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Unterhaltung und Information im Auto – ein Blick in die Zukunft

| Autor / Redakteur: Rainer Klos * / Thomas Kuther

MOST150: Die jüngste Generation des Multimedia-Busstandards ist mittlerweile am Markt etabliert. Was kommt nun als nächstes?
MOST150: Die jüngste Generation des Multimedia-Busstandards ist mittlerweile am Markt etabliert. Was kommt nun als nächstes? (Bild: MOST Cooperation/Daimler)

Die dritte Generation von MOST, dem Netzwerkstandard für Unterhaltung und Information im Auto, wurde mit MOST150 in den Markt eingeführt. Nun stellt sich die Frage, was die Zukunft bringt.

Nachdem MOST 150 nun am Markt etabliert ist, stellen sich eine ganze Reihe von Fragen: Was kommt als Nächstes? Wohin geht das Netzwerk? Wie definieren sich die zukünftigen Anforderungen an das Datennetzwerk im Auto, welche Funktionen werden benötigt? Wie flexibel sollte ein solches Kommunikationsnetzwerk sein?

Um zukünftige Anwendungen einfach und nahtlos zu integrieren, wird ein flexibles und erweiterbares Netzwerk benötigt, das ein solides und robustes Rückgrat bietet. Beispielsweise kommt der wachsenden Zahl an IP-basierten Applikationen immer größere Bedeutung zu. Den Bedarf an Bandbreite bestimmen die Anwendungen wie etwa schnelle Software-Updates von diversen Kontrollgeräten, schneller Datenzugriff auf Massenspeicher (HDD/SSD) an Bord, mobile oder mit USB angeschlossene Unterhaltungselektronikgeräte sowie über WLAN oder LTE angebundene Car-to-X-Anwendungen.

Fahrerassistenz-Kamerasysteme erfordern die unkomprimierte Übertragung von Videodaten, was zusätzlich hohe Transferraten voraussetzt. Es ist wichtig, dass übliche Datenformate unterstützt werden. Außerdem sollte das Netzwerk-Konzept in Bezug auf die Geschwindigkeit inhärent skalierbar und erweiterbar sein. Die Anzahl und Eigenschaften der Datenkanäle und applikationsspezifischen Schnittstellen sollten entsprechend gewählt werden.

Die Anwendungen im Auto befinden sich im Umbruch. Der Rahmen von Infotainment erweitert und optimiert sich ständig – wie beispielsweise die Fondunterhaltung in HD-Qualität mit Blu-ray. Die Herausforderung besteht darin, mit den Entwicklungen der Konsumerindustrie und den Ansprüchen der Nutzer mitzuhalten: Die Vielfalt der Unterhaltungsanwendungen vergrößert sich schnell und die heutigen Nutzer führen einen digitalen Lebensstil, bei dem sie ihre digitalen Unterhaltungssysteme ständig bei sich tragen. Es ist daher notwendig, diese externen Systeme und Services an das Fahrzeugnetzwerk anzubinden. Der Fokus liegt dabei auf der effizienten und innovativen Migration der Funktionen der Unterhaltungselektronik wie Internetradio und -video sowie Onlineverbindungen über WiFi, UMTS und LTE.

Seit über zehn Jahren baut die Automobilindustrie auf den MOST Standard für die Audio- und Videokommunikation. Das Netzwerk war von Beginn an für das Datenstreaming zu verschiedenen Geräten konzipiert, um die Unterhaltungssysteme im Auto zu entlasten. Für die Kommunikation der Außenwelt mit dem Auto bekommt das Internetprotokoll immer größere Bedeutung, indem Datenströme in der IT-Welt verschiedene IP-Paket-basierte Protokolle nutzen. Der MOST Ethernet-Kanal passt in das „Open Systems Interconnect“ (OSI)- Referenzmodell für die Netzwerkkommunikation der Internationalen Standardisierungsorganisation ISO.

Bild 1: Modifiziertes OSI-Referenzmodell, das MOST und Ethernet beinhaltet
Bild 1: Modifiziertes OSI-Referenzmodell, das MOST und Ethernet beinhaltet (Bild: MicroChip Technology)

Die neueste MOST Technologie verbindet Infotainment- und Daten-IP-Frames und entspricht den IEEE802.x-Spezifikationen (Bild 1). Mit MOST steht die passende Netzwerkarchitektur für eine große Bandbreite an aktuellen und zukünftigen IP-basierten Anwendungen wie beispielsweise der Unterstützung von Apps, Connected Services und allgemeinem Internetzugriff bereit. Das Netzwerk unterstützt sowohl Standards der Unterhaltungselektronik wie UPnP (Universal Plug-n-Play) und DLNA (Digital Living Network Alliance) als auch Fahrzeugdiagnose über IP (DoIP).

Fahrerassistenzsysteme werden immer beliebter

Fahrerassistenzsysteme (Advanced Driver Assistance Systems – ADAS) werden immer beliebter und nach Aussage der euroFOT-Studie (Juni 2012) wird ihnen sogar eine positive Auswirkung auf das Fahrverhalten, die Kraftstoffeffizienz, die Verkehrssicherheit und Einsparungen bei den Gesamtkosten zugesprochen (www.eurofot-ip.eu). Die Zahl der Autos mit integrierten Fahrerassistenzfunktionen, wie Kamerasystemen, Abstandswarnungen und Spurhaltewarnungen, zusätzlich zu Informationsfunktionen wie Navigationssystemen, Verkehrsinformationen und Funktionswarnungen, wird schnell zunehmen.

Es besteht kein Zweifel daran, dass für die nahtlose Integration ein ADAS-Netzwerk notwendig ist. Auch besteht zwischen vielen OEMs und Tier 1-Zulieferern die Übereinstimmung, dass es im Elektrik-/Elektronik-ECO-System ein neues Cluster dafür geben wird. Ein flexibler Multikanal-Ansatz wie bei MOST bietet da eine ganzheitliche, optimale Systemlösung.

Die gegenwärtige MOST Technologie erfüllt bereits die Anforderungen für ein Verschmelzen von Infotainment mit der Fahrerassistenz und die zukünftigen Generationen werden noch wesentlich höhere Bandbreiten zulassen. Besonders Anwendungen, die die Aufmerksamkeit des Fahrers beanspruchen, erfordern ein Netzwerk, das die einfache und nahtlose Integration in die Infotainment- und Fahrerassistenzdomänen unterstützt.

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