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Automotive- und Industriegeschäft sorgt für kräftiges Wachstum bei Renesas

| Redakteur: Michael Eckstein

Wie seine Konkurrenten profitiert auch Chip-Hersteller Renesas vom boomenden Automotive-Markt. Weitere Wachstumstreiber sind Industrieautomatisierung, Standard-MCUs und analoge Halbleiter.

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Sattes Plus: Renesas hat seine Geschäftszahlen für 2017 veröffentlicht.
Sattes Plus: Renesas hat seine Geschäftszahlen für 2017 veröffentlicht.
(Bild: Renesas)

Für das stabile Umsatzwachstum sei vor allem die guten Geschäfte in den Sparten Automotive und Industrie verantwortlich, teilte Renesas mit. Auch die Integration von Intersil habe positiv zum Unternehmensergebnis beigetragen. Den Spezialisten für Analog- und Power-ICs hatte Renesas im Februar 2017 abschließend übernommen und damit sein Portfolio an Mikrocontrollern und System-on-Chip-ICs abgerundet.

Mit der Integration von Intersil hat der japanische Halbleiterhersteller seine Organisationsstruktur neu formiert und in die drei Geschäftsbereiche „Automotive“, „Industry“ und „Broad-based“ aufgeteilt. Nach eigenen Aussagen sind diese drei Anwendungsfelder die Hauptumsatzträger der Firmengruppe. Der „Broad-based Business“ fasst Standard Standard-MCUs und analoge Halbleiter zusammen. Allein die Übernahme von Intersil sorgte für einen Umsatzschub auf 134 Milliarden Yen (1,01 Mrd. Euro).

28 Prozent plus im vierten Quartal 2017

Gegenüber 2016 konnte der Renesas seinen Gesamtumsatz im Fiskaljahr 2017 auf insgesamt 781,5 Milliarden Yen (5,86 Mrd. Euro) steigern – ein Plus von 22,3 Prozent. Das Halbleitergeschäft legte separat betrachtet im Jahresvergleich um 23,4 Prozent auf 765,7 Milliarden Yen (5,74 Mrd. Euro) zu. Besonders im letzten Jahresquartal lief es für Renesas ausgezeichnet: Hier stiegen die Umsätze mit Halbleitern gegenüber dem Vorjahreszeitraum um satte 28 Prozent auf 206,5 Milliarden Yen (1,55 Mrd. Euro).

Wie NXP konzentriert sich Renesas zunehmend auf den lukrativen Automotiv-Markt – ein Segment, in dem auch der deutsche Halbleiterhersteller Infineon aktiv ist. Im letzten Jahr hat Infineon nicht zuletzt aufgrund seines erfolgreichen Automotive-Geschäfts den Sprung unter die 10 größten Halbleiterproduzenten geschafft.

Industrieautomatisierung noch vor Automotive

Wegen starker Nachfrage nach Automotive-Control- und Automotive-Information-Produkten konnte auch Renesas in diesem Segment 2017 fast 14 Prozent mehr umsetzen als im Vorjahr. Ähnlich hoch fielen die Steigerungen in den Bereichen Industry und Broad-based aus: Hier verkaufte Renesas über das Jahr betrachtet 15,7 beziehungsweise 12,9 Prozent mehr.

Im Vergleich der Jahresendquartale von 2016 und 2017 stiegen die Umsätze sogar um 23,5 respektive 17,2 Prozent. Als Gründe dafür nennt das Unternehmen die große Nachfrage nach Komponenten für Industrieautomatisierung, Haushaltsgeräte und analogen Halbleitern.

China wird als Abnehmer immer wichtiger

Interessant ist die detaillierte, nach Regionen aufgeteilte Betrachtung der Umsätze. Zwar entfällt nach wie vor der größte Teil des Geschäfts auf Japan, nämlich knapp 330 Milliarden Yen (2,48 Mrd. Euro). Bereits auf Platz zwei folgt China mit einem Anteil von 19,3 Prozent, was 150,5 Milliarden Yen (1,13 Mrd. Euro) entspricht. Das unterstreicht die zunehmende Bedeutung des chinesischen Marktes auch für japanische Anbieter.

Im restlichen Asien verkaufte Renesas Bauteile für 112,34, in Europa für 109,4 und in den USA für 74,6 Milliarden Yen (842,44, 820,4 und 55,9 Mio. Euro). Damit ist Renesas heute deutlich globaler ausgerichtet als noch vor einigen Jahren.

Eher zurückhaltend prognostiziert Renesas für das erste Quartal 2018 ein Umsatzwachstum von 3,5 Prozent auf 178,7 Milliarden Yen (1,34 Mrd. Euro).

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