Suchen

Augmented Reality trifft auf Li-Fi

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Bei Augmented Reality stören Kabel und der Anwender möchte seine Hände frei haben. Eine AR-Brille kann über sichtbares oder infrarotes Licht (Li-Fi) kommunizieren, um Daten zu versenden und zu empfangen.

Firmen zum Thema

Bei Augmented Reality werden zusätzliche Informationen in das Blickfeld des Nutzers eingeblendet. Mit Li-Fi lassen sich Daten über Licht drahtlos zur AR-Brille übertragen.
Bei Augmented Reality werden zusätzliche Informationen in das Blickfeld des Nutzers eingeblendet. Mit Li-Fi lassen sich Daten über Licht drahtlos zur AR-Brille übertragen.
(Bild: Bosch)

Mit Augmented-Reality-Brillen (AR) können Anwender zusätzliche Informationen in ihr Blickfeld einblenden. Das ist nicht nur für Lager und Logistik interessant, sondern auch bei der Montage und der Produktentwicklung oder der Medizintechnik. Je nach Anwendung müssen allerdings große Datenmengen übertragen werden; interaktive Inhalte, welche direkt auf die Aktion des Nutzers reagieren, müssen innerhalb einer bestimmten Zeit verfügbar sein.

Allerdings schränken Kabel die Bewegungsfreiheit ein und Träger für mobile Anwendungen müssen ihre Arme frei haben. Aus diesem Grund werden bei AR-Brillen bevorzugt drahtlose Übertragungstechniken eingesetzt. Die üblichen Standards wie WLAN oder Bluetooth eignen sich allerdings nicht für eine echtzeitfähige Übertragung und die Bandbreite ist begrenzt.

Augmented Reality und Li-Fi-Kommunikation

„Datenbrillen sind ein sehr gutes Beispiel für die Vorteile unserer Li-Fi-Technologie“, sagt Dr. Alexander Noack, Entwicklungsleiter am Fraunhofer IPMS, „Die optische drahtlose Übertragung über Li-Fi (Light Fidelity) bietet hohe konstante Datenraten, geringe Latenzzeit und maximale Bewegungsfreiheit. Sie verbindet die Flexibilität von Wireless-Lösungen mit den Vorteilen einer kabelgebundenen Übertragung und bietet im Vergleich zu funkbasierten Anwendungen eine noch höhere Bandbreite“.

Eine freie Sichtachse zwischen Sende- und Empfangsmodul vorausgesetzt kann die optische Datenübertragung grundsätzlich überall Anwendung finden, wo Steckverbinder, Kabel, Schleifkontakte und Funk-Netzwerke ersetzt werden müssen. Dieser basiert auf einem optischen Datenlink mit einer Datenrate von einem GBit/s auf einer Distanz von fünf Metern, der auch als Customer Evaluation Kit des Fraunhofer IPMS verfügbar ist.

Datenraten bis 1 GBit/s

Ohne zusätzlichen Aufwand lässt sich das Modul über ein CAT5-Kabel in bestehende Systeme integrieren. Je nach Anwendungsfall kann der HotSpot in Größe, Datenrate, Übertragungsdistanz und Schnittstellen an spezifische Kundenanforderungen angepasst und weiterentwickelt werden. Es lassen sich Distanzen bis 30 Meter und Datenraten bis 1 GBit/s sind je nach Umgebungsbedingungen umsetzen. Schnittstellen wie USB 3.0, Ethernet, Gigabit-Ethernet wurden bereits realisiert.

Um andere Anwendungsfälle zu evaluieren bietet das Fraunhofer IPMS regelmäßige Li-Fi Hands-On Workshops an. Der Workshop bietet die Gelegenheit, die Module des Fraunhofer IPMS aufzubauen und die Grenzen der Technologie in Hinblick auf eigene Produkte und Ideen zu erproben.

(ID:45745911)