Fahrerlose Autos Autonomes Forschungsfahrzeug setzt auf QNX-Betriebssystem

Redakteur: Franz Graser

Das Labor für maschinelles Sehen und intelligente Systeme (VisLab) der Universität Parma hat jüngst das autonome Forschungsfahrzeug DEEVA vorgestellt. Es verfügt über einen umfassenden Sensor-Array, der ein komplettes 3-D-Bild der Umgebung liefert.

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Ein umgebauter Audi A4 ist der Prototyp für das Projekt DEEVA der Universität Parma. Der Sensor-Array wurde unterhalb des Fahrzeughimmels angebracht.
Ein umgebauter Audi A4 ist der Prototyp für das Projekt DEEVA der Universität Parma. Der Sensor-Array wurde unterhalb des Fahrzeughimmels angebracht.
(Bild: Vislab/Università degli Studi di Parma)

Der Audi A4, der für das DEEVA-Projekt umgebaut wurde, erhielt 20 Fernsehkameras und vier Lasersensoren, die die komplette Umgebung des Fahrzeugs erfassen können. Bei der Auswahl der Sensoren und ihrer Integration in das Auto waren zwei Anforderungen ausschlaggebend, nämlich möglichst niedrige Kosten und ein hoher Integrationsgrad. Nach Ansicht des VisLab-Labors ist das DEEVA-Mobil damit schon sehr nah an einem möglichen kommerziellen fahrerlosen Auto.

Das VisLab hat bereits reiche Erfahrung mit autonomen Fahrzeugen. Die Italiener erprobten im vergangenen Jahr bereits ein sich selbst steuerndes Auto namens BRAiVE, das den Innenstadtverkehr zur Hauptverkehrszeit bewältigen konnte und mit Situationen wie Kreisverkehren, Ampeln und Fußgängerüberwegen zurechtkam.

Das Nachfolgeprojekt DEEVA baut auf diesem Erfahrungsschatz auf. Da das fahrerlose Auto zu jedem Zeitpunkt Daten aus seiner Umgebung verarbeitet – und das in Echtzeit –, ist softwareseitig eine hohe Zuverlässigkeit notwendig.

Als Betriebssystem wählte das italienische Institut die Softwareplattform Neutrino des kanadischen Softwareherstellers QNX. Über die Softwareplattform werden die Systeme für die Strecken- und Bewegungsberechnung sowie die Software für die Echtzeit-Integration der Laserdaten mit den visuell gewonnenen Daten gesteuert.

Professor Alberto Broggi, Präsident und CEO von VisLab, erklärt, warum sich das Institut für das QNX-System entschied: „Für die Entwicklung unseres Fahrzeugs haben wir Komponenten gewählt, die hohe Zuverlässigkeit und nachgewiesene Sicherheit bieten. Eine dieser Komponenten ist das Betriebssystem, das die essenziellen Elemente des Fahrzeugs betreibt. Deswegen haben wir uns für das QNX-Betriebssystem entschieden.“

Ein Video über das Making-Of des DEEVA-Prototypen findet sich auf YouTube:

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