International Transport Forum Autonome Lkw gefährden 4 Millionen Jobs

Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Autonome Lkw sparen Kosten, senken Emissionen und verbessern die Sicherheit. Doch eine Studie des International Transport Forum (ITF) zeigt: Der drohende millionenfache Jobverlust erfordert einen geregelten Übergang.

Firma zum Thema

Autonome Lkw könnten die Nachfrage nach Fahrern in den USA und Europa bis 2030 um 50 bis 70% reduzieren.
Autonome Lkw könnten die Nachfrage nach Fahrern in den USA und Europa bis 2030 um 50 bis 70% reduzieren.
(Bild: Daimler AG)

Regierungen müssen sich auf die geordnete Einführung von fahrerlosen Lkw vorbereiten, um mögliche soziale Verwerfungen durch Arbeitsplatzverluste zu verhindern. Das ist die Kernbotschaft einer Studie, die das International Transport Forum vorgestellt hat.

Christian Labrot, Präsident der International Road Transport Union (IRU), erklärte: „Autonome Lkw bringen der Gesellschaft viele Vorteile, angefangen bei der Kostenersparnis und niedrigeren Emissionen. Sie werden den Speditionen außerdem helfen, den derzeitigen Fahrermangel in vielen Teilen der Welt in den Griff zu bekommen.“

Doch autonome Lkw könnten die Nachfrage nach Fahrern in den USA und Europa bis 2030 um 50 bis 70% reduzieren. Bis zu 4,4 Millionen der prognostizierten 6,4 Millionen Stellen für professionelle Trucker könnten wegfallen, so eines der Szenarien. Selbst wenn das Aufkommen fahrerloser Lkw Berufsanfänger zunehmend davon abhält, den Fahrerberuf zu wählen, könnten immer noch mehr als zwei Millionen Fahrerjobs in den USA und Europa überflüssig werden, wie die untersuchten Szenarien aufzeigen.

José Viegas, Generalsekretär des International Transport Forum (ITF) erläuterte: „Hersteller investieren große Summen in die Automatisierung und viele Regierungen überprüfen derzeit die geltenden Rahmenbedingungen. Sich jetzt auf mögliche negative soziale Folgen durch verlorengehende Jobs vorzubereiten, wird die Risiken im Fall einer schnellen Einführung von fahrerlosen Lkw mindern helfen.“

Der Report gibt vier Empfehlungen zur Ausgestaltung des Übergangs zum fahrerlosen Güterverkehr. Elementar sei einerseits die Einrichtung eines Übergangrates mit Beratungsfunktion, speziell im Bereich der arbeitsmarktrelevanten Aspekte. Zudem soll ein temporäres Lizenzsystem eingeführt werden, dass die Einführungsgeschwindigkeit von autonomen Lkws reguliert.

Als dritten Punkt nennt das ITF die Einigung auf internationale Standards, Straßenverkehrsregeln und Fahrzeugspezifikationen um eine einheitliche Einführung und Integration von autonomen Lkw gewährleisten zu können. Stark macht sich das International Transport Forum auch für die Weiterführung und Ausweitung von Pilotprojekten. In diesen sollen autonome Fahrzeuge, Netzwerktechnologien und Kommunikationsprotokolle ausgiebig getestet werden.

Erik Jonnaert, Generalsekretär der European Automobile Manufacturers’ Association (ACEA), sagte: „Autonome Lastwagen sind keine nationale Frage, denn sie sollten natürlich Grenzen nahtlos passieren können. Wir brauchen internationale Standards, Gesetze und Verfahren für die Erteilung für Ausnahmen von Verkehrsregeln für selbstfahrende Lastwagen.“

(ID:44723884)