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Augmented Reality in der Fabrikhalle

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Informationseinblendungen – weniger ist mehr

Mithilfe der smarten Datenbrillen lassen sich also zahlreiche Arbeitsschritte vereinfachen und beschleunigen. Eine weitere Verbesserung zu bisherigen Prozessen ist der hohe mögliche Individualisierungsgrad der Software. Dem Träger der Brille werden nur die Informationen angezeigt, die er wirklich benötigt und die seinem Ausbildungs- und Kenntnisstand entsprechen.

Statt ihn mit überflüssigen Informationen zu überfordern, werden ihm nur solche Daten eingeblendet, die er tatsächlich versteht und braucht. Der Techniker wird dadurch entlastet und bei seiner eigentlichen Tätigkeit unterstützt. Auch bei den weiteren Einsatzfeldern, wie Schulungen, Wartungs- oder Instandhaltungsprozessen, wirkt sich die Möglichkeit zur Individualisierung positiv aus.

Fehler können zudem durch automatische Quittierung und die visuelle Kontrolle von Arbeitsschritten vermieden werden – was wiederum zu nachhaltigen Qualitätssteigerungen führt. Zu den Vorteilen von AR-Technologien zählen auch Zeit- und Kosteneinsparungen bei der Dokumentation von Abläufen. So kann ein Prozess, der mithilfe von Augmented Reality durchgeführt wird, einfach digital archiviert und nachvollzogen werden. Dadurch entfällt sowohl der Zeitaufwand für die Dokumentation als auch für die aufwandsintensive Informationssuche in papierbasierten Archiven.

Für den Mittelstand zu teuer?

Bei der Entwicklung von AR-Anwendungen stehen gerade mittelständische Unternehmen zurzeit noch vor großen Herausforderungen: Zum einen entfaltet Augmented Reality sein volles Potenzial nur in bereits digitalisierten Produktionsumgebungen, in denen die nötigen Sensoren, Schnittstellen und digitalen Fertigungsdaten bereits vorhanden sind. Zum anderen ist nicht jede Anwendung für jedes Unternehmen geeignet und die Entwicklung von AR-Anwendungen erfordert einen enormen Aufwand sowie ein beträchtliches Maß an Expertise.

Der Anwenderkreis von AR-Technologien beschränkt sich daher aktuell zum Großteil auf Konzerne. Um Augmented Reality für den Mittelstand einfacher zugänglich zu machen, widmet sich ein weiteres Projekt aus dem Technologieprogramm Smart Service Welt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, AcRoSS, der Entwicklung einer Service-Plattform mit wiederverwendbaren, modular kombinierbaren AR-Software-Bausteinen.

Letztere dienen dazu, dass jedes Unternehmen zeit- und kosteneffizient AR-Anwendungen individuell auf seine Bedürfnisse maßschneidern kann. Mit Hilfe semantischer Technologien und einer intuitiv zu bedienenden Konfigurationssoftware können die Bausteine ohne spezifisches Expertenwissen zu komplexen AR-Anwendungen verknüpft werden.

Über die Plattform können alle nötigen Daten zwischen den verwendeten AR-Geräten (also etwa Datenbrillen oder auch Tablets), Produktions- und Logistiksystemen sowie unternehmensinternen Software-Anwendungen abgerufen, ausgetauscht und miteinander vernetzt werden. Eine Herausforderung ist dabei die Verbindung mit unterschiedlichen Softwaresystemen und Maschinen, die mit den AR-Anwendungen zusammenarbeiten sollen.

Die Plattform muss hochkomplexe Aufgaben erfüllen und dabei benutzerfreundlich gestaltet sein, um eine einfache Konfiguration neuer Anwendungen zu ermöglichen. Zudem muss zu jeder Zeit die Sicherheit der Daten gewährleistet sein. Indem der Aufwand für die Entwicklung von AR-Software reduziert wird, soll insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen der Zugang zu dieser Zukunftstechnologie erleichtert werden – so der Wille der AcRoSS-Projektpartner.

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