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Symmetrische Datenleitungen Balunslose Messungen hochwertiger Datenkabel bis 4 GHz

| Autor / Redakteur: Wolfgang Knoblich* / Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Mit der balunsgestützten Messtechnik lassen sich Datenkabel nur bis 1,2 oder 1,5 GHz austesten. Um auch symmetrische Datenleitungen bis 4 GHz zu messen, bieten sich die Messprogramme Shield-TS und AQSD-TS von easy-project an. Das Tool unterstützt außerdem Netzwerkanalysatoren mit 2- oder 4-Ports.

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Der TS-Prober kann den Prüfling sicher aufnehmen und bildet eine Abschirmung, den Massekontakt und die Zugentlastung
Der TS-Prober kann den Prüfling sicher aufnehmen und bildet eine Abschirmung, den Massekontakt und die Zugentlastung
( Archiv: Vogel Business Media )

Die kontinuierliche Entwicklung hochwertiger Datenkabel und die damit einhergehende Notwendigkeit diese Qualitäten sicher, schnell und wiederholbar nachzuweisen hat inzwischen zu den Grenzen der bisher angewandten Messtechnik geführt. Traditionell wurden Baluns, also Symmetrieübertrager, für die Adaption der symmetrischen Prüflinge an die koaxialen Messtore der erforderlichen Netzwerkanalysatoren eingesetzt. In der Theorie eine einfache und verhältnismäßig preiswerte Möglichkeit die beiden Welten, koaxial und symmetrisch, miteinander zu verbinden.

Zunehmende Bandbreite bringt Probleme für den Balun

In der täglichen Messpraxis zeigen sich jedoch bald die Einschränkungen und Schwächen dieser Lösung: Mit zunehmender Bandbreite kann der Balun seine Aufgabe nicht mehr erfüllen und bringt viele zusätzliche Probleme mit sich. Neben der nach Balun abhängigen nicht unerheblichen Eigendämpfung fallen sofort sein Frequenz- und Phasengang, sowie das problematische symmetrische Messtor als Herausforderung auf. Die balungestützte Messtechnik lässt sich mit gutem Gewissen nur bis 1,2 oder 1,5 GHz betreiben.

Um diese Limitierung zu durchbrechen und den Kabelherstellern mehr Möglichkeiten zu bieten hat easy-project auf Basis des Messprogramms Shield-XP2 für die bekannten 2- und die neuen 4-Port-Netzwerkanalysatoren eine durchgängige Lösung entwickelt, die sowohl für den Laborbetrieb, als auch für den Produktionseinsatz geeignet ist: Shield-TS.

Dabei wurden alle auf den Signalweg vorkommenden Fragestellungen hinsichtlich praktischer Handhabbarkeit, Einflüsse auf die Messgenauigkeit und Kalibrierbarkeit/Rückführbarkeit in ein abgerundetes Konzept aufgenommen. Damit steht eine komfortable Lösung zur Verfügung, bei der die schwierige Messtechnik elegant im Hintergrund bleibt und sich der Anwender auf die Messdaten konzentrieren kann.

Komponenten des Messsystems

Shield-TS ist eine Weiterentwicklung des bekannten Shield-XP2 und bringt alle dort bewährten Features zur Steuerung des Messablaufs, der Verwaltung und Dokumentation mit sich. Es bietet neben der balunlosen Messmethode noch den Kompatibilitätsmodus, mit dem der Prüfling auf traditionelle Weise mit Balun im eingeschränkten Frequenzbereich bestimmt werden kann.

Zwei TS-Prober nehmen beide Seiten des Prüflings während der Messung auf. Im Gegensatz zur Balunmesstechnik sind keine weiteren Handhabungen durch den Anwender während der Messung erforderlich. Die TS-Prober werden mit den zugehörigen Kalibrierdaten geliefert, so dass sie sofort eingesetzt werden können.

Zur Rekalibrierung oder Überprüfung des gesamten Messsystems steht das ECal-Kit TSC-43 mit den zugehörigen Kalibrierdaten zur Verfügung. Shield-TS steuert dazu den Analysator und das ECal-Kit über ein USB-Interface mit einem speziellen Programmmodul, Eingriffe in den Ablauf sind nicht erforderlich. So kann der Anwender selbstständig in kürzester Zeit, ohne besonderen Aufwand, die Zuleitungen zu den TS-Probern ausmessen.

Shield-TS erzeugt dabei automatisch einen Korrekturdatensatz und stellt diesen für die weiteren Berechnungen in einer Datenbank zur Verfügung. Das Alter der Kalibrierdaten läßt sich auf Wusch durch das Programm überwachen und beim Ablauf einer frei wählbaren Periode den Anwender an die Kalibrierung erinnern.

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