GDV-Studie

Automatisiertes Fahren – Sinkende Unfallzahlen bei höheren Kosten

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Für den Autobahn- sowie den City- und Landstraßenpiloten wird dementsprechend eine Effizienz von jeweils 90 Prozent angenommen. Einzelne Fahrerassistenzsysteme sind demgegenüber in der Regel weniger effizient.

Für den Park- und Rangierassistenten ist eine Effizienz von 70 Prozent realistisch, während der Notbremsassistent das theoretische Potential zur Schadenvermeidung in der Realität zu maximal 40 Prozent ausschöpfen kann.

Tendenziell umgekehrt verhält es sich beim Nutzungsgrad: Systeme wie der Notbremsassistent und der Park- und Rangierassistent sind in aller Regel im Hintergrund immer aktiv, nur wenige Fahrer werden die Systeme ausschalten. Automatisierte Fahrfunktionen wie der Autobahn- bzw. der City- und Landstraßenpilot müssen von den Fahrern hingegen aktiv eingeschaltet werden.

Die GDV-Experten gehen daher davon aus, dass diese Funktionen nicht durchgehend im Einsatz sind – der Nutzungsgrad wird zudem zur Markteinführung noch gering sein und erst im Zeitverlauf ansteigen.

Ungewisse Marktetablierung und teure Reparaturkosten

Der Zeitverlauf war auch für den nächsten Analyseschritt ein wichtiger Faktor: Mit der Markteinführung eines neuen Systems ist dieses nicht unmittelbar im gesamten Fahrzeugbestand vorhanden – vielmehr wird es in einem immer größer werdenden Teil der Neufahrzeuge eingebaut und setzt sich dementsprechend langsam durch.

In der Studie wurden für jedes Assistenzsystem zwei Szenarien berechnet: Das langsame Szenario orientiert sich an der vergleichsweise schleppenden Verbreitung des ABS-Systems nach dessen Einführung in den 1970er Jahren; in diesem Szenario finden sich die neuen Systeme 20 Jahre nach ihrer Einführung in rund 40 Prozent aller Fahrzeuge. Das schnelle Szenario unterstellt die raschere Verbreitung des ESP-Systems ab 1995 – hier ist die neue Technik nach 20 Jahren in rund 80 Prozent aller Fahrzeuge vorhanden.

Aus den Faktoren Relevanz, Effizienz, Nutzungsgrad und Verbreitung ergibt sich für jedes einzelne System die tatsächlich erwartbare Reduktion der Schäden. Bei den Kfz-Haftpflichtschäden haben der Park- und Rangierassistent und der Notbremsassistent den größten Einfluss, die Reduktion durch die Spurassistenten fällt dagegen deutlich geringer aus.

In der Kaskoversicherung – die Schäden am eigenen Auto deckt – hat der Park- und Rangierassistent den mit Abstand größten Einfluss. Im Ergebnis zeigt sich, dass die betrachteten Systeme die Schäden nur langsam senken. Bis zum Ende des zwanzigjährigen Betrachtungszeitraums im Jahr 2035 sinken die Entschädigungsleistungen für Kfz-Haftpflichtschäden um 12 bis 24 Prozent gegenüber dem Bezugsjahr 2015.

Da die neuen Systeme aber nicht nur Unfälle vermeiden, sondern auch den Einbau zahlreicher Sensoren und neuer Technik nötig machen, ist neben den oben genannten Faktoren auch ein gegenläufiger Effekt zu berücksichtigen: Nach Unfällen oder bei der Reparatur beschädigter Scheiben müssen vermehrt auch Kameras und Sensoren ausgetauscht und die Systeme neu kalibriert werden.

Das macht viele Reparaturen teurer. In der Kfz-Haftpflichtversicherung werden die Reparaturkosten bis 2035 dadurch um knapp 3 bis knapp 8 Prozent, in der Kaskoversicherung um rund 4 bis 10 Prozent steigen.

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