Lesetipp

Auch Physiker kochen nur mit Wasser

| Autor / Redakteur: dpa Wissen / Martina Hafner

Das Buch von Rolf Heilmann "Auch Physiker kochen nur mit Wasser - Wo die Wissenschaft an ihre Grenzen gerät" ist erschienen im Herbig Verlag. Die gebundene 240 Seiten starke Ausgabe kostet 20,00 Euro. ISBN: 978-3-7766-2757-2
Das Buch von Rolf Heilmann "Auch Physiker kochen nur mit Wasser - Wo die Wissenschaft an ihre Grenzen gerät" ist erschienen im Herbig Verlag. Die gebundene 240 Seiten starke Ausgabe kostet 20,00 Euro. ISBN: 978-3-7766-2757-2 (Bild: Herbig Verlag)

Alles scheint messbar, berechenbar, beweisbar. Doch stimmt das wirklich? Gibt es überhaupt noch Geheimnisvolles, Unerklärliches, Verwunderliches? Wo die Wissenschaft an ihre Grenzen gerät, beschreibt der renommierte Physiker Rolf Heilmann.

Was passierte vor dem Urknall? Warum können 18 Parameter im Standardmodell der Elementarteilchen bis heute nicht erklärt werden? Und wieso breitet sich das Weltall eigentlich schneller aus, als es dürfte? «Eine endgültige, alles erklärende Antwort, bei der Kinder nicht weiterbohren könnten, gibt es gar nicht», schreibt Rolf Heilmann in seinem Buch «Auch Physiker kochen nur mit Wasser – Wo die Wissenschaft an ihre Grenzen gerät.»

Das gilt schon für scheinbar so simple Dinge wie die Antwort auf die Frage, warum Objekte zu Boden fallen: Schwerkraft – und die daran anschließende Frage, warum es die Gravitation überhaupt gibt.Immer wieder zeigt der Physik-Professor an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München die Grenzen seiner Disziplin auf.

Dort streben die Fachleute seinen Worten zufolge danach, vieles mit möglichst wenigen Worten zu erklären – und scheiterten dabei oft schon, sobald es etwas komplexer wird. «Die Physiker haben zwar tolle Gleichungen gefunden, die die Prozesse in der Natur beschreiben, sie können sie aber nur für wenige Spezialfälle explizit lösen.»

Als seinerzeit beispielsweise die Richtung des elektrischen Stroms festgelegt werden sollte, entschieden sich die vermeintlichen Experten – willkürlich – für die falsche. Hinzu komme, dass viele Erkenntnisse heute zu kompliziert seien, um sie einfach zu erklären. Zahlreiche neue Entdeckungen werden nur noch in Expertenzirkeln wahrgenommen, weil jede Menge Forscher in Detailsparten arbeiteten.

Das alles klingt wie ein Versuch, Laien eines der wohl unbeliebtesten Schulfächer schmackhaft zu machen. Auch dass Heilmann fast ohne Mathematik auskommt, unterstützt das. «Wollen Sie das Wundern wieder lernen», wirbt er für die Lektüre seines Werks.

Dass er selbst an der Universität Leipzig über die Wechselwirkung von Licht mit Kristallen forschte und am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt Lasersysteme entwickelte, wertet die (Selbst)kritik an den Physikern auf. Aber auf die Dauer wiederholt sie sich auch.

Heilmann schafft es jedoch, auf einfache Art und verständliche Weise Grundlegendes zu erklären: von Elektrizität bis Magnetismus, von Licht bis Energie. Auch Quanten, Raumzeit und die Heisenbergsche Unschärferelation klammert er dabei nicht aus. Dieser gut 230 Seiten lange Exkurs durch die elementaren Erkenntnisse der Physik ist für Fachleute sicherlich eine langweilige und oberflächliche Zusammenfassung. Im besten Fall kann sie aber zur kritischen Selbstreflexion anregen. So schreibt Heilmann, Physik sei «nichts für Feiglinge, die fundamentalen Fragen ausweichen wollen».

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Wieso soll Physik eines der unbeliebtesten Schulfächer sein? Googelt man nach dieser Aussage,...  lesen
posted am 23.08.2015 um 15:44 von Unregistriert


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