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Mutmacher Beim EMS-Dienstleister BEYERS ist die Krise Einstellungssache

| Autor / Redakteur: Julia Thomaßen * / Gerd Kucera

Statt Kurzarbeit auszurufen hat der Elektronik-Dienstleister in Mönchengladbach einen neuen Vertriebsmitarbeiter im Außendienst eingestellt. Das ist ungewöhnlich und klug zugleich.

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Sie nutzen die Krise als Chance: Timo Dreyer (Geschäftsführung) und Julia Thomaßen (Sales & Marketing) haben klare Ziele für das Jahr 2025.
Sie nutzen die Krise als Chance: Timo Dreyer (Geschäftsführung) und Julia Thomaßen (Sales & Marketing) haben klare Ziele für das Jahr 2025.
(Bild: BEYERS)

Im ersten Gedanken sehr ungewöhnlich, wenn man bedenkt, wie viele Unternehmen aufgrund der aktuellen Lage in Kurzarbeit sind. „Wir haben einen neuen Vertriebsmitarbeiter im Außendienst eingestellt“, äußert sich Timo Dreyer, Geschäftsführer bei BEYERS, in Zeiten von Corona, „Krise ist Einstellungssache.“ Auch wir sind seit einigen Monaten von der Coronakrise betroffen. Wir sind der Überzeugung, dass ein starkes „Wir“ zählt und die Voraussetzung dafür ist, Herausforderungen gemeinsam zu lösen.

Nachdem die Krise ausbrach, haben wir zu Beginn verschiedene Maßnahmen für das Unternehmen als auch für unsere Mitarbeiter getroffen. Es gibt beispielsweise regelmäßige Corona-Updates von der Geschäftsführung, die alle Mitarbeiter über die aktuelle Lage und den sicheren Umgang mit dem Virus informiert. Von der Beachtung der allgemeinen Hygiene-Vorschriften bis hin zu Vermeidung der gemeinsamen Kantine in den Kernpausenzeiten - jeder Mitarbeiter kennt den aktuellen Stand und weiß, wie man sich in dieser momentanen Zeit zu verhalten hat.

Um das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten, finden wichtige Meetings nur noch mit maximal sechs Personen statt. Daraus folgen dann viel intensivere und detailreichere Absprachen mit geringerer Personenanzahl. Auch an uns geht der geringe Auftragseingang nicht spurlos vorbei. Um dem entgegenzuwirken, haben wir solidarisch an den Brückentagen den Betrieb vollständig heruntergefahren. Durch Überstunden- und Urlaubsabbau versuchen wir, den Zeitpunkt der Kurzarbeit ganz zu vermeiden oder so weit wie möglich nach hinten zu schieben.

Fast 50% der EMS-Unternehmen in Deutschland sind oder waren laut einer Studie bereits in Kurzarbeit. Deshalb werden die meisten Dienstleister auch derzeit keine neuen Mitarbeiter einstellen. Wir sind jedoch der Überzeugung, dass es jetzt besonders wichtig ist, die Weichen für die Zukunft zu stellen und haben deshalb einen neuen technischen Vertriebsmitarbeiter im Außendienst eingestellt, um bald weiter Fahrt aufnehmen zu können. Die ersten Außendiensttermine werden langsam wieder angesteuert – natürlich auf Abstand.

Gerade in dieser schwierigen Zeit wollen wir zeigen, dass wir weiterhin positiv in die Zukunft blicken und gemeinsam stark sind. Deshalb ist es uns wichtig, unseren Partner, Joel Mesch, Elektro-Kart Fahrer aus Erkelenz, in der Rennsaison 2020 in dieser Zeit auch weiterhin zu unterstützen. „BEYERS entwickelt sich als EMS-Dienstleister im Elektronikmarkt weiter, da passt es perfekt, Joel Mesch als DEKM-Fahrer ebenso weiterhin zu unterstützen, damit er sich auch weiterentwickeln kann“, so Dreyer.

Auch beim Thema Digitalisierung haben wir uns nicht ausbremsen lassen. Klar hat sich die Corona-Pandemie auch auf die Projektarbeit ausgewirkt. Etwa bei einem Projekt zur Digitalisierung von Prozessen im kaufmännischen und technischen Bereich. Es beinhaltet drei zu digitalisierende Prozesse, zehn betroffene Abteilungen und eine intensive Zusammenarbeit mit drei externen Dienstleistern.

Kurz vor dem ersten geplanten Projektworkshop mit einem der externen Dienstleister kam die Entscheidung, keine persönlichen Termine mehr zu machen und nur noch mit maximal sechs Personen in einem Raum zu sein. Außerdem waren Kollegen im Projekt teilweise im Homeoffice und mit verlagerter Arbeitszeit. Wir hatten deshalb mehr Termine mit weniger Teilnehmern und komplexere Abstimmungsprozesse ohne persönlichen Kontakt zu den externen Dienstleistern. Die Meetings fanden dann per Videokonferenz oder Telefon statt, die Abstimmungen mit den betroffenen Abteilungen in kleineren Einzelterminen.

„Wir mussten unsere Arbeitsweise verändern,“ berichtet Dr. Jan Renker, Manager Strategie und Innovation bei BEYERS, „wir haben Änderungen früher implementiert und auf Basis aktiv eingeforderter Feedbacks die eingeführten Prozesse optimiert. Das Digitalisierungsprojekt wurde erfolgreich abgeschlossen, ist im Budget und mit minimaler Zeitverzögerung gegenüber dem Projektplan.“

Diesen Beitrag lesen Sie auch in der Fachzeitschrift ELEKTRONIKPRAXIS Ausgabe 15/2020 (Download PDF)

Wir werden weitere Lernkurven bei BEYERS durchlaufen und dadurch noch enger zusammenwachsen, mit Kollegen aber auch mit unseren Geschäftspartnern und die Krise als Chance nutzen. Krise ist halt Einstellungssache.

* Julia Thomaßen ist verantwortlich für Marketing & Sales beim EMS-Dienstleiter BEYERS, Mönchengladbach.

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