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Audi gewinnt Preis für seinen virtuellen Außenspiegel

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Der Automobilhersteller Audi gewinnt für seinen kamerabasierten Außenspiegel den Display Industry Award 2020. Im Inneren des Fahrzeugs werden die Bildinformationen auf einem OLED-Display dargestellt.

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Audi wurde für seinen kamerabasierten Außenspiegel im „e-tron“ mit dem „Display Industry Award 2020“ ausgezeichnet.
Audi wurde für seinen kamerabasierten Außenspiegel im „e-tron“ mit dem „Display Industry Award 2020“ ausgezeichnet.
(Bild: Audi)

Mit Audi gewinnt ein Mitglied des Displayforums DFF e.V. den „Display Industry Award 2020“ der „Society for Information Display“ (SID). Der Award zählt zu den höchsten Auszeichnungen in der Branche und wird in den Kategorien „Display-Anwendung des Jahres“, „Display des Jahres“ und „Display-Komponente des Jahres“ vergeben.

Audi erhält den Award in der Kategorie „Display-Komponente des Jahres“ für die Entwicklung eines virtuellen Außenspiegels.

Virtueller Seitenspielgel verringert Luftwiderstand

Der Fahrtwiderstand eines elektrisch angetriebenen Fahrzeugs sollte so gering wie möglich sein. Deshalb setzt Audi bei seinem „e-tron“ auf einen virtuellen Seitenspiegel. Dieser bietet als Alternative zu einem herkömmlichen Spiegel ein Kamera-Display-System mit einem reduzierten Luftwiderstand. Zudem werden die Geräusche des Luftstroms aufgrund des geringen Systemvolumens des Außenspiegels gesenkt.

Im Innenraum kommt ein OLED-Display zum Einsatz. Die OLED-Technik bietet gegenüber LC-Displays einen wesentlich höheren Kontrast und schnellere Schaltzeiten selbst bei niedrigen Temperaturen. Mit dem verbauten AMOLED-Display und 5,7 Zoll in der Smart Control für die Passagiere auf den Rücksitzen des Audi A8 sammelte man bereits davor erste Erfahrungen mit der OLED-Technik.

OLED-Displays überzeugen im Fahrzeug

Die eingesetzten OLEDs müssen alle Automotive-Spezifikationen erfüllen und den kompletten Lebenszyklus eines Autos ohne Probleme überstehen. Selbst das zweijährige Parken eines Fahrzeuges in der Wüste wurde erfolgreich simuliert. Hier war es nicht nicht hohe Temperatur, sondern vor allem eine sehr hohe UV-Strahlung, welche das Display standhalten musste.

Seit dem Jahr 2018 werden virtuelle Außenspiegel bei einem Serienfahrzeug im Ausstattungspaket angeboten, wobei sie beim Audi „e-tron“ optional erhältlich sind. Die kleinen Außenkameras sind in sechseckige Träger anstelle der normalen Außenspiegel eingebaut. Die Bilder werden digital verarbeitet und auf kontraststarken OLED-Displays mit einer Auflösung von 1280 x 800 Pixel angezeigt und im Übergang zwischen Instrumententafel und Tür verbaut.

Display passt sich seiner Umgebung an

Eine spezielle Bildverarbeitung liefert die Displays in bestimmten Situationen wie beispielsweise direkter Sonneneinstrahlung ein deutlich besseres Bild für den Fahrer als ein herkömmlicher Spiegel. Die Spiegel passen sich automatisch drei verschiedenen Fahrsituationen an: Autobahn, Spurwechsel und Parken.

Auf der Autobahn wird das Sichtfeld reduziert, damit der Fahrer bei schneller Fahrt die Geschwindigkeit besser einschätzen kann. Andere Fahrzeuge erscheinen dadurch größer im Display. Bei einem Fahrspurwechsel wird das Bilddetail auf der relevanten Fahrzeugseite erweitert und damit der tote Winkel reduziert. Beim Manövrieren und Parken des Fahrzeugs wird die Sicht nach unten erweitert und so mögliche Hindernisse angezeigt.

Der Blinker wird als eine grüne Kontur auf dem Außenrahmen visualisiert und Benachrichtigungen vom Seitenassistenten werden ebenfalls eingeblendet. Die Resonanz von Kunden, die diese Option bestellt haben, war positiv, so dass die Entwicklung des virtuellen Seitenspiegels fortgesetzt wird.

Wer ist die Society for Information Display (SID)?

Die Society for Information Display (SID) ist eine weltweit agierende Berufsorganisation, die sich auf die Weiterentwicklung von elektronischen Anzeige- und visuellen Informationstechnologien konzentriert und dabei eine Plattform für die Zusammenarbeit, Kommunikation und Weiterentwicklung der Displaybranche und seiner Technologien bietet. Die Mitglieder sind Fachleute aus den verschiedensten Geschäftsbereichen der Displayindustrie wie Forschung, Design, Herstellung, Anwendung, Marketing und Vertrieb.

Die offizielle Preisverleihung findet dieses Jahr im Rahmen der 57. Display Week vom 3. bis 7. August 2020 statt, die erstmals rein virtuell durchgeführt wird. Die Display Week ist die weltweit führende Veranstaltung für elektronische Anzeigen und visuelle Technologien vom Konzept bis zur Marktreife.

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