Augmented Reality als Plattform für kleine Industrie-Unternehmen

| Redakteur: Hendrik Härter

Augmented Reality in der Industrie: Eine Forschungs-Plattform will dabei helfen, dass AR auch für kleine Industrie-Unternehmen nutzbar und bezahlbar wird.
Augmented Reality in der Industrie: Eine Forschungs-Plattform will dabei helfen, dass AR auch für kleine Industrie-Unternehmen nutzbar und bezahlbar wird. (Bild: Projekt AcRoSS)

Im Rahmen eines Forschungsprojektes soll Augmented Reality (AR) über ein Plattform-Konzept auch für kleine Unternehmen nutzbar werden. Dazu gehören auch zusätzliche datenbasierte Services.

In der Spiele-Welt hat Augmented-Reality längst Einzug gehalten. Auch große Unternehmen setzen auf die virtuelle Welt, um ihre Entwicklungen voranzutreiben. Doch Augmented Reality und ihre Komponenten sind teuer. Weshalb sich gerade kleine und mittlere Unternehmen die Investitionen nicht leisten können. Im Berliner Smart Data Forum stellte das Forschungsteam die Ergebnisse des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Projektes „AR-basierte Produkt-Service-Systeme“ (AcRoSS) vor.

„Ob Videospiel oder Vertriebsunterstützung – Augmented Reality (AR) ist bereits erfolgreich im Einsatz. Besonders kleine und mittlere Betriebe profitieren derzeit aber wenig von den Möglichkeiten, da der Entwicklungsaufwand sehr hoch ist. Unsere AcRoSS-Plattform ist eine Möglichkeit, diese Aufwände zu reduzieren. Wir zeigen spannende Potenziale für zusätzliche Dienste und Geschäftsmodelle mit AR auf“, erläutert Daniel Röltgen, AcRoSS-Projektleiter vom Fraunhofer IEM. Die Grundidee: Aus fertigen Bausteinen können Unternehmen individuelle Augmented Reality-Lösungen und Services erstellen und sie sogar über die Plattform betreiben.

Maschinen mithilfe von Augmented Reality reparieren

Der Maschinenbauer Krause-Biagosch hat das Plattformkonzept getestet und sieht großen Nutzen für seine Kunden. Die Reparatur von Maschinen im Einsatz kann aufwendig und teuer sein. Künftig könnte Krause-Biagosch die Reparaturanleitung über ein AR-Datenbrille ins Sichtfeld seiner Kunden projizieren und so zusätzliche Dienstleistungen anbieten. Auch das Raumfahrtunternehmen Ariane Group erarbei-tete eine Pilotanwendung für die Plattform. So könnten Mitarbeiterinnen und Mitar-beiter bei der Montage der Ariane-6-Trägerrakete Bauanleitungen Schritt für Schritt über eine AR-Brille erhalten. Besonders im engen Bauraum profitieren sie davon, beide Hände freizuhaben. Die Demonstratoren beider Industrieanwendungen sind ab sofort im Showroom des Smart Data Forum des BMWi zu sehen.

Sowohl die Reparatur- als auch die Montageanleitungen werden von Smart Services (Datenbasierte Dienste) dargestellt. Über die AcRoSS-Plattform könnten die Services mit verschiedenen vorgefertigten Augmented-Reality-Bausteinen wie Positionserkennung oder Gestensteuerung zusammengesetzt werden. Kommunikation und Datenübertragung erfolgen zentral über die Plattform-Software. Sind in Betrieben kostspielige und aufwendige Eigenentwicklungen nicht möglich, bieten die Plattform einen einfachen Zugang zur AR-Technik.

„Das Bundeswirtschaftsministe-rium hat AcRoSS gefördert, weil es dazu beiträgt, dass sich die AR-Technik weiterverbreitet und sich auch Mittelständler diese einfacher zunutze machen können“, sagt Dr. Stefan Afting vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Die Projektpartner

Die Forschungspartner der AcRoSS-Plattform bilden die gesamte Bandbreite der späteren Plattform-Nutzer ab. Ubimax konzipierte die AR-Bausteine, die Technologie-Anbieter künftig über eine Bibliothek auf der AcRoSS-Plattform bereitstellen könnten. Das DAI-Labor ermöglicht die Zusammenstellung der Bausteine zu nutzen-stiftenden Services und eine reibungslose Umsetzung. Die Gesamt-Plattform wurde von Atos als Plattform-Anbieter erstellt. Das Fraunhofer IEM unterstützte die Entwicklung methodisch und konzipierte passende Geschäftsmodelle für die AR-Services.

Die Partner im Projekt AcRoSS sind: Atos, Ariane Group, DAI-Labor, Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM, Krause-Biagosch und Ubimax. Ermöglicht wurde das Projekt AcRoSS (März 2016 bis Februar 2019) durch eine Förderung im Technologieprogramm „Smart Service Welt – Internetbasierte Dienste für die Wirtschaft“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Ziel des Programms ist es, neue intelligente Dienste (Smart Services) anhand konkreter Lösungen zu entwickeln.

Lesetipps

Augmented Reality und die Vorteile für die Industrie

Augmented Reality und die Vorteile für die Industrie

14.01.19 - Augmented Reality in der vernetzten Industrie hilft dem Anwender dabei, Informationen zu seiner jeweiligen Arbeit schnell und vor allem zeitlich passend zu erhalten. Ebenfalls möglich ist der Fernzugriff auf die Daten. lesen

Head-Up-Displays für die Logistik – Effizienz dank freier Hände

Head-Up-Displays für die Logistik – Effizienz dank freier Hände

05.12.18 - Head-Up-Displays (HUD) sind mittlerweile eine beliebte Alternative zu klassischen in das Armaturenbrett eingelassenen Displays. Doch Augmented Reality (AR) hilft nicht nur im Verkehr, sondern bereits in Prozessen lange bevor ein Auto fahrtüchtig auf der Straße steht. lesen

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 46130941 / HMI)