Desinfektion von Oberflächen Bakterien und Keime werden mit sichtbarem Licht inaktiv

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Um gefährliche Bakterien, Viren und Keime abzutöten, bietet sich die UV-C-Strahlung von LEDs an. Diese ist jedoch gefährlich. Mit sichtbarem Licht werden Bakterien immerhin inaktiv.

Firmen zum Thema

Oberflächen mit sichtbarem Licht bestrahlen: Dank einer speziellen LED und einem Peak bei 405 nm werden Keime und Bakterien inaktiv.
Oberflächen mit sichtbarem Licht bestrahlen: Dank einer speziellen LED und einem Peak bei 405 nm werden Keime und Bakterien inaktiv.
(Bild: Lumitronix)

Zur Desinfektion von Oberflächen lassen sich nicht nur UV-C-LEDs verwenden. Zwar bieten sie mit ihrem Spektrum von 250 bis 280 nm einen besonderen Schutz zur Flächenhygiene, sind allerdings auch gefährlich. Einen anderen Weg geht Lumitronix mit seinem dreireihigen LED-Modul, in dem eine spezielle LED des Herstellers Nichia verbaut ist.

Die LED des Typs NF2W585AR-P8 misst 4 mm x 3,6 mm und nutzt eine spezielle Kombination aus Phosphor- und Chiptechnologie. Sie erreicht eine Wellenlänge von ungefähr 405 nm im Peak. Durch die besondere Mischung erhält die LED ein Spektrum, das auf der einen Seite für die Allgemeinbeleuchtung verwendet werden kann und gleichzeitig für die Inaktivierung von Bakterien bei dem Peak sorgt.

Speziell dafür bietet Lumitronix ein 3x11-Modul mit 33 dieser LEDs mit einer Farbtemperatur von 4000 K. Dank der dreireihigen Anordnung der LED blendet die Leuchte weniger und der Multichip-Technik ist eine Lichtleistung von 1.749 lm pro Modul möglich. Die LED-Leiste ist im Zhaga-Standard designt und kann ohne großen Aufwand in bestehende Leuchten eingebaut werden.

Wie das spezielle Spektrum wirkt

Die Photosensibilisatoren in Bakterien absorbieren Licht mit 405 nm und erzeugen aus Sauerstoff Radikale. Diese reaktive Sauerstoffspezies (ROS) kann dann bakterielle Strukturen von innen heraus angreifen und deren Reproduktion hemmen. Im Gegensatz zu UV-C-Strahlung gilt sichtbares Licht von 380 bis 780 nm in der Regel als harmlos. Allerdings werden für die Reinigung mit sichtbarem Licht vergleichsweise hohe Bestrahlungsdosen und eine lange Bestrahlungsdauer notwendig. Das wird in der praktischen Anwendung im Dauerbetrieb realisiert.

Wichtig ist, dass die Leuchten über den kritischen Arealen platziert werden, so dass möglichst viel Licht die Oberflächen erreicht. Darüber hinaus ist ein Dauerbetrieb der Lichtquellen notwendig, um eine erfolgreiche Inaktivierung der Bakterien und Keime zu unterstützen. Eine chemische Reinigung ist weiterhin notwendig.

(ID:47294527)