Projektmanagement

Bedürfnisse als Quelle von Erfolg und Misserfolg

| Autor / Redakteur: Peter Siwon / David Franz

Bedürfnisse mobilisieren in uns Dr. Jekyll oder Mr. Hyde
Bedürfnisse mobilisieren in uns Dr. Jekyll oder Mr. Hyde (Bild: foto art Elisabeth Wiesner)

Peter Siwon, ELEKTRONIKPRAXIS-Kolumnist und Experte für systemisches Projektmanagement, über die Macht der Bedürfnisse.

Ob ein Projekt erfolgreich startet, hängt davon ab, ob die Beteiligten eine Chance sehen, dass im Projektverlauf ihre Bedürfnisse befriedigt werden. Der Projekterfolg ist bedroht, wenn sich diese Hoffnung im Laufe des Projekts als Illusion entpuppt. Es lohnt sich also weiterzulesen, um die Rolle der Bedürfnisse für den Projekterfolg besser kennenzulernen. Das werden Sie allerdings nur tun, wenn ich bei Ihnen durch diese ersten Zeilen ein Bedürfnis ansprechen konnte, beispielsweise das Bedürfnis nach Erkenntnisgewinn.

Was immer wir tun, wir tun es, weil uns ein Bedürfnis treibt. Ohne Bedürfnisse wird in uns keine Energie zum Handeln freigesetzt. Wenn sie bedroht sind, werden oft erstaunliche Kräfte mobilisiert, um die Bedrohung abzuwenden. Ohne Bedürfnisse keine Motivation, keine Freude, keine Euphorie und kein Erfolgserlebnis - aber auch keine Verzweiflung, keine Angst, keine Wut, kein Hass.

Bedürfnisse sind in der Lage, den Dr. Jekyll oder Mr. Hyde in uns zu wecken. Im Prinzip ist die Sache recht simpel: Sobald unser Körper oder unsere Psyche ein Defizit entdeckt, äußert sich dies darin, dass wir ein Bedürfnis verspüren. Wenn der Körper einen Mangel an Flüssigkeit oder Nährstoffen registriert, bekommen wir Durst oder Hunger. Diese Bedürfnisse verändern unsere Wahrnehmung und unser Verhalten.

Bei mir steigt dadurch beispielsweise das Interesse an Biergärten, Metzgereien, Bäckereien oder anderen Flüssigkeits- und Nahrungsquellen. Wenn der Mangel nicht abgestellt wird, werde ich ungeduldig oder, wie wir hier im Süden der Republik sagen, grantig. Wenn es hart auf hart kommt, fürchte ich, vergesse ich meine gute Erziehung, drängle mich vor und schaufle die Beute gierig in mich hinein.

Bedürfnisse haben eine große Macht über uns, sobald sie eine gewisse Stärke erreichen. Im Extremfall lässt uns ein starkes Bedürfnis buchstäblich zum Tier werden.

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