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Langfristig angelegtes Sanierungsprogramm Bei HP müssen 27.000 Mitarbeiter gehen

Redakteur: Stefan Liebing

Der IT-Konzern HP hat gestern ein langfristiges Restrukturierungsprogramm angekündigt: Etwa 27.000 Mitarbeiter werden bis Ende des Fiskaljahres 2014 ihren Job verlieren. Durch den harten Einschnitt will das HP-Management zwischen 3,0 und 3,5 Milliarden Dollar pro Jahr einsparen.

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Schon vor einer Woche war von der Finanznachrichtenagentur Bloomberg und dem Blog "All Things Digital" des Wall Street Journal über eine große HP-Kündigungswelle spekuliert worden - jetzt herscht traurige Gewissheit. HP reagiert auf die anhaltende Schwäche des Geschäfts mit dem Abbau von Arbeitsplätzen. Etwa 27.000 Mitarbeiter müssen das Unternehmen bis zum Ende des Fiskaljahres 2014 verlassen. Die Zahl entspricht acht Prozent der weltweiten Belegschaft.

Der harte Einschnitt beim Personal ist Teil eines mehrjährigen Sanierungsprogramms, das HP-Chefin Meg Whitman gestern ankündigte. Davon verspricht sich der Konzern jährliche Einsparungen in Höhe von 3,0 bis 3,5 Milliarden Dollar. Das Geld soll unter anderem in Forschung und Entwicklung reinvestiert werden. Langfristiges Ziel des Programms ist es nach Whitmans Worten, die Effizienz des Unternehmens zu steigern, den Kundenservice zu verbessern und die Innovationskraft zu erhöhen.

HP verbuchte im zweiten Geschäftsquartal von Februar bis April einen Umsatzrückgang um drei Prozent auf 30,7 Milliarden Dollar. Der Gewinn brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 31 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar ein. Im Quartal zuvor war der Umsatz noch deutlicher zurückgegangen.

Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern

Im Zuge des Personalabbaus bietet HP älteren Mitarbeitern ein Vorruhestandsprogramm an. Wie der Konzern die Pläne im Einzelnen umsetzt, wird sich den Angaben zufolge von Land zu Land unterscheiden. Über die Entlassungen werde das Unternehmen vor Ort mit Betriebsräten und Arbeitnehmervertretern verhandeln.

Zusätzliche Einsparungen erwartet das HP-Management durch Verbesserungen der Lieferkette, durch Straffung des Produktsortiments und der Technologieplattformen, durch Vereinfachung der Vermarktungsstrategie und durch eine Verbesserung der Geschäftsprozesse.

„Diese Initiativen setzen unsere aktuelle organisatorische Neuausrichtung fort und werden die Abläufe weiter rationalisieren, die Prozesse verbessern und Komplexität aus unserem Geschäft nehmen“, erläuterte HP-Chefin Whitman. „Auch wenn einige Maßnahmen schwierig sind, weil sie den Verlust von Arbeitsplätzen bedeuten, sind sie doch notwendig, um die Umsetzung im Tagesgeschäft zu verbessern und die langfristige Gesundung des Unternehmens einzuleiten.“ (Quelle: IT-BUSINESS / Michael Hase)

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