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Auch der Display-Markt wird unter dem Coronavirus leiden

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Viele Fertiger und Zulieferer von elektronischen Displays kommen aus China. Das hat nicht nur Auswirkungen auf Forschung und Entwicklung, betroffen sind vor allem die Lieferketten. Von Entspannung kann aktuell noch keine Rede sein. Das wirkt sich wiederum weltweit auf die abhängigen Firmen aus.

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Das Coronavirus 2019-nCoV hat vor allem China getroffen. Dort sitzen viele Fertiger und Zulieferer von elektronischen Displays.
Das Coronavirus 2019-nCoV hat vor allem China getroffen. Dort sitzen viele Fertiger und Zulieferer von elektronischen Displays.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Das Coronavirus greift weiter um sich – viele Fertigungsunternehmen sitzen in China. Und damit einher gehen viele Probleme bei europäischen Unternehmen. Denn diese sind auf eine funktionierende Lieferkette angewiesen, darunter auch die Display-Anbieter.

Eine große Sorge der Mitgliedsunternehmen des Deutschen Flachdisplay Forum (DFF) ist, dass sich die Infektionszahlen nicht schnell genug rückläufig entwickeln werden. Denn hohe Infektionszahlen haben direkte Auswirkung auf die Lieferkette. So haben einige Lieferanten seit dem Chinese New Year ihre Fertigung noch nicht wieder angefahren. Ein Fertigungsstart war (Stand 12. Februar) für den 14. Februar geplant. Doch laut eines DFF-Mitglieds war der Termin nicht zu halten.

Schwieriger Kontakt zu Lieferanten

Viele europäische Unternehmen können sich nur schwer oder kaum noch mit ihren asiatischen Kollegen oder Kooperationspartnern austauschen. In den letzten Wochen wurde der Kontakt zu den chinesischen Lieferanten schwieriger. Viele Chinesen waren während des chinesischen Neujahrsfests bis Ende Januar in den Ferien, Anfang Februar ist traditionell der Start der Fertigung und Produktion. Allerdings wurden die Ferien von staatlicher Seite dieses Jahr einige Tage verlängert. Die Unternehmen stellen sich deshalb auf eine verlängerte Periode mit geringer Produktion und im besten Fall einer reduzierten Kommunikation ein. Das hat wiederum Auswirkungen auf laufende Projekte.

Einige Lieferanten aus China ließen zwar durchblicken, dass der chinesische Staat alles in seiner Macht Stehende tun wird, um die Situation schnell zu lösen. Wie das konkret aussehen soll, ist allerdings nicht bekannt.

Weiterhin keine Entspannung in Sicht

Wenn in Mega-Citys wie Shanghai erste Menschenmassen wieder auf die Straße gehen, könnte es sehr schnell eine starke Ansteckungswelle geben. Grund für die Befürchtung ist das Beispiel des deutschen Automobilzulieferers Webasto bei München. Hier haben sich innerhalb des Unternehmens nicht nur Mitarbeiter, sondern auch deren Familien mit dem Virus infiziert. Gerüchten zu Folge sollen in Shanghai die Schulen deshalb erst wieder im Mai öffnen.

Chinesischen Unternehmen müssen außerdem ihre Mitarbeiter überprüfen und dürfen nur mit einer Genehmigung produzieren. Schwierig wird es auch mit der Lieferkette, beispielsweise aus Japan oder Korea, da die Regierungen der jeweiligen Staaten die Flüge gestrichen und die Unternehmen eine Produkt-Priorisierung vorgenommen haben.

Viele Mitarbeiter aus der Verwaltung sind zudem je nach betroffener Provinz noch mindestens bis zum 20. Februar im Homeoffice.

Es fehlen Arbeiter, um die Produktion aufrecht zu erhalten

Bisher läuft die Produktion von Displays. Noch. Aber die Produktion ist nur garantiert, wenn auch die Lieferkette funktioniert. Erste Probleme gibt es bereits: Der Fertiger Foxconn kämpft mit zu wenigen Mitarbeitern in seiner Modul-Fab, weshalb es bereits zu Produktionseinbußen kommt.

Die Aussagen der Mitglieder des DFF sind nur sehr vage und lassen viel Raum für Spekulationen. Der Mobile World Congress in Barcelona wurde bereits abgesagt. Einige große Firmen haben ihre Teilnahme auf der Embedded Word ebenfalls abgesagt. Die Gefahr ist noch lange nicht gebannt. Die Auswirkungen auf die Display-Lieferkette sind daher noch nicht abzuschätzen.

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