Supply Chain Management Automatisierte Prozesse sparen Zeit und Geld

Redakteur: Johann Wiesböck

Reichte es in den Gründungsjahren von SPOERLE noch aus, bestimmte mechanische Produkte ab Lager zu führen, dominieren heute Begriffe wie „Time to Market“, „Design-In Support“ oder „E-Commerce“ die Sprache der Branchenteilnehmer. Dabei hat sich die Erwartungshaltung der Kunden gar nicht grundlegend gewandelt – die Prozesse der Logistik dafür um so mehr.

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„Liefertreue und -genauigkeit bildet sich heute durch ein hochkomplexes Material- und Forecast-Management ab. Das moderne Supply-Chain-Management ist so flexibel, dass für jede Anforderung bedarfgerechte Lösungen geschaffen werden können,“ Holger Lutz, SPOERLE und Sasco Holz
„Liefertreue und -genauigkeit bildet sich heute durch ein hochkomplexes Material- und Forecast-Management ab. Das moderne Supply-Chain-Management ist so flexibel, dass für jede Anforderung bedarfgerechte Lösungen geschaffen werden können,“ Holger Lutz, SPOERLE und Sasco Holz
( Archiv: Vogel Business Media )

„Nach wie vor stehen „klassische“ Themen wie Versorgunssicherheit und Flexibilität, eine breite Produktplatte oder ein modernes Supply-Chain-Management bei der Auswahl des passenden Logistikpartners im Vordergrund. Gleichwohl sind diese Attribute nicht mehr mit den Anforderungen aus der Vergangenheit gleichzusetzen,“ erzählt Holger Lutz, Divison Manager Supply Chain Solutions für SPOERLE und Sasco Holz.

„Liefertreue und -genauigkeit bilden sich heute durch ein hochkomplexes Material- und Forecast-Management ab, die breite Produktpalette umfasst inzwischen alleine bei SPOERLE über 140 Franchiselinien und das moderne Supply-Chain-Management ist so flexibel, dass unabhängig von den Rahmenbedingungen für jede Anforderung bedarfgerechte Lösungen geschaffen werden können oder sogar müssen“, so Lutz.

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Für den Distributor bedeutet dies einen enormen logistischen, strukturellen und auch wirtschaftlichen Aufwand, weshalb ein starker Partner mit globalen Ressourcen besonders wichtig ist. Insbesondere das Geschäftsmodell des Broadliners sieht sich großen Herausforderungen konfrontiert, um die Bedürfnisse aller Kunden im vertikalen und horizontalen Markt unter einen Hut bringen zu können. Hinzu kommt die große Dynamik des Marktes für elektronische Bauelemente.

Wie begegnet ein Broadliner den rasanten Veränderung?

Wie kaum eine andere Branche forciert die Industrieelektronik den technischen Wandel mit so einem atemberaubenden Tempo und stellt immer diversifizierte, zum Teil in sehr geringen Stückzahlen gefertigte Produkte zur Verfügung. Ein Nachteil für das große Handelshaus, das im Ruf steht, vornehmlich auf Commodities ausgerichtet zu sein?

„Gerade die rasante technologische Entwicklung spricht doch für den Broadliner“, widerspricht Lutz. „Aufgrund unseres breiten Portfolios können wir – basierend auf der technischen Beratung – genau die Bausteine auswählen, die ein Kunde für seine Applikation benötigt. Da wir eine hohe Boarddurchdringung aufweisen, bekommen unsere Hersteller zudem mehr Möglichkeiten geboten in einer Applikation berücksichtigt zu werden.

Optimale Planung und Steuerung von Material- und Informationsflüssen

Die Stärken jedes Herstellers werden so durch den Broadliner ideal repräsentiert und durch das Supply-Chain-Management maßgerecht unterstützt. Auf der anderen Seite steht das wichtige Design-In-Geschäft – auch hier können SPOERLE und Sasco Holz punkten und den Kunden mit individuellen Logistikkonzepten als Partner zur Verfügung stehen.“

Mit der optimalen Planung und Steuerung von Material- und Informationsflüssen über die gesamte logistische Kette, meistern SPOERLE und Sasco Holz den Spagat zwischen Produktbreite- und Tiefe - unabhängig von der Wertigkeit eines Artikels. „Die Grundlage unseres Lösungsansatzes bildet die Integration aller beteiligten Parteien über das gesamte Lieferspektrum – vom Hersteller bis zum Endkunden, vom hochwertigen, kundenspezifischen Design bis zu gegurteten Widerständen“, beschreibt Holger Lutz. Gemeinsam mit den Geschäftspartnern müssen Rahmenbedingungen bestimmt werden, die einen reibungslosen Warenfluss gewährleisten.

