Studie über Stromspeicher Batteriemacht Europa: Was hat die deutsche Industrie vor?

Redakteur: Dorothee Quitter

Nur etwa sechs Prozent der weltweiten Batterieproduktion findet in Europa statt. Die Studie „In charge“ will nun die Rolle Europas in der Batterieproduktion beleuchten. Wie die befragten deutschen Unternehmen ihren Standort stärken wollen, erfahren Sie hier.

Firmen zum Thema

Die von Protolabs in Auftrag gegebene Studie wurde im Frühjahr 2021 unter 200 leitenden Angestellten der europäischen Batterieindustrie durchgeführt. Die Befragten stammen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, Norwegen und den Niederlanden.
Die von Protolabs in Auftrag gegebene Studie wurde im Frühjahr 2021 unter 200 leitenden Angestellten der europäischen Batterieindustrie durchgeführt. Die Befragten stammen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, Norwegen und den Niederlanden.
(Bild: Protolabs)

Im Report „In charge“ nimmt Protolabs die europäische Batterieindustrie unter die Lupe. Untersucht wurde, was europäische Unternehmen in Bezug auf Reshoring und Nearshoring unternehmen und wie sie durch Nachhaltigkeit mit China konkurrieren können. Weitere Fragen befassten sich mit den Herausforderungen bei der Preisgestaltung und Finanzierung für europäische Hersteller.

Die zentrale Botschaft der deutschen Befragten lautet: Um Deutschland als führende Nation bei der Batterieproduktion zu etablieren, ist die Rückverlagerung von Lieferketten und Produktionsanlagen in die eigene Region entscheidend.

Batterieproduktion: Lokale Bezugsquellen schaffen

Demnach geben 73 Prozent der deutschen Befragten an, in den nächsten zwölf Monaten Teile ihrer Lieferkette näher an ihren Produktionsstandort verlegen zu wollen. Daneben ist auch die Reduktion des eigenen ökologischen Fußabdrucks ein entscheidender Faktor für diese neue strategische Ausrichtung.

Der Wunsch, die eigene Lieferkette wieder besser unter eigene Kontrolle zu bringen und lokalere Bezugsquellen zu schaffen, ist insbesondere durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten aufgrund der COVID-19-Pandemie verstärkt worden.

Den Befragten ist hier vor allem daran gelegen, die eigene Versorgung mit Rohstoffen und Bauteilen abzusichern und zugleich eine kürzere Markteinführungszeit zu erreichen. So stimmen etwa 60 Prozent der deutschen Führungskräfte zu, dass sie die Produktion von Komponenten an spezialisierte Hersteller auslagern oder dies innerhalb der nächsten 12 Monate planen.

Neue Batterieprodukte einführen

73 Prozent der deutschen Befragten geben an, die Einführung eines neuen Batterieprodukts oder Speichersystems im kommenden Jahr vorzubereiten. Dafür wurde in neue Technologien, Produktionskomponenten und in additive Fertigung investiert.

Ihrer Meinung nach wären auch erhöhte staatliche Investitionen und eine weitreichende Fiskalpolitik eine Möglichkeit für Deutschland, die Batterieentwicklung und -fertigung in Fernost und anderen internationalen Gebieten herauszufordern.

Da derzeit nur sechs Prozent der weltweiten Batterieproduktion in Europa stattfindet, sind wir noch immer stark von Batteriezellenimporten abhängig. Aufgrund der rapide steigenden Nachfrage an Elektrofahrzeugen muss man sich darüber im Klaren sein, dass grundlegende Änderungen der Lieferketten und Entwicklungsstandorte notwendig sind.

Björn Klaas, Vizepräsident und Geschäftsführer von Protolabs Europe

Batterien in Europa: Nachhaltigkeit im Fokus

Fast die Hälfte der befragten deutschen Führungskräfte sind der Ansicht, dass sich für ihre Unternehmen Wettbewerbsvorteile einstellen, wenn sie die Umweltverträglichkeit ihres Unternehmens erhöhen und dass es in Zukunft essenziell sein wird, auf Maßnahmen der Kreislaufwirtschaft zu setzen, um ausländische Investitionen zu akquirieren.

Zudem sind 70 Prozent der Ansicht, dass neue Materialien und die Wiederverwertung von Batterien in Europa entscheidend sind, um die steigende Nachfrage an Batterieprodukten zu befriedigen.

Jedoch sind etwa 77 Prozent der befragten deutschen Entscheider besorgt über die Verfügbarkeit von verantwortungsvoll geförderten und produzierten Rohstoffen und 97 Prozent der Befragten sehen den Einsatz von erneuerbaren Energien in der Produktion als Herausforderung an. Darüber hinaus haben mehr als die Hälfte der Führungskräfte das Gefühl, dass übermäßig geförderte Wasserstoffprojekte zu Lasten der Batteriespeichertechnologie gehen.

Kann Europa zum Zentrum der Batterieindustrie werden?

Der Bericht basiert auf einer Umfrage unter 200 leitenden Angestellten der Batterieindustrie auf dem gesamten Kontinent. Wie die Sicht aller Befragten zur europäischen Rolle in der Batterieproduktion ausfällt, sehen Sie hier:

Bildergalerie

Zur kompletten Studie: In charge: Kann Europa zum Zentrum der Batterieindustrie werden?

(ID:47515496)