FBDi-Quartalsbericht 1Q2021 Bauteile-Distribution: Fast 50 Prozent Auftragsplus, aber fallende Umsätze in 1Q2021

Redakteur: Margit Kuther

Exorbitante 48,8 Prozent mehr Auftragseingänge im Vergleich zum Vorjahr verbucht die Deutsche Bauelemente-Distribution im ersten Quartal 2021 – bei einem Umsatzminus von 6,1 Prozent. Die Bauteileknappheit verhindere ein noch extremeres Ergebnis, so der Fachverband der Bauelemente-Distribution.

Firmen zum Thema

FBDi-Quartalsbericht 1Q2021: extrem hohe Auftragseingänge im Vergleich zu 1Q2020 von knapp 50 Prozent korrelieren mit einem Umsatzminus von 6,1 Prozent.
FBDi-Quartalsbericht 1Q2021: extrem hohe Auftragseingänge im Vergleich zu 1Q2020 von knapp 50 Prozent korrelieren mit einem Umsatzminus von 6,1 Prozent.
(Bild: FBDi)

„Noch ist der Umsatz im europäischen und deutschen Bauelemente-Distributionsmarkt im Vergleich zum Vor-Corona-Quartal Q1/2020 rückläufig, doch wie bereits im letzten Quartal ging der Auftragseingang in Q1/21 durch die Decke“, so der Fachverband der Bauelemente-Distribution (FBDi).

Bildergalerie

Nach 23 Prozent im Vorquartal gingen die Buchungen der Kunden um 48,8 Prozent nach oben und bescherten mit einem Volumen von 1,24 Mrd. Euro ein neues Allzeithoch. Der Umsatz blieb mit 771 Mio. Euro etwas hinter den Erwartungen (-6,1 Prozent), gebremst von mangelnder Verfügbarkeit von Bauteilen.

Erfreulich: Mit 1,61 zeigte das erste Quartal 2021 die höchste je beim FBDi registrierte Book-to-Bill-Rate. Die Book-to-Bill-Rate ist ein wirtschaftlicher Indikator, der das Verhältnis von Auftragseingängen (book: Auftragsbuch) zu Umsätzen (bill: Rechnung) für einen bestimmten Zeitraum, in diesem Fall ein Quartal, angibt. Positiv ist eine Book-to-Bill-Rate von 1 oder höher, denn dann überwiegen die Auftragseingänge.

Rückgang bei den Halbleitern

Auf Produktebene legten die im Jahr 2020 am stärksten betroffenen passiven Bauelemente deutlich zu, mit 6 Prozent auf 101 Mio. Euro. Halbleiter sahen in einigen Produktbereichen einen überproportionalen Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, was zu einem Gesamtminus von -11 Prozent und einem Umsatz von 501 Mio. Euro führte. Bei der Elektromechanik lag der Umsatz um 2,9 Prozent höher (107 Mio. Euro). Vergleichsweise stark wuchsen die Stromversorgungen (+8,7 Prozent auf 32 Mio. Euro) und die Baugruppen (10,4 Prozent auf knapp 10 Mio. Euro). Displays und Sensoren blieben ebenso wie die Halbleiter im Minus. Damit ergab sich zumindest für das erste Quartal eine leichte Gewichtsverschiebung: Halbleiter stellen „nur“ noch 65 Prozent vom Kuchen, Passive 13 Prozent, Elektromechanik 14 Prozent und Stromversorgungen 4 Prozent.

Weiterhin Lieferschwierigkeiten bei Bauteilen

FBDi-Vorstandsvorsitzender Georg Steinberger: „Die Umsatzentwicklung im Halbleiterbereich ist zwar etwas enttäuschend, aber angesichts eines Auftragszuwachses von rund 50 Prozent auf fast 900 Millionen Euro steht wohl ein ziemlich interessantes Jahr 2021 bevor, geprägt von massiver Knappheit und bereits jetzt absehbaren Preiserhöhungen durch die Hersteller. Bei den anderen Bauteilen wird es nicht viel anders sein.“

Subventionen nicht nur für prestigeträchtige Hightech-Produkte

Im weiteren sieht der FBDi die allgemeine Diskussion über Europas künftige Rolle in der Hightech-Welt mit gemischten Gefühlen. Steinberger: „Wenn Milliarden an Steuergeldern durch die Gegend geworfen werden für eine Aufholjagd mit China, USA oder anderen Ländern, sollte man sich immer fragen, ob das Geld richtig eingesetzt wird. So wünschenswert eine hochsubventionierte 2-nm-Halbleiterfabrik für manche Politiker oder Großunternehmen sein mag, so stellt sich doch die Frage, was der die deutsche und europäische Industrie prägende Mittelstand davon hat. Dieser ist aus arbeitsplatztechnischer Sicht mindestens genauso systemrelevant wie die Automobilindustrie. Dreistellige Milliardenbeträge müssen sich auch amortisieren, aber wo sind die massentauglichen Anwendungen dafür in Europa?“

Die Mitgliedsunternehmen des FBDi (Stand Januar 2021)

Mitglieder: Acal BFi Germany; AL-Elektronik Distribution; Arrow Europe; Avnet EMG EMEA; Beck Elektronische Bauelemente; Blume Elektronik Distribution; Bürklin Elektronik; CODICO; Conrad Electronic; Distrelec; Ecomal Europe; Endrich Bauelemente; EVE; Future Electronics Deutschland; Glyn; Gudeco Elektronik; Haug Components Holding; Hy-Line Holding; JIT electronic; Kruse Electronic Components; MB Electronic; MEDI Kabel; Memphis Electronic; Menges Electronic; MEV Elektronik Service; mewa electronic; Mouser Electronics; Neumüller Elektronik; pk components; Püplichhuisen; RS Components; Rutronik Elektronische Bauelemente; Ryosan Europe; Schukat electronic; TTI Europe.

Fördermitglieder: TDK Europe, Recom.

(ID:47402367)