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Bei der Mensch-Maschine-Schnittstelle ist eine einfache Bedienung wichtig

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Maschinen vereinfachen unseren Alltag in vielerlei Hinsicht. Damit das auch reibungslos klappt und die Maschinen nicht so kompliziert sind, dass sie uns vor unüberwindbare Hürden stellen, muss die Mensch-Maschinen-Schnittstelle so einfach wie möglich gehalten sein.

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Einfach bedient: Damit komplizierte Maschinen- und Anlagensteuerungen nicht unnötig kompliziert zu bedienen sind, müssen einige Designpunkte berücksichtigt werden.
Einfach bedient: Damit komplizierte Maschinen- und Anlagensteuerungen nicht unnötig kompliziert zu bedienen sind, müssen einige Designpunkte berücksichtigt werden.
(Bild: Schurter)

Das Smartphone ist ein hochkomplexes Produkt mit ganz unterschiedlichen Funktionen, die fast jeden und aus jeder Altersklassen eigentlich überfordern müssten. Dennoch: Jung und Alt haben sich innerhalb kürzester Zeit an die Geräte gewöhnt.

Wie ist das möglich? Den Herstellern gelang es, die Bedienung so zu gestalten, dass eine Anleitung praktisch obsolet wurde. Die Bedienung erfolgt intuitiv. Und wo keine Klarheit herrscht, kommuniziert die Maschine mit ihrem Benutzer in einer leicht verständlichen Weise. Das kann sowohl akustisch oder via Display erfolgen.

Ein Smartphone kann man als Mensch-Maschinen-System bezeichnen. Darunter versteht man Systeme, in welchen ein wechselseitiger Informationsaustausch zwischen Mensch und Maschine stattfindet. Hierbei verfolgt der Mensch stets ein bestimmtes Ziel. Es handelt sich also um eine Form der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine.

Die unterschiedlichen Formen der Kommunikation

Auf der Seite Mensch kommen als Eingabesysteme verschiedenste Techniken zum Einsatz. Ein Beispiel ist die Spracheingabe. Sie kommt der menschlichen Kommunikation auch am nächsten und wird sich künftig zweifellos durchsetzen. Bekannter und vor allem noch zuverlässiger sind aber andere Möglichkeiten der Eingabe. Hier sei die Tastatur genannt. Sie wurde im Laufe der Zeit aufgrund der Entwicklung grafischer Benutzeroberflächen um die Maus erweitert.

Ergänzend zur Maus, insbesondere für mobile Anwendungen, kamen Touchpads und Apples Trackpad auf. Auf einer berührungsempfindlichen Fläche wurde grundsätzlich die Funktionalität einer Maus substituiert. Neben bekannten Funktionen wie beispielsweise das Scrollen kam die sogenannte Gestensteuerung: Wischen, Zoomen und Rotieren. Die aktuelle Evolutionsstufe ist der Touchscreen. Dieser bietet prinzipiell nicht viel mehr Funktionalität als Maus und Tastatur. Doch er vereinfacht die Bedienung vieler Anwendungen immens.

Der Finger ersetzt hier den Cursor. Man kann nun direkt antippen, welche Aktion man ausgeführt haben möchte. Ein Umweg übers Trackpad entfällt. Die Steuerung erfolgt unmittelbar. Nachteilig wirkt sich die unvermeidliche Verschmutzung der Display-Oberfläche durch die stetigen Berührungen aus. Die Maschine kommuniziert anders. Üblicherweise gibt sie Feedback in akustischer Form oder via Display. Sie quittiert mehr die Eingabe oder liefert Auswahlmöglichkeiten für eine weitere, tiefergehende Eingabe durch den Menschen.

Die verschiedenen Anforderungen an eine Schnittstelle

Diese Kommunikation erfolgt über eine Mensch-Maschinen-Schnittstelle. Sie stellt das Bindeglied dar. Zwischen den beiden Systempartnern findet ein Dialog statt, welcher eine (Inter-) Aktion bewirkt. Die Schnittstelle ist somit für die Übersetzung und Vermittlung der Information zwischen den beiden gekoppelten Systemen Mensch und Maschine zuständig. Diese Mensch-Maschinen-Schnittstelle muss an die Fähigkeiten, Ansprüche und Eigenschaften der Nutzer und die zu erledigenden Aufgaben angepasst sein. Zu nennen wären hier prioritär die folgenden Punkte:

  • Intuitive Bedienbarkeit durch wenige, klar erkennbare Eingabemöglichkeiten,
  • eindeutiges Feedback der Schnittstelle, dass Eingabe korrekt erkannt wurde
  • logische, dem menschlichen Denken nachempfundene Menüstruktur und
  • Informationsdarstellung muss der menschlichen Aufnahmefähigkeit entsprechen.

Wurden die genannten Punkte allesamt berücksichtigt, so kann man bei der Schnittstelle von einer benutzerfreundlichen Gestaltung mit einer hohen Usability sprechen. In der praktischen Anwendung zählen für den Maschinen und im Besonderen den Geräteentwickler natürlich noch ganz andere Punkte. Er verlangt beispielsweise nach folgenden Eigenschaften für die Schnittstelle:

  • Schneller Design-In Prozess,
  • Eingabe- und Anzeigesystem in einem auf kleinstem Raum,
  • Standardisierte Schnittstelle,
  • Geringe Kosten und Eignung für Serienproduktion sowie
  • Kundenspezifische Anpassungen im Design, der Technik und der Produktion.

Erfolgreich sind Geräte dann, wenn sie von den Benutzern angenommen werden. Exemplarisch hierfür soll an dieser Stelle nochmals das eingangs erwähnte Smartphone stehen. Trotz hoher Komplexität des Gerätes wurde es dank intuitiver Bedienbarkeit innerhalb kürzester Zeit zum Standard. Daran sollte man sich orientieren. Denn die Bedienbarkeit macht den Unterschied.

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