Abgestimmtes Lager- und Logistik-Management ist wichtig

„Um einen Mehrwert in der Supply Chain zu schaffen, wird die Steigerung des Unternehmenswerts durch die Automatisierung von Prozessen angestrebt.“ Diese Herausforderung bedingt ein aufeinander abgestimmtes Lager- und Logistik-Management, das eine strukturelle Abbildung aller Vorgänge ermöglicht.

Ein nicht immer einfaches Unterfangen, wie Lutz weiß: „Einerseits unterstützen wir unsere Kunden, um Ihnen den Zugang zu neusten Technologien zu eröffnen und ihre Produkte schneller zur Marktreife zu bringen. Andererseits stehen die Effizienz der Lieferkette sowie die kurz- und langfristige Produktverfügbarkeit im Fokus. Diese Anforderung lässt sich selbstverständlich nicht durch simple Bevorratung der benötigten Produkte mit exorbitanten Lagerhaltungskosten und großem Risiko zu Wertverlusten erreichen.

Nur die Optimierung der gesamten Supply-Chain – von der Prozessoptimierung über eine Optimierung der Lagerbestände bis hin zu einer Verringerung des administrativen Aufwands - bringt Kostenreduzierungspotenziale. Dabei werden die Kosten nicht verlagert, sondern durch höchste Effizienz und einem Fokus auf die Kernkompetenzen eines Unternehmens eingespart.“

Unmittelbare Auswirkung auf das Unternehmensergebnis

Die Synergien eines modernen Supply Chain Modells spiegeln sich nicht selten mittelbar im Unternehmensergebnis wieder. Durch eine effiziente Beschaffungsabwicklung, einem verkürzten Informationsfluss sowie der Verlagerung von Verantwortlichkeiten auf strategische Partner lassen sich die Betriebskosten reduzieren. Fürderhin bindet der verringerte Lagerbestand weniger Kapitalreserven.

Durch die verbesserte Kapitalnutzung steigt die Rentabilität, die verbunden mit der erhöhten Profitabilität den Unternehmenswert positiv beeinflussen. „SPOERLE und Sasco Holz stellen den Kunden die Werkzeuge zum Supply-Chain-Management zur Verfügung. Allerdings ist jedes Unternehmen anders aufgestellt und verfolgt unterschiedliche Ziele, so dass angefangen von der Projektdefinition über die Projektplanung, die Prozess- und Kostenanalyse, der Projektauswertung und -Umsetzung bis hin zur Erfolgskontrolle alle erforderlichen Maßnahmen in enger Zusammenarbeit mit allen Partnern in der Lieferkette individuell erarbeitet werden müssen“, betont Lutz.

Implementierung eines Supply-Chain-Management-Systems

Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, erfolgt vor der Implementierung eines Supply-Chain-Management-Konzepts stets eine umfassende Artikel-Analyse beim Kunden. Dabei wird der Bedarf nach mehreren unterschiedlichen Parametern untersucht und anschließend klassifiziert. Ist dies erfolgt, kann der Informations- und Materialfluss zwischen dem Kunden und dem Distributor untersucht werden, anhand dessen ein kundenspezifisches Liefermodell erstellt wird. Hierbei werden auf Wunsch alle Liefertermine automatisch zusammengefasst, die innerhalb eines vorher vereinbarten Wiederbeschaffungsintervalls liegen.

Wünscht ein Kunde beispielsweise alle sieben Tage eine Lieferung, werden alle im Forecast angegeben Lieferdaten innerhalb einer Woche gebündelt auf einen Liefertermin zusammengefasst. Anschließend prüft das System die gewünschten Mengen ab und rundet sie bei Bedarf auf die Verpackungseinheit und Mindestbestellmenge auf. Dabei werden auch die Mindest- bzw. die optimalen Bestellwerte berücksichtigt. Nullmengen werden direkt gelöscht. Sind sämtliche Redundanzen im Forecast beseitigt, besteht zusätzlich die Möglichkeit, kundenspezifische Abrufinformationen anzufügen.

