Autonomes Fahren – Wo ist der Stau, wenn man ihn braucht?

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Eine beeindruckende Erfahrung

Es folgten dann relativ schnell die nächsten Eskalationsstufen. Die Warnung wurde schriller und der A8 verzögerte sanft aber spürbar, der Gurt wurde mehrfach ruckartig gestrafft und es gab eine Meldung auf dem Touchscreen: „Staupilot wird beendet. Bitte vollständig übernehmen!“. Ich reagierte nicht und nach einem durchdringenden Warnton reagierte der A8 mit einer vollständigen Verzögerung bis zum Stillstand.

Das ging alles so schnell, dass wir das Prozedere gleich nochmal wiederholten. Es war eine sehr beeindruckende Erfahrung, bei der ich große Mühe hatte, wie abgesprochen nichts zu tun. Allein schon bei einem Tempo von 100 km/h die Hände vom Lenkrad zu nehmen und mich von der Verkehrssituation abzuwenden, kostete mich einiges an Überwindung.

Wie geht es nun weiter?

Aber natürlich funktionierte am Ende alles wie geplant und ich war froh, dass ich den A8 wieder unbeschädigt abstellen konnte. Auch wenn es mich Überwindung gekostet hat, die Kontrolle anzugeben und untätig zu bleiben, hatte ich nie Angst, es könnte etwas schiefgehen.

Der aktuelle Entwicklungsstand ist ein klarer Fortschritt, aber der Weg bis zum Level 5 des autonomen Fahrens mit einer vollständigen Übernahme der Kontrolle über die Längs- und Querführung, in allen Situationen ohne Hilfe des Fahrers, ist noch lang. Bis dahin werden Simon und seine Kollegen noch ein gutes Stück Arbeit zu leisten haben.

Aber auch wir als Gesellschaft müssen unseren Teil beitragen. Es müssen zum Beispiel die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden, national wie international. Auch hier gibt es bei den Regelungen für die Zulassung sowie für das Verhalten im öffentlichen Straßenverkehr noch viel Arbeit.

Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wer das Rennen um das Level 4 für sich entscheiden wird. Dann nämlich können Pilot-Systeme bereits ohne Unterstützung des Fahrers in definierten Bereichen vollautomatisch fahren, also beispielsweise auf besonderen Strecken, die dafür eigens ausgerichtet sind. Mein Tipp: Es wird zuerst das vollautomatische Parkhaus geben.

Hier stellt man sein Fahrzeug einfach in einer Haltebucht ab und es wird von dem Parkpiloten vollautomatisiert auf einen freien Platz gesteuert. Ein solches Parkhaus hätte den großen Vorteil, dass die Parkbuchten viel kleiner sein könnten, da niemand mehr ein- und aussteigen müsste. Somit wird die Kapazität deutlich erhöht und die Suche nach einem freien Parkplatz in unseren Innenstädten wäre weniger stressig. Und Stressreduzierung gehört für mich zu den wichtigsten Pluspunkten des automatisierten Fahrens.

* Der Beitrag erschien im Original im Audi-Blog

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