Mobilität AVL kooperiert erneut mit Rohde & Schwarz

Redakteur: Tanja Schmitt

Rohde & Schwarz und AVL haben ihre Zusammenarbeit verstärkt. Ziel der Kooperation ist es, komplexe Fahrszenarien auf dem Prüfstand zu erzeugen und in einer sicheren und reproduzierbaren Umgebung zu testen.

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Validierte 5G IMS-Testfälle auf dem CMW500 und CMX500.
Validierte 5G IMS-Testfälle auf dem CMW500 und CMX500.
(Bild: Rohde & Schwarz)

Die Validierung komplexer Fahrerassistenzsysteme (ADAS) und Funktionen für das automatisierte Fahren (Automated Driving, AD) erfordert funktionale und nicht-funktionale Prüfungen. Das betrifft unter anderem Notbremsung, adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung und selbsttätige Fahrt auf der Autobahn (Highway-Chauffeur) unter allen möglichen Fahrszenarien und Umgebungsbedingungen. Wird diese Validierung auf der Straße durchgeführt, können damit Risiken einhergehen. Darüber hinaus ist die Durchführung konventioneller Praxistests auf der Straße angesichts der neuen Herausforderungen des automatisierten Fahrens oft nicht möglich. Das macht eine Virtualisierung der Testmethoden mit einem X-in-the-Loop-Ansatz (XiL) notwendig.

Der AVL Drivingcube unterstützt sowohl die Simulation als auch die Tests fahrfertiger Fahrzeuge auf einem Rollen- und Antriebsstrangprüfstand. Damit lässt sich der Validierungs- und Genehmigungsprozess von ADAS- und AD-Systemen beschleunigen. Das Schlüsselkonzept ist der Betrieb des realen Fahrzeugs in einer virtuellen Umgebung unter Berücksichtigung aller Komponenten der Kette Sense – Plan – Act (Erfassen – Planen – Agieren). Gerade auf einem Prüfstand sind die Rahmenbedingungen oft anders als in einem isolierten Sensorlabor.

AVL und Rohde & Schwarz arbeiteten bereits im Bereich der GNSS-Simulation zusammen und erweitern die Zusammenarbeit nun zur Radarzielsimulation mit dem AVL Drivingcube.

Radartestsystem für mehr Sicherheit

Das Radartestsystem hilft dabei, radargestützte ADAS-Funktionen zu testen und die Sicherheit autonomer Fahrfunktionen auf Vehicle-in-the-Loop-Prüfständen zu erproben. Dank der Antennenarray-Technologie können komplexe künstliche Objekte für die Radarsensoren mit variabler Entfernung, Radialgeschwindigkeit, Größe und Azimut erzeugt werden, ohne dass sich Antennen oder Geräte physisch bewegen. Mit einer reaktionsschnellen Echtzeit-Schnittstelle und einer nahtlosen Integration in die virtuelle Test-Toolchain können auch komplexe und riskante Fahrszenarien generiert und getestet werden.

Tests mit allen Fahrzeugtypen möglich

Dank eines modularen und skalierbaren Konzepts ermöglicht das System Tests aller Fahrzeugtypen mit unterschiedlicher Anzahl und verschiedenen Varianten von Radarsensoren auf dem gleichen Prüfstand. Es wird für die Validierung und Anwendung von adaptiver Abstands- und Geschwindigkeitsregelung (Adaptive Cruise Control, ACC), Spurhalteassistent (Lane Keep Assistant, LKA) und anderen ADAS- oder AD-Funktionen eingesetzt. Außerdem können Euro-NCAP-Szenarien in einer reproduzierbaren und sicheren Umgebung validiert werden.

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