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BEE-Studie Ausrangierte E-Mobil-Akkus bergen gewaltiges Speicherpotenzial

Laut einer aktuellen Studie könnten gebrauchte Lithium-Ionen-Akkus im Jahre 2015 etwa genauso viel Strom zur Verfügung stellen wie die Hälfte aller deutschen Pumpspeicher-Kraftwerke.

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Hermann Falk: „Die Automobil-Branche kann zum Schlüsselfaktor der Energiewende werden. Die Bundesregierung sollte daher ihre Bemühungen intensivieren, um bis 2020 die anvisierten eine Million Elektro-Autos auf die Straße zu bringen. Dem gegenüber würden mittelfristig finanzielle Entlastungen bei Reservekraftwerken und beim Netzausbau stehen.“
Hermann Falk: „Die Automobil-Branche kann zum Schlüsselfaktor der Energiewende werden. Die Bundesregierung sollte daher ihre Bemühungen intensivieren, um bis 2020 die anvisierten eine Million Elektro-Autos auf die Straße zu bringen. Dem gegenüber würden mittelfristig finanzielle Entlastungen bei Reservekraftwerken und beim Netzausbau stehen.“
(Bild: BEE)

In einem alten Akku steckt noch eine Menge Saft: Wenn aus einem Elektroauto nach fünf bis sieben Jahren ein Akku-Tausch nötig wird, hat die alte Batterie noch gut 70 bis 80% ihrer ursprünglichen Kapazität. Zu wenig, um in einem Tesla S oder BMW i3 weiter Dienst zu tun, zu viel, um zum alten Eisen zu gehören: Nach einer neuen Studie des Bundesverbandes Erneuerbare Energie e.V. (BEE) und der Deutschen Messe AG in Hannover können diese alten Lithium-Ionen-Akkus im Jahr 2025 mit 25 GWh etwa genauso viel Strom zur Verfügung stellen wie die Hälfte aller deutschen Pumpspeicher-Kraftwerke. Voraussetzung: Der Markt für Elektromobilität muss in Deutschland endlich in Schwung kommen.

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Automobil-Branche als Schlüsselfaktor der Energiewende

Hermann Falk, BEE-Geschäftsführer: „Die Automobil-Branche kann zum Schlüsselfaktor der Energiewende werden. Die Bundesregierung sollte daher ihre Bemühungen intensivieren, um bis 2020 die anvisierten eine Million Elektroautos auf die Straße zu bringen. Dem gegenüber würden mittelfristig finanzielle Entlastungen bei Reservekraftwerken und beim Netzausbau stehen.“

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

  • 2025 liefern Speicher aus Second-Life-Batterien 25 GWh Strom.
  • Die Kosten für Batteriespeicher sinken pro Jahr um 15%.
  • Die Produktion von Batteriespeichern vervierfacht sich bis 2020.
  • Die Energiekosten eines Elektroautos betragen dann mit 150 €/kWh genau so viel wie bei Autos mit Verbrennungsmotor.
  • 50% aller Akkus werden nach fünf bis sieben Jahren Lebensdauer recycelt.

Akkupreise sinken rapide

Maßgeblich für das enorme Potenzial der Elektromobilität sind die rapide sinkenden Preise bei der Akku-Produktion: Kostete die Kilowattstunde eines Lithium-Ionen-Pakets letztes Jahr noch 500 €, sind es dieses Jahr 300 € und laut Studie werden es 2020 nur noch 150 € sein. Ein ausrangierter Akku liefert jedoch schon heute Strom für 150 € pro kWh. Damit werden Second-Life-Batterien schon in den nächsten Jahren einen zusätzlichen Schub bei der Kostensenkung von Batterien leisten können. Bereits in zehn Jahren werden alleine Second-Life-Batterien 25 GWh Strom speichern können. Sie können damit auch einen wichtigen Beitrag leisten, um sowohl Erzeugungs- als auch Lastspitzen abfangen zu können.

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Der Bundesverband Erneuerbare Energie

Als Dachverband der Erneuerbare-Energien-Branche in Deutschland bündelt der BEE die Interessen von 37 Verbänden und Unternehmen mit 30.000 Einzelmitgliedern, darunter mehr als 5000 Unternehmen. Zu den Mitgliedern zählen u.a. der Bundesverband WindEnergie, der Bundesverband Solarwirtschaft, der Fachverband Biogas und der Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke. Der BEE vertritt somit 355.400 Arbeitsplätze. Das Ziel: 100% Erneuerbare Energie in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr.

Der Autor der Studie, Gerard Reid vom Investment-Haus Alexa Capital, hat auch einige Vorschläge für die Politik aufgelistet:

  • Verstärkte Standardisierung bei Akkus und Ladestationen.
  • Batteriespeicher sollten nicht als Stromverbraucher belastet werden.
  • Forschung und Anwendung von Second-Life-Batterien forcieren.
  • Industrie muss technische Leistungsstandards für Second-Life-Batterien entwickeln, um Zertifizierung und Regelungen für die Produkthaftung zu erleichtern.
  • Erhöhung der Finanzmittel und Anreize für Datenerfassung und Verbreitung für Projekte mit Second-Life-Batterien.
  • Entwicklung flexibler Strommärkte, die die Arbeit mit Übertragungs- und Verteilernetzbetreibern und Regulierungsbehörden beschleunigen, um das Potenzial, die Wertsteigerung und die Flexibilität des Systems zu quantifizieren und zu realisieren.

Studie und Zusammenfassung können hier heruntergeladen werden.

(ID:43995469)

Über den Autor

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Redakteur, ELEKTRONIKPRAXIS - Wissen. Impulse. Kontakte.