Ausblick 2018: Die Automobilbranche am Scheideweg

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Holprig aber stetig: Der Weg zum autonomen und vernetzten Fahrzeug

Autobauer, Zulieferer und Wissenschaftler feilen an der car-to-car- und an der car-to-x-Kommunikation. Das ist einerseits Voraussetzung für sicheres autonomes Fahren. Zum anderen birgt es Herausforderungen wie die Zurechnung von Verantwortung und Haftung, die Versicherung bei Unfällen - und ruft Datenschutz-Bedenken hervor.

Zudem kommen die Hersteller von außen in Zugzwang. Geschäftsmodelle müssen her, um in der Mobilität von morgen mit Robo-Taxis, Auto-Abos und neuen Carsharing-Konzepten mithalten zu können. BMW, Fiat Chrysler und der Chipkonzern Intel tun sich beim autonomen Fahren zusammen. Volvo liefert dem Fahrvermittler Uber neue Modelle, die Google-Schwester Waymo will Roboterwagen auf die Straße bringen. VW rüstet sich mit tausenden Software-Experten. Seit 2010 steckte die Branche laut McKinsey 111 Milliarden Dollar in Firmen aus der Automatisierung, Vernetzung und Elektrifizierung.

Falsche Fährte oder Realität: Ein unrühmlicher Kartellverdacht

Als gäbe es nicht genug Baustellen, kam im Sommer eine zusätzliche hinzu. Die EU-Kommission prüft nach einem Spiegel-Bericht über jahrelange Geheimabsprachen in der Autoindustrie den Verdacht der Kartellbildung. BMW, Daimler und VW samt den Töchtern Audi und Porsche sollen Informationen über Modelle, Kosten und Zulieferer ausgetauscht haben.

Möglicherweise zulasten des Wettbewerbs und der Verbraucher. Noch laufen die Ermittlungen, auch die Abgrenzung von zulässigen Absprachen ist nicht ganz klar. Die Unternehmen sehen kein Fehlverhalten. Zulieferer hätten keine Behördenanfragen erhalten.

Protektionismus als Bedrohung des Exportgeschäfts

Die deutsche Autobranche hängt zu großen Teilen am freien Welthandel, 2016 gingen 4,4 Millionen Pkw in den Export. Da sorgten die Pläne von US-Präsident Donald Trump, Importzölle einzuführen oder anzuheben, für Verunsicherung. Bisher hat Trump seinen Worten keine Taten folgen lassen. Doch auch der Brexit und die Elektro-Quoten Chinas könnten die internationalen Verkäufe von Autos "Made in Germany" hemmen.

Wird es weitere Übernahmen in der Autobranche geben?

Im März einigte sich PSA mit dem bisherigen Eigentümer General Motors auf die Übernahme von Opel. In Europa entsteht nun der nach Absatz zweitgrößte Anbieter nach der VW-Gruppe. Bis Ende 2018 sind die rund 19 000 deutschen Opelaner zwar vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt. Die PSA-Spitze hat aber schon klargemacht, dass sie die Firma auf Effizienz trimmen will.

Auch zu einem möglichen Liebäugeln von VW mit Fiat Chrysler gibt es immer wieder Gerüchte, die die Wolfsburger hartnäckig dementieren. In der Zulieferbranche bleibt der Konkurrenzkampf ebenfalls hoch - wobei laut Ratingagentur Moody's ausgerechnet die Abgaskrise durch den Bedarf an neuer Reinigungstechnik für neue Umsätze sorgen könnte.

* Mit dpa-Materialien

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