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Wirtschaft Behörden und Politik bremsen deutsche Unternehmen aus

| Redakteur: Margit Kuther

Deutschlands Exportstärke ist ungebrochen. Und Made in Germany könnte die Wirtschaft noch mehr beflügeln, wären da nicht die Innovationshürden Politik, Behörden und der demografische Wandel.

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Containerhafen: Deutsche Unternehmen und Made in Germany sind Innovationstreiber
Containerhafen: Deutsche Unternehmen und Made in Germany sind Innovationstreiber
(Bild: ÚRS_pixelio.de)

Compamedia hat zu diesem Thema besonders erfolgreiche Ideenschmieden in seiner „Top 100“-Umfrage befragt. Welche Innovationshürden, welche Innovationstreiber sehen sie?

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Behörden als Innovationsbremse

93% der befragten Mittelständler bezeichnen behördliche Genehmigungsverfahren als Innovationshürde. Davon fühlen sich 43,9% „stark“ und 49,1% „eher“ durch die Bürokratie bei der Entwicklung und Einführung Prouktneuheiten behindert. So urteilen die Entscheider von Deutschlands „innovativsten mittelständischen Unternehmen“, den „Top 100“ der vergangenen drei Jahre. Die Politik schneidet in ihrem Urteil leicht besser, aber immer noch schlecht ab: 71,9% der Unternehmer betrachten die politischen Rahmenbedingungen als Innovationshürde (12,3% „stark“, 59,6% „eher“).

Demografische Entwicklung als Innovationshürde

Als weitere Innovationshürden nennen die Befragten die demografische Entwicklung (84,2 %) und den daraus resultierenden Fachkräftemangel (63,1%). Auf der Habenseite stehen als Innovationstreiber die Kommunikationsinfrastruktur (70,1%) und die Verkehrsinfrastruktur (71,9%) in Deutschland.

Was das allgemeine Innovationsklima anbetrifft, fällt die Bewertung gemischt aus. Auf die Frage, inwieweit eine allgemeine Technologieskepsis die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands lähmt, bekunden 29,9%, sie sähen keine Technologieskepsis beziehungsweise Behinderung, während ebenfalls 29,9% von einer „starken“ oder „sehr starken“ Einschränkung sprechen. 40,4% gehen davon aus, dass die Leistungsfähigkeit „etwas“ unter der Technologieskepsis leidet.

Überraschend positiv beurteilen die Befragten die Rolle der oft gescholtenen Medien: 79% halten sie für „sehr“ oder „eher“ aufgeschlossen gegenüber Innovationen, billigen ihnen also einen positiven Einfluss auf das Innovationsklima zu.

Die befragten „Top 100“-Unternehmen selbst haben durch die Bank sehr positive Erfahrungen bei der Einführung und Vermarktung ihrer Innovationen gesammelt. Woran das liegt? Zum einen an der als sehr gut befundenen Qualität der Produkte und Dienstleistungen (84,2%), zum anderen an dem Innovationsmarketing: 63,2% der Unternehmen bekunden, sich mit dem strategischen Aufbau ihrer Marke einen Vertrauensvorschuss erarbeitet zu haben. 59,6% haben zudem interdisziplinäre Projektteams etabliert, die die Chancen und Risiken von Innovationen aus allen Blickwinkeln beleuchten. Nur ganze 35,1% geben an, intensive PR zu betreiben.

Durch cleveres Innovationsmanagement Hürden meistern

„Die Ergebnisse zeigen zweierlei: Deutsche Unternehmen haben es nicht leicht, in dem starren behördlichen und politischen Korsett Innovationen zu entwickeln. Gleichzeitig sorgen sie sich um die Verfügbarkeit von Fachkräften. Aber gerade unseren ‚Top 100’-Unternehmen gelingt es durch cleveres Innovationsmanagement und vorausschauendes Innovationsmarketing hervorragend, den Widrigkeiten zu trotzen und ihre Innovationen zum Erfolg zu führen“, kommentiert „Top 100“-Initiator und compamedia-Gründer Joachim Schuble die Umfrage.

Details zur „Top 100“-Umfrage

Compamedia befragte im August Geschäftsführungs- und Vorstandsmitglieder von 246 mittelständischen Unternehmen, die in den vergangenen drei Jahren für ihre Innovationskraft mit dem „Top 100“-Award ausgezeichnet worden sind. 57 Unternehmen beteiligten sich an der Top-100-Umfrage.

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