschäfts-, Berufs-, Verbraucher- und Automobilbereich sehr gefragt“, sagte John Hassett, Senior Vice President, Industrial and Consumer bei Analog Devices. Durch die Übernahme sei man nun in der Lage, umfassendere Lösungen für den gesamten Kundenkreis anzubieten – vom Chip über die Zertifizierung bis hin zum Endprodukt.

Aufbau eines breiten HDMI-Portfolios

Mit dem HDMI-Geschäft von Invecas will ADI das eigene Portfolio um Sensortechnik und Lösungen erweitern, mit denen sich „menschliche Interaktionen und Benutzererfahrungen verbessern“ lassen. Im Programm hätte ADI dann eine breite Auswahl an HDMI-Schnittstellenlösungen für Anwendungen wie HDTV, Set-Top-Boxen, A/V-Receiver, Projektoren und andere Displays mit mehreren Eingängen.

Im verschwurbelten Marketing-Sprech heißt es: „Die Erschließung neuer Anwendungen und dynamischer Benutzerschnittstellen wird durch ein breites Portfolio an Techniken ermöglicht, die in Kombination mit dem technischen Know-how des Unternehmens eine bahnbrechende Interaktion von Geräten mit der Welt ermöglichen. Diese Innovationen zielen darauf ab, der gestiegenen Nachfrage nach immersiven Erlebnissen gerecht zu werden.“ Angesichts dieser Worte stellt sich die Frage, ob die Bedeutung von Schnittstellen allgemein unterschätzt wird.

Mehr Mitsprache im HDMI-Normungsgremium

Durch die Akquisition stärkt ADI zudem seine Rolle in der HDMI-Normungsorganisation und kann zukünftige Funktionen der Technik, etwa HDMI 2.1-Featuresets, aktiver mitgestalten. Mit seiner Expertise kann ADI auch helfen, den Stromverbrauch der Technik weiter zu reduzieren. Darüber hinaus will ADI auch ein erweitertes Zertifizierungs- und Compliance-Angebot bereitstellen. Ziel ist es nach eigenen Angaben, Kunden während des gesamten HDMI-Entwicklungszyklus unterstützen zu können – vom Konzept über die Vorab-Compliance und Produktfreigabe.

ADI geht davon aus, dass die Zielmärkte für die HDMI-Technik weiterwachsen werden. Mit der Einführung von HDMI 2.1 werden nach Ansicht des Unternehmens Anwendungen wie 8K- und 10K-Video, verbesserter Audiorückkanal, variable Bildwiederholrate und vieles mehr alltäglich werden. Ein breiterer Funktionsumfang soll zudem dafür sorgen, dass sich ein breiteres Kundenspektrum mit der Technik ansprechen lässt.

Auf dem Weg zu HDMI 2.1: Lange HDMI-Tradition

Invecas ist schon lange im Umfeld von HDMI aktiv. Seine Geschichte geht auf Silicon Image zurück, ein 1995 gegründetes Halbleiterunternehmen, in dem die ursprüngliche HDMI-Technik entwickelt wurde. Die Führung dieses Teams wird auch weiterhin eine entscheidende Rolle bei der Kombination der Audio- und Video-Geschäftsbereiche von ADI spielen.

„Auf dem Weg zu HDMI 2.1 und der Einführung zusätzlicher Techniken sind die Anforderungen und der Bedarf für diese Anwendungen so hoch wie nie zuvor“, sagt Laxman Vemury. Der Vice President und General Manager von Invecas ist überzeugt, dass man diese Herausforderungen durch das Zusammenführen beider Teams meistern wird. Er hebt hervor, dass man für zukünftige HDMI-Versionen neben einem erweiterten Funktionsumfang einen besonders niedrigen Stromverbrauch anstrebt.

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