Track & Trace Fingerprint Bauteil-Rückverfolgung per Fingerabdruck

Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Für die Produktions- und Prozessoptimierung in der Fertigung sind Traceability-Lösungen eine wichtige Voraussetzung. Das Fraunhofer-Institut IPM hat nun ein Fingerprint-System zur Rückverfolgung von Bauteilen entwickelt.

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Das Fraunhofer IPM hat mit Track & Trace Fingerprint ein markerfreies System zur Rückverfolgung von Massenbauteilen entwickelt.
Das Fraunhofer IPM hat mit Track & Trace Fingerprint ein markerfreies System zur Rückverfolgung von Massenbauteilen entwickelt.
(Bild: Holger Kock/Fraunhofer IPM)

In Zeiten hoch vernetzter Produktionsabläufe und globaler Zulieferketten ist es für die Industrie eine Herausforderung, einzelne Komponenten komplexer Produkte im Nachhinein zurückzuverfolgen. Bei hochpreisigen Komponenten werden RFID-Etiketten, DataMatrix-Codes oder auch chemische Marker zur Identifizierung eingesetzt.

Eine lückenlose Rückverfolgbarkeit von Bauteilen und Produktionshistorien ist jedoch auch in der Massenproduktion sinnvoll, denn einmal verbaut können auch die kleinsten und auf den ersten Blick unscheinbarsten Teile die Qualität eines komplexen und teuren Endprodukts beeinträchtigen.

„Insbesondere für kleine, preissensitive Elemente wie beispielsweise elektrische Steckverbinder oder Zündkerzen sind daher praktikable und zugleich kostengünstige Track & Trace-Lösungen gefragt. Etiketten oder spezielle Markierungen erweisen sich hierbei jedoch oftmals als zu teuer oder technisch nicht realisierbar“, erklärt Dr. Alexander Förste, Projektleiter Track & Trace Fingerprint am Fraunhofer IPM.

„Um dieser Problematik zu begegnen, haben wir mit Track & Trace Fingerprint ein effizientes System zur Rückverfolgung von Massenbauteilen entwickelt, das die individuelle Wiedererkennung und Authentifizierung einzelner Komponenten ermöglicht.“

Auch Massenbauteile sind Unikate

Die neue Fraunhofer-Technologie nutzt die individuell ausgeprägte Mikrostruktur der Oberflächen von Bauteilen und Halbzeugen. Zunächst wird ein ausgewählter Bereich des Bauteils mit all seinen spezifischen Strukturen und deren Position mit einer Industrie-Kamera hochaufgelöst aufgenommen. Aus dem Bild wird eine charakteristische Bitfolge – der Fingerprint – errechnet und einer individuellen ID zugeordnet.

Diese Paarung wird in einer Datenbank hinterlegt. Die ID kann dann mit weiteren Informationen wie Mess- oder Herstellungsdaten verknüpft werden. Für eine spätere Identifizierung des Bauteils wird der Vorgang einfach wiederholt – ein Datenabgleich nach der Bildaufnahme liefert zuverlässig und fehlerfrei den entsprechenden Fingerprint-Code und somit weitere individuelle Merkmale des Bauteils.

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