Nachhaltigkeit: EU-Batterieverordnung Batterien müssen langlebig, reparier- und recyclebar sein

Redakteur: Michael Eckstein

Vom Smartphone bis zum E-Auto: EU-Minister*innen erörtern am 18. März erstmals die EU-Batterieverordnung. Europäische Umweltdachverbände sehen darin eine Chance, die Umweltauswirkungen zu verbessern – wenn sich die Verantwortlichen für langlebige, reparierbare Batterien und ein nachhaltiges Recyclingsystem einsetzen.

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Lösungsansatz: Batterien sind eine Schlüsseltechnologie, aber auch ein wachsendes Problem für die Umwelt und Gesellschaft. Die EU-Batterieverordnung soll eine nachhaltige Nutzung möglich machen.
Lösungsansatz: Batterien sind eine Schlüsseltechnologie, aber auch ein wachsendes Problem für die Umwelt und Gesellschaft. Die EU-Batterieverordnung soll eine nachhaltige Nutzung möglich machen.
(Bild: Adobe Stock)

Am 18. März beraten die Umweltministerinnen und Umweltminister der EU-Mitgliedsstaaten über einen Entwurf für eine EU-Batterieverordnung, den die EU-Kommission vorgelegt hat. Ziel ist es, die rechtlichen Vorgaben zum Themenkomplex Batterien grundlegend auf europäischer Ebene zu überarbeiten. Auf dem Ministertreffen solle sich Bundesumweltministerin Svenja Schulze für ambitionierte Vorgaben zur Verringerung der Umweltauswirkungen von Batterien einsetzen, fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH).

Die EU-Batterieverordnung ist ein Eckpfeiler des europäischen Green Deal. Mit der Verordnung sollen die ökologischen und sozialen Auswirkungen von Batterien in allen Phasen des Batterielebenszyklus verringert werden – von der Ressourcengewinnung bis zur Herstellung, Nutzung und Entsorgung.

„Batterien sind Schlüsseltechnologie für eine klimaneutrale Zukunft“

„Batterien sind eine Schlüsseltechnologie, um fossile Brennstoffe durch erneuerbare Energie zu ersetzen und den Verkehrs- und Energiesektor klimaneutral zu gestalten“, sagt Barbara Metz, Stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin. Das Genwinnen der Rohstoffe für Batterien sei jedoch noch oft mit der Zerstörung von Ökosystemen und sozialer Ausbeutung verbunden.

Batterien müssten daher in Zukunft verantwortungsvoll hergestellt, einfach austauschbar und reparierbar werden sowie möglichst aus Recyclingmaterial bestehen. Zudem sollten ausgediente E-Autobatterien möglichst als stationäre Stromspeicher, etwa für die Photovoltaikanlage auf dem Dach, weiterverwendet werden.

Entwurf enthält wegweisende Neuerungen, aber auch noch Schwachstellen

Nach Einschätzung der DUH weist die von der EU-Kommission vorgelegte EU-Batterieverordnung trotz wegweisender Neuerungen noch große Schwachstellen in Bezug auf die Herstellung, das Ökodesign sowie die Sammlung und Wiederverwendung von Batterien auf. In einer gemeinsamen Stellungnahme haben die DUH und die europäischen Dachverbände European Environmental Bureau (EEB), Environmental Coalition on Standards (ECOS) und Transport & Environment (T&E) daher eine tiefgehende Analyse sowie Forderungen zur Verbesserung des Legislativvorschlags vorgelegt.

Ein Pfandsystem für Lithium-Ionen-Gerätebatterien beispielsweise könnte die Sammlung von Altbatterien europaweit verbessern. Auch müssten starke Anreize für die Sammlung von Batterien aus E-Autos und leichten Transportmitteln gesetzt werden, etwa eine verbindliche Sammelquote oder ein Pfandsystem.

Nur korrekt entsorgte Batterien lassen sich umweltgerecht recyclen

„Falsch entsorgte Batterien gefährden aufgrund enthaltener Schadstoffe unsere Gesundheit und die Umwelt. Dazu kommt, dass nur korrekt gesammelte Batterien für eine Wiederverwendung aufbereitet oder umweltgerecht recycelt werden können“, sagt Philipp Sommer, Stellvertretender Leiter des DUH-Bereichs Kreislaufwirtschaft. Gerade hier weise die Batterieverordnung jedoch eine ihrer größten Schwachstellen auf. Nach Ansicht Sommers fehlen neben einem Pfand auf Lithium-Ionen-Akkus auch Sammelquoten für ausgediente Batterien von E-Autos, E-Scootern und E-Bikes.

Zudem müsse die EU dafür sorgen, dass die in der EU verwendeten Batterien nicht in Ländern mit schwachen Umwelt- und Sozialstandards hergestellt oder entsorgt werden. Die DUH fordert daher, dass Batterien nur in die EU importiert und Altbatterien nur exportiert werden dürfen, wenn die entsprechenden Produktions- und Entsorgungsanlagen nachweislich vergleichbare Umwelt- und Arbeitsschutzvorgaben wie in der EU einhalten.

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