Baugruppentest kompakt: LED-Baugruppen reproduzierbar und vollautomatisch testen

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Der Test von ultrahellen LEDs rückt in den Fokus

Um einheitliche Wellenlängen und Intensitäten gewährleisten zu können, muss während der Fertigung regelmäßig getestet werden. Gerade für kleinere EMS-Dienstleister und Elektronikhersteller war das schwierig. Wurden trotzdem Fehler erkannt, war es für die Kunden schwieriger, mit ihren LED-Herstellern in eine Verhandlung einzutreten. Geringere Abnahmemengen und fehlende Zahlen und Fakten zu Fehllieferungen verschlechterten die Verhandlungsposition. Um eine professionelle Prüfung zu gewährleisten, kann mit dem Spektrometer eine Baugruppe ausgemessen und dann mit dem Kamerasystem in Übereinklang gebracht werden.

Bildergalerie

Die Prüfung erfolgt auf Einzel-LED-Ebene. LED-Leuchten können komplett als Endprodukte und auch in unterschiedlichen Fertigungsständen geprüft werden, inklusive der LED-Streifen mit einer Länge von 1500 mm. Um auch dieser Anforderung gerecht zu werden, wurde das System um das Handling dieser Baugruppen erweitert. Das Besondere dabei ist, dass der Kunde im Nachlaufband eine Markierung der Pass-Baugruppen vornehmen kann.

Ultrahelle und Hochstrom-LEDs untersuchen

In den vergangenen Monaten rückten die ultrahellen LEDs auf die Wunschliste der Kunden. Allerdings ist ihre Prüfung wegen der Helligkeit anspruchsvoll. Lösen lässt sich das über die Integration einer optischen Dämpfung und mit einer zusätzlichen Kamera. Da die Farbeigenschaften der LEDs nicht verändert werden, kann die Einheit entsprechend der zu prüfenden maximalen Helligkeit der LEDs definiert werden. Das Dämpfungsglied ist so ausgelegt, dass auch zukünftige LED-Entwicklungen mit dieser Option geprüft werden können.

Lässt sich der Strom bei Baugruppen nicht beeinflussen, wird der Test ultraheller LEDs schwierig. Der Grund ist, dass Kameras in der Regel die LEDs ohne Filter oder Regulierung der Helligkeit nicht vermessen können. Es sind vor allem die auf der Baugruppe verbauten Netzteile, die verhindern, dass die Helligkeit eingestellt werden kann. Für möglichst stabile Werte und einen definierten Messzeitpunkt besteht die Möglichkeit, die LEDs vorab mit Strom zu versorgen. Dadurch wird das sogenannte vorglühen erzeugt, dass zu maximaler Helligkeit der LEDs führt. Das Temperaturmanagement im Testlauf muss ebenfalls beachtet werden, insbesondere bei LED-Baugruppen mit leistungsstarken LEDs.

Es zeigte sich, dass kleine Elektronikfertiger ebenfalls den Bedarf haben, ihre Prüfung automatisiert und dokumentiert aufzusetzen. Aus diesem Grund wurde ein weiteres Tischsystem entwickelt, welches im zweiten Schritt auch auf größere Baugruppen bis 600 mm x 400 mm ausgerichtet wurde. Aber auch Peripheriesysteme erweiterten das Produktportfolio. 2017 wurde ein sogenannter Hochspannungs-Tester vorgestellt. Der Hochspannungstest erfolgt mit Gleich- sowie Wechselspannung und ist beispielsweise bei LED-bestückten Leiterplatten notwendig, deren Unterseite aus Metall besteht. Bei der Prüfung entsteht ein Ableitstrom, der zwischen den spannungsführenden Bauteilen und der Metallunterseite der Leiterplatte fließt. Sollte dabei kein Überschlag entstehen, kann davon ausgegangen werden, dass es einen Mindestabstand zwischen den spannungsführenden Bauteilen und der Metallunterseite des Prüflings gibt.

Beim HV-Tester erfolgt die Kontaktierung über Nadelkontakte an der Oberseite der Leiterplatte. Mit einer Flächenkontaktierung wird die Leiterplatte an der Unterseite kontaktiert. Der HV-Tester ist in zwei Größen erhältlich. Die Standardausführung testet Boards bis 1000 mm. Optional kann das System auch auf die Longboard-Länge ausgebaut werden. In diesem Fall beträgt die Gesamtmaschinenlänge 2000 mm.

* Ronald Block ist geschäftsführender Gesellschafter bei Schneider & Koch.

(ID:45114074)