Autonome Materiallogistik rund um die SMT-Linie

Redakteur: Dr. Anna-Lena Gutberlet

Seit 25 Jahren ist das Kerngeschäft der ASYS Group die Automatisierung von SMT Linien. Vor fünf Jahren rückte der Maschinenbauer die Intelligent Factory in den Fokus. Mobile Assistenzsysteme, smarte Softwareprodukte und autonome Transportroboter ergänzen nun das Produktportfolio.

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Die fahrerlosen Transportsysteme können autonom in der Fertigung manövrieren und das benötigte Material der Linie zuführen, dazu zählen Magazine, Bauteilrollen, Paste und Reinigungspapier.
Die fahrerlosen Transportsysteme können autonom in der Fertigung manövrieren und das benötigte Material der Linie zuführen, dazu zählen Magazine, Bauteilrollen, Paste und Reinigungspapier.
(Bild: Asys)

Um die unterschiedlichen Anwendungszwecke dieser neuen Produkte zu beschreiben, hat ASYS User Szenarien definiert. Dabei wird zwischen den Bereichen „Material Logistics“, „Operator Support“ und „Production Management“ unterschieden. Unter dem Motto „More than Standard“ werden zudem die vielen Sonder- und Kundenlösungen präsentiert, die im Verbund der ASYS Group entwickelt werden.

Das Ziel von ASYS im Bereich Material Logistics ist es, den kompletten Materialfluss in einer modernen Elektronik­fertigung zu automatisieren. Dafür haben die Automatisierungsexperten ein modular erweiterbares Logistikkonzept entwickelt, welches aus drei Haupt­komponenten besteht: Zentrales Bauteillager, Automated Guided Vehicles (AGV) und Materialbahnhöfe. Alle Komponenten kommunizieren über die ASYS Softwarelösung PULSE miteinander und geben die jeweiligen Aufträge weiter.

Als zentrales Bauteillager wird der Dry Tower eingesetzt. Er wurde von dem neuesten ASYS Group Mitglied, Superdry Totech, entwickelt. In bis zu sechs Metern Höhe können Bauteile chaotisch in Schubladen gelagert werden. Die Anlage ist so konstruiert und programmiert, dass Bauteilrollen volumenoptimiert einlagert werden können. Dabei ist es möglich, mehrere Rollen gestapelt in einer Schublade unterzubringen.

Um eine kontinuierliche Produktion zu ermöglichen, setzt ASYS für den Materialtransport herstellerunabhängig AGVs ein. Die fahrerlosen Transportsysteme können autonom in der Fertigung manövrieren und das benötigte Material der Linie zuführen, dazu zählen Magazine, Bauteilrollen, Paste und Reinigungspapier.

Als Schnittstelle zwischen AGV und Lager spielen Materialbahnhöfe eine entscheidende Rolle. Das Besondere ist, dass sie überall in der Fertigung eingesetzt werden können. So befindet sich im Productronica Showcase zum Beispiel ein Bahnhof direkt am zentralen Bauteillager und ein weiterer vor dem Bestücker.

Um den Operator bestmöglich zu unterstützen stellt ASYS zwei neue Lösungen vor. Erstmalig wird ein flexibler Coboter UR10 in Kombination mit einem DIVISIO Nutzentrenner präsentiert. Im Falle eines Produktions­engpasses können manuelle Handlingaufgaben, wie das Entladen, an den digitalen Kollegen abgegeben werden. So kann bedarfsorientiert und flexibel reagiert werden. Auf der Productronica werden Coboter und Nutzentrennsystem von einem AGV mit Material versorgt.

Mit unterschiedlichen Software-Tools unterstützt ASYS auch den „Production Manager“, indem Ihm produktions­relevante Informationen zur Verfügung gestellt werden. Beispielsweise sind Statistik und Performance Auswertungen eine wertvolle Grundlage für Produktionsentscheidungen. Sie helfen dabei Bottlenecks zu identifizieren, Fehler zu vermeiden und informieren, ob der Zieldurchsatz erreicht wird. Weiterhin optimiert ASYS die Arbeitsvorbereitung mit der "Alert-Manager“ App. Dank dieser Anwendung kann der Verantwortliche eingehende Maschinenmeldungen für den Operator neu priorisieren und umbenennen.

Um einen reibungslosen Produktionsablauf zu fördern, stellt ASYS die neue „INSIGNUM Offline-Programming“ App auf Basis von SIMPLEX vor. Mit diesem Feature kann der Operator neue Programme für Lasermarkiersysteme anlegen ohne die Produktion zu unterbrechen. Die „Production-Pool“ Software wiederum vernetzt alle Anlagen innerhalb einer Fertigung miteinander. Damit stehen die neu angelegten Programme allen eingebundenen Laseranlagen zur Verfügung.

Weiterhin arbeitet ASYS, gemeinsam mit führenden SMT-Equipmentlieferanten, an dem herstellerunabhängigen Standard "Hermes" für die Kommunikation zwischen allen Maschinen einer SMT-Bestücklinie. Mit dem auf TCP/IP und XML basierenden Protokoll wird es erstmals möglich, Leiterplatten lückenlos nachvollziehbar und ohne Datenverlust durch alle Stationen einer SMT-Linie weiterzureichen.

Für Elektronikfertiger verspricht der neue, offene Datenstandard eine deutliche Reduktion von Kosten- und Zeitaufwänden bei Aufbau und Integration von SMT-Linien und eine verbesserte Transparenz über ihre Fertigungsprozesse. Der Hermes Standard stellt damit einen wesentlichen Baustein, bei Aufbau und Einrichtung der Intelligent Factory dar.

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