Enge Verzahnung entlang der Lieferkette

Ein manueller Eingriff in diesen Prozess ist in der Regel nicht notwenig, so dass die Disponaten zeitlich und administrativ erheblich entlastet werden: „Durch diese Automatisierung lassen sich zum Beispiel Sicherheitsbestände niedrig halten. Durch die enge Verzahnung entlang der Lieferkette treten bis auf wenige Ausnahmen keine Engpässe auf. Der Automatismus wiegt den Bedarf gegen den Verbrauch und den Lagerbestand gegen die Lieferzeiten auf. Das System erstellt daraufhin einen Trend, anhand dessen bei ungünstigen Lagerentwicklungen ein Early-Warning-System Alarm schlägt.“

In diesem Fall können die Product-Asset-Manager rechtzeitig manuell in den Prozess eingreifen und den Automatismus sogar gänzlich stoppen. „Der ‚Point Of No Return’ ist eigentlich erst dann erreicht, wenn die Ware bereits auf der Straße ist“, betont Lutz.

„Um Optimierungspotentiale zu ermitteln kommt es darauf an, individuell nach geeigneten Methoden und Verfahren zu suchen, die zu mehr Flexibilität in der Lieferkette und zur Steigerung der betrieblichen Leistungsfähigkeit beitragen. Dies betrifft Artikel, die häufig und in großen Stückzahlen abgenommen werden genauso, wie die kundenspezifische 32-Bit-Applikation eines Halbleiterherstellers“, fasst Lutz zusammen.

Logistik-Dienstleistungen und Lagerkonzepte kombinieren

Mittels unterschiedlicher Logistik-Dienstleistungen wie Konsignations- und Pufferlager, Just-in-Time-Belieferung, Min-/Max-Steuerung oder Kanban stehen dem Kunden unterschiedliche Logistikmodelle zur Verfügung, die je nach Produktmix auch miteinander kombiniert werden können. Leistungen zur Produktveredelung, wie Programmierung, Kabelkonfektionierung, Barcoding oder Dry Packing sind seit Jahren bei SPOERLE und Sasco Holz auf Wunsch ebenfalls erhältlich.

„Vorrangiges Ziel der Vernetzung dieser Einzelmaßnahmen ist die stets Automatisierung und die Optimierung von Prozessen – einhergehend mit einer hohen Versorgungssicherheit und ausreichender Flexibilität“, stellt Lutz nochmals heraus. Dabei bestimmt die elektronische Nutzbarkeit von Daten und Informationen den Grad der Optimierung.

Großes Maß an Flexibilität erforderlich

Sie erfordert vom Distributor ein größtes Maß an Flexibilität, da er sich mit den unterschiedlichen Systemplattformen sowohl auf den Seiten der Hersteller als auch der Kunden auseinandersetzen muss. „SPOERLE und Sasco Holz sprechen viele Sprachen, um sich mit allen Geschäftspartnern zu verständigen“, weiß Lutz. „Von EDI über XML bis hin zu VDA ist ein Datenaustausch über jeden gängigen Standard möglich. Selbst Text-Dokumente können bei Bedarf ausgelesen und verarbeitet werden.

„Das breite Portfolio an Logistik-Dienstleistungen bietet durch gezielten Einsatz viele Möglichkeiten, bestehende Prozesse effizient zu gestalten. So ergeben sich für die Kunden durch den kürzeren Warenbestand gemessen in Tagen weitere Kostenvorteile. Dies betrifft jedes Bauelement, das mit automatisierten Prozessen und/oder einem intelligent gewählten Logistikmodell von SPOERLE und Sasco Holz bezogen wird. Mit diesem Ansatz zahlt sich das Supply-Chain-Management in Zeit und Geld aus“, so Lutz abschließend.

Dieser Beitrag entstand nach Unterlagen und Angaben von SPOERLE und Sasco Holz sowie einem Gespräch der Redaktion mit dem Supply-Chain-Management-Experten Holger Lutz.

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