Elektromobilität

Batterietestzentrum des TÜV SÜD in Garching eröffnet

| Redakteur: Thomas Kuther

Im Testzentrum in Garching, in dessen Aufbau der TÜV SÜD mehrere Mio. € investierte, werden auf über 1000 m2 mit weit über hundert Prüfplätzen Energiespeicher für die Elektromobilität auf ihre Leistungsfähigkeit und Sicherheit getestet.

Dabei handelt es sich um eine der modernsten Einrichtungen rund um das Thema Energiespeicher für E-Fahrzeuge in Deutschland. Zudem werden von Garching aus weltweit Aktivitäten im Bereich Battery-Testing koordiniert. Der TÜV SÜD unterhält bereits Prüflabore in den USA, Kanada, Asien und Großbritannien.

Meilenstein im Bereich der Elektromobilität

„Die Eröffnung stellt für das Engagement von TÜV SÜD im Bereich der Elektromobilität einen Meilenstein dar“, so TÜV SÜD-Vorstand Horst Schneider bei der Eröffnung. „Mit Garching als Mittelpunkt verwirklichen wir jetzt unser Ziel, Energiespeicher nach weltweit reproduzierbaren Methoden und einheitlichen Abläufen zu testen. Damit nehmen wir unter den Prüfdienstleistern eine international führende Rolle ein.“

Die Energiewende ist nur mit innovativen Speichertechnologien möglich

In Vertretung des kurzfristig verhinderten Umweltministers Dr. Markus Söder unterstrich Prof. Dr.-Ing. Albert Göttle, Abteilungsleiter im Umweltministerium, die Bedeutung des neuen Testzentrums: „Die Energiewende kann nur gelingen, wenn innovative Speichertechnologien entwickelt werden. Der TÜV SÜD mit seinem weltweit größten Labornetz für elektrische Energiespeicher stärkt den Forschungsstandort Bayern.“

Elektromobilität braucht globale Begleitung

Die Fragen zur Akzeptanz der Elektromobilität akkumulieren sich nach Ansicht der TÜV SÜD-Experten in der Batterie. So hält die Batterie immer noch den größten Anteil an dem vergleichsweise hohen Preis der Elektroautos. Die Lithium-Ionen-Technologie gibt den Ausschlag für die Reichweiten der Fahrzeuge – ein weiterer entscheidender Faktor beim Ziel, Elektromobilität schnell auf die Straße zu bringen.

Eines der weltweit größten Labornetze für elektrische Energiespeicher für E-Fahrzeuge

Mit Einrichtungen in den USA, Kanada, China, Singapur und Großbritannien verfügt TÜV SÜD über eines der weltweit größten Labornetze für elektrische Energiespeicher für E-Fahrzeuge, 2012 sollen weitere Laboreinrichtungen in Korea und China folgen. Strategischer Knotenpunkt des internationalen Netzwerks ist das neue Labor in Garching: „Das Thema Elektromobilität ist global und verlangte von Anfang an eine globale Begleitung. Wichtige Entwicklungsimpulse kommen aus Asien, die meisten Batterien werden heute dort gefertigt. Die Batterien wiederum kommen in Fahrzeugen der Hersteller aus aller Welt zum Einsatz“, so Schneider. Prüfung und Zertifizierung nach international einheitlichen Standards und weltweite Reproduzierbarkeit von Testergebnissen seien da unabdingbar. Horst Schneider: „TÜV SÜD erfüllt diese Erfordernisse bereits heute.“

Billigprodukte bei Pedelecs bergen ein enormes Risikopotenzial

Expertise ist nicht nur im Autobereich gefragt, sondern auch bei elektromotorisch unterstützten Fahrrädern. „Während wir im Autobereich einen hochsensiblen Umgang mit dem Thema Batteriesicherheit erleben, gibt es im Bereich der so genannten Pedelecs durchaus besorgniserregende Tendenzen. Durch den am Markt herrschenden Preiskampf ist bereits eine große Anzahl an Billigprodukten von technisch mangelhafter Qualität im Markt. Mit erheblichem Gefährdungspotenzial!“, berichtete Stefan Rentsch, Geschäftsführer der TÜV SÜD Battery Testing GmbH, die das Labor betreibt. Weil Fahrräder etwa in Städten durchaus in Hausfluren abgestellt werden oder Pedelec-Batterien über Nacht in der Wohnung geladen werden, sei das Gefährdungspotenzial für den Einzelnen erheblich. „Hier wollen wir für Verbraucheraufklärung und Verbrauchersicherheit sorgen“, betonte Rentsch.

Intensiven Austausch mit Wissenschaft und Forschung

Ob Autos oder Pedelecs: Beim Thema E-Mobilität setzt TÜV SÜD auf einen intensiven Austausch mit Wissenschaft und Forschung. So war für die Entscheidung, das Batterietestzentrum in Garching zu errichten, die enge Verbindung zur TU München (TUM) und den Fraunhofer-Instituten mit ausschlaggebend. Daniel Quinger, der zusammen mit Stefan Rentsch die Geschäftsführung der TÜV SÜD Battery Testing GmbH bildet, hat mit Kommilitonen quasi aus dem Lehrbetrieb der TUM heraus die Lion Smart GmbH gegründet, den heutigen Joint-Venture-Partner von TÜV SÜD.

TÜV SÜD als international ausgerichteter Dienstleistungskonzern

„Nicht zuletzt ist die Entscheidung für Garching ein Bekenntnis zum Standort Bayern. TÜV SÜD ist längst zum international ausgerichteten Dienstleistungskonzern gewachsen. Basis für dieses Wachstum ist die Stärke in der Region München“, so Horst Schneider. Das neue Batterietestzentrum befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu TÜV SÜD Automotive, zu TÜV SÜD Auto Service und zum TÜV SÜD-Prüflabor für Konsumprodukte, für das in zehn Tagen die Grundsteinlegung erfolgt.

Energieeffizienz in den Labor-Abläufen

Das Batterietestzentrum bringt die Mobilität der Zukunft voran – dabei steht natürlich Umweltschutz in den Abläufen an oberster Stelle. Zwei Beispiele: Die zwangsläufig bei der Batterieprüfung anfallende Abwärme wird eingesetzt, um das Labor umweltfreundlich und energieeffizient zu heizen. Im Winter wird eine so genannte freie Kühlung genutzt, um das Kaltwasser für den Maschinenpark möglichst energieeffizient zur Verfügung zu stellen.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 29839420 / elektromobil)