Kraft-Momenten-Sensor

Tastsinn für Leichtbauroboter

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Mit sechsachsigen Kraft-Momenten-Sensoren will das Unternehmen mit Sitz in Budapest nun auch im deutschen Sprachraum Leichtbaurobotern einen Tastsinn verleihen und neue Perspektiven in der industriellen Automatisierung eröffnen.
Mit sechsachsigen Kraft-Momenten-Sensoren will das Unternehmen mit Sitz in Budapest nun auch im deutschen Sprachraum Leichtbaurobotern einen Tastsinn verleihen und neue Perspektiven in der industriellen Automatisierung eröffnen. (Bild: OptoForce)

Das ungarische Unternehmen OptoForce will mit seinem sechsachsigen Kraft-Momenten-Sensor zukünftig Industrierobotern auch im deutschen Sprachraum einen Tastsinn verleihen. Zum Einsatz kommt er vor allem bei empfindlichen Materialien oder in unstrukturierten Produktionsverhältnissen – dort, wo bisher menschliches Fingerspitzengefühl notwendig war.

Weltweit ist die Automatisierungsindustrie auf Wachstumskurs. Doch wo Roboterarme auf unstrukturierte Umgebungen trafen, kam die Automatisierung an ihre Grenzen – zumindest bisher. Genau diesen Umstand möchte OptoForce, ein junges Unternehmen aus Budapest, nun ändern.

„Seit Roboter immer enger mit Menschen zusammenarbeiten, müssen sie ihr Umfeld exakt wahrnehmen und zunehmend Aufgaben erfüllen, die die Fingerfertigkeit einer menschlichen Hand erfordern“, so Ákos Dömötör, CEO und Mit-Begründer von OptoForce.

„Unser Ziel ist es, Roboter mit eben diesem Tastsinn auszustatten.“ Mit sechsachsigen Kraft-Momenten-Sensoren will das Unternehmen mit Sitz in Budapest nun auch im deutschen Sprachraum Leichtbaurobotern einen Tastsinn verleihen und neue Perspektiven in der industriellen Automatisierung eröffnen.

Erweiterte Automatisierungsmöglichkeiten

„Mit den Sensoren von OptoForce ausgestattete Roboter spüren, ob sie ein Objekt am richtigen Ort platzieren oder nachjustieren müssen“, erklärt Àkos Dömötör. „Im Bedarfsfall korrigieren sie automatisch ihren Weg. So werden ganz neue Aufgabenbereiche automatisierbar. Gleichzeitig minimieren die Sensoren auch die Fehleranfälligkeit bereits bestehender Anwendungen. Das beschleunigt den Produktionsprozess und spart Kosten.“

Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig; vor allem in Feinmontage, Oberflächenbehandlung und der Überwachung von Prozesskräften bieten die Sensoren Endnutzern einen spürbaren Mehrwert. Eine Besonderheit der Sensoren von OptoForce ist, dass die für unterschiedliche Anwendungen notwendige Software gleich mitgeliefert wird.

So lassen sich beispielsweise die Mittelpunktserkennung von Objekten, Polieranwendungen oder die exakte Wegaufzeichnung des Roboterarms innerhalb weniger Minuten einrichten. Die Hardware hingegen zeichnet sich durch ihre Robustheit und ihre hohe Auflösung von 0,1N oder 0,001Nm aus.

Mit 200 Gramm sind die Sensoren zudem ein echtes Leichtgewicht. Kompatibel sind sie derzeit mit den Robotermodellen von Universal Robots und KUKA, in naher Zukunft auch mit den Modellen von ABB und Yaskawa.

Deutsches Vertriebsnetz im Aufbau

In den kommenden Monaten möchte OptoForce sein Vertriebsnetzwerk in Deutschland, Österreich und der Schweiz weiter auf- und ausbauen. Dazu sollen strategische Partnerschaften mit Systemintegratoren und Distributoren im Bereich Robotik und Automatisierung geschlossen werden.

Erste Zusammenarbeiten in diesem Bereich sind bereits vereinbart, wie beispielsweise mit dem Unternehmen WMV Robotics: „Unser Ziel ist es, Automatisierungstechnologie jedem zugänglich machen“, sagt Torsten Woyke, Geschäftsleiter von WMV Robotics.

„Unter diesem Aspekt passen die Kraft-Momenten-Sensoren von OptoForce hervorragend in unser Portfolio. Sie transformieren die komplexen Herausforderungen unserer Kunden in einfach zu handhabende Plug&Play-Lösungen. Damit können wir kleinen und mittelständischen Unternehmen dabei helfen, ganz neue Aufgabenbereiche zu automatisieren.“

Resonanz auf der Hannover Messe

Auf der diesjährigen Hannover Messe war OptoForce mit einem eigenen Stand vertreten. „Den meisten Industrieunternehmen ist bereits bewusst, dass sie nur durch Automatisierung die Effizienz und Flexibilität erreichen können, die heutzutage für ein Bestehen im Wettbewerb erforderlich ist“, sagt Àkos Dömötör.

„Viele sind aber erstaunt darüber, wie groß die Möglichkeiten der Automatisierung tatsächlich sind – vor allem im Bereich komplexerer Arbeitsschritte. Dementsprechend ist unser Kraft-Momenten-Sensor bei den Besuchern auf großes Interesse gestoßen und wir können ein großartiges Fazit zur Messe ziehen.“

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