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Automobilelektronik und der Test von Störquellen

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Moderne Fahrzeuge sind vollgepackt mit HF-Technik, Funkkomponenten, Radar und Hochgeschwindigkeits-Datenbussen. Damit diese immun gegenüber Störern sind, müssen Entwickler umfangreich testen.

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Die empfindliche Elektronik in Fahrzeugen darf von externen Störquellen nicht beeinflusst werden. Hier hilft Messtechnik.
Die empfindliche Elektronik in Fahrzeugen darf von externen Störquellen nicht beeinflusst werden. Hier hilft Messtechnik.
(Bild: Rohde & Schwarz)

HF-Funktechnik, Antennen und Radar und die alles verbindenden Hochgeschwindigkeits-Datenbusse: Entwickler von Elektronik in modernen Fahrzeugen müssen verifizieren, dass elektronische Aussendungen innerhalb der spezifizierten Grenzen bleiben. Zudem müssen die Fahrzeuge immun gegenüber externen Störquellen sein.

Die Hersteller müssen beispielsweise sicherstellen, dass sogenannte On-board-Empfänger in Fahrzeugen ausreichend vor elektromagnetischen Störungen geschützt sind. Hersteller Rohde & Schwarz hat eine Abnahmemessung für Tests nach dem CISPR-25-Standard entwickelt. Nach Angaben des Herstellers misst sie mit einer Auflösebandbreite von 9 kHz. In einem speziellen Aufbau basiert sie auf dem EMV-Messempfänger R&S ESR mit der V-Netznachbildung R&S ESH3-Z6. Als Midrange-Compliance-Messempfänger bietet sich der R&S ESR zur Analyse und Störersuche an.

Fast Time Domain Scan

Fast TDS (Time Domain Scan) ist eine Option des Messempfängers R&S ESW. Aufgrund der doppelten Scan-Bandbreite wird die Messgeschwindigkeit gegenüber dem herkömmlichen Time Domain Scan fast verdoppelt. Dank der Methode wird nicht nur die Vormessung schneller, sondern Entwickler können den Frequenzbereich über 300 MHz für die Zertifizierungsmessung einsetzen.

Testsystem für Bulk Current Injection

Für die drahtgebundene Messung von Störfestigkeit nach der Testmethode Bulk Current Injection (BCI), wie sie auch zur Prüfung von elektronischen Baugruppen in Fahrzeugen vorgeschrieben ist, lässt sich ein spezielles BCI-System aufbauen. Es besteht aus dem Signalgenerator R&S SMC100A, dem Breitbandverstärker R&S BBA150-AB mit Ausgangsleistungen bis 350 W im Frequenzbereich von 4 kHz bis 400 MHz, dem speziell für EMV-Anwendungen entwickelten R&S NRP6AN Leistungsmittelwert-Messkopf sowie der EMV-Messsoftware R&S EMC32.

Anzeigeelemente während EMS-Tests überwachen

Für die videobasierte Überwachung von Statusanzeigen, Signalleuchten oder Bildschirmen können Entwickler auf die Überwachungs- und Analyse-Software R&S AdVISE zurückgreifen. Die Software meldet automatisch alle unerwünschten Abweichungen. Dabei erkennt sie Schriftzeichen, Symbole sowie Anzeigebalken und Zeigerpositionen. Die neue Version 5 prüft laufend die Position der untersuchten Objekte und passt in Echtzeit die Auswertung an.

Spezielle videobasierte Überwachung von vibrierenden Anzeigelementen wird von einer Software ausgewertet, die automaticsh unerwünschte Abweichungen meldet.
Spezielle videobasierte Überwachung von vibrierenden Anzeigelementen wird von einer Software ausgewertet, die automaticsh unerwünschte Abweichungen meldet.
(Bild: Rohde & Schwarz)

Vibrationen durch Motoren oder Erschütterungen durch Drehtische sind damit kein Hindernis mehr für die automatisierte Überwachung. Zudem vereinfacht die neue Technik den Wechsel der Kameraposition. Ist die Kamera neu ausgerichtet, genügt ein Knopfdruck, um die Konfiguration der Überwachungssoftware auf den geänderten Bildausschnitt anzupassen.

Dank der Zusammenarbeit von R&S AdVISE v5 mit der EMV-Testsoftware R&S ELEKTRA lassen sich die Ereignisse in Korrelation mit den zugehörigen Frequenzen, Störpegeln oder Antennenpositionen analysieren.

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