Beschaffung: Was Sie über Obsoleszenz wissen sollten

| Redakteur: Margit Kuther

Component Obsolescence Group: Infos rund um Obsoleszenz auf der electronica 2018
Component Obsolescence Group: Infos rund um Obsoleszenz auf der electronica 2018 (Bild: COG Deutschland)

Rund 140.000 elektronische Bauelemente wurden allein 2017 abgekündigt. Ein Dilemma für Viele. Informationen rund um das Thema Obsoleszenz bieten zwölf Vorträge und 18 Infostände, initiiert von der Component Obsolescence Group, am 13. 11. auf der electronica 2018.

Die aktuellen Lieferengpässe vor allem bei passiven und elektromechanischen Bauelementen offenbaren die Risiken der vermeintlich sicheren Versorgungskette. Unternehmen, die nicht sorgsam lange voraus geplant haben, dürften zumindest bei größeren Bedarfen wohl auf lange Zeit hinaus mit massiven Beschaffungsproblemen zu kämpfen haben.

Experten der Component Obsolescence Group (COG) Deutschland warnen schon seit Jahren vor einer massiven Zunahme Obsolescence-bedingter Risiken und deren finanziellen Auswirkungen auf die betroffenen Unternehmen: Kürzere Innovationszyklen und strenge gesetzliche Auflagen wie die EU-Chemikalienverordnung REACH lassen die Zahl der abgekündigten elektronischen Komponenten seit Jahren steil nach oben schnellen.

Obsoleszenz betrifft auch Leiterplattenmaterial und Software-Tools

Allein 2017 wurden rund 140.000 elektronische Bauelemente abgekündigt, Tendenz weiter steigend. Erschwerend kommt hinzu, dass nicht nur elektronische Bauteile und Systeme, sondern auch Leiterplattenmaterialien, Hilfsstoffe, Software-Tools, etc. zunehmend von Obsolescence betroffen sind. Dies hat zur Folge, dass bei langlebigen Geräten und Anlagen inzwischen bis zu 50% der über den gesamten Produktlebenszyklus anfallenden Gesamtbetriebskosten durch obsolete Hard- und Software verursacht werden.

Vor allem Hersteller langlebiger Wirtschaftsgüter sind deshalb gut beraten, ihre angestammten Strategien hinsichtlich der Versorgungssicherheit eventuell neu zu überdenken. Wie man sich vor den oft unkalkulierbaren Folgen von Obsolescence schützt, erläutern Experten der Component Obsolescence Group (COG) Deutschland e.V. interessierten Einkäufern, Entwicklern, Projektleitern und Obsolescence-Managern am Dienstag, den 13. November im Rahmen des auf der electronica 2018 in München stattfindenden 4. Obsolescence Day.

Im Mittelpunkt des in dieser Form europaweit einzigartigen Aktionstages steht das von der COG in Kooperation mit der Messe München veranstaltete Obsolescence-Management Forum in Halle C2/209. Von 12.00 bis 16.20 Uhr erläutern hochkarätige praxiserfahrene Experten aus der Wirtschaft in zwölf Vorträgen unterschiedlichste Aspekte rund um das Thema Obsolescence und stellen entsprechende Problemlösungen vor.

So können Zuhörer im Einführungsvortrag des COG-Vorstandvorsitzenden Dr. Wolfgang Heinbach unter anderem erfahren, wie sich mit dem von der COG entwickelten frei verfügbaren XML- basierten smartPCN-3.0-Standard bzw. dem daraus abgeleiteten VDMA-Einheitsblatt 24903 künftig der Aufwand im Umgang mit Product Change Notifications (PCNs) drastisch reduzieren lässt. Das komplette Forumsprogramm steht über folgenden Link zum Download bereit:

Obsoleszenz: Expertentipps aus erster Hand

Von Obsoleszenz betroffene Unternehmen und Personen können sich während des 4. Obsolescence Day an den Ständen von 18 COG-Mitgliedsfirmen aus erster Hand über unterschiedlichste pro- und reaktive Obsolescence-Strategien informieren.

Astute (C5-235): Services zu Obsoleszenz-Management

Astute bietet seinen Kunden als international agierender Händler und Franchise-Distributor unterschiedlichste Services rund um das Thema Obsolescence-Management. Das Unternehmen setzt dabei auf die intensive persönliche Kommunikation mit den Kunden. Ein weltweites Partner-Netzwerk ermöglicht es, Bauteile bei Bedarf innerhalb kürzester Zeit zur Verfügung zu stellen. Zusätzlich stehen nach AS6081 zertifizierte Labore zur Echtheitsprüfung sowie Lagermöglichkeiten in modernen Stickstoff-Schränken zur Verfügung.

BMK (A1-348): Zuverlässige Aussagen zu Umwelt, Obsolescence, Lifecycle

BMK ist ein Elektronikunternehmen mit optimiertem Wertschöpfungsprozess und kundenindividuellem Service. Mit einer umfassenden Technologiekompetenz in der Entwicklung und Fertigung von elektronischen Baugruppen und Geräten, einem leistungsfähigen Einkauf und marktgerechten Logistikkonzepten berücksichtigt BMK die spezifischen Anforderungen bei der Optimierung der Supply-Chain. Um Kunden noch besser hinsichtlich der gestiegenen Marktanforderungen zu unterstützen, setzt BMK verschiedene Datenbanken ein und verknüpft diese, um zuverlässige Aussagen zu den relevanten Themen Umwelt, Obsolescence und Lifecycle als auch zur europäischen Regulierung von Konfliktmineralien zu treffen.

Cicor (A1-416): Lebenszyklus-Kostenanalyse vermeidet Obsoleszenz-Kosten

Bei Cicor ist ausschlaggebend, dass Obsolescence-Management als integraler Bestandteil aller Konstruktions-, Entwicklungs-, Produktions- und Serviceleistungen gehandhabt wird, um so Kosten und nachteilige Auswirkungen während des gesamten Produktlebenszyklus zu minimieren. Eine gründliche Lebenszyklus-Kostenanalyse hilft Anwendern, langfristig hohe indirekte Kosten zu vermeiden. Zudem erhalten Kunden eine lückenlose Rückverfolgbarkeit über den gesamten Produktlebenszyklus.